Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kostenwahnsinn kleinkläranlage
troedelmaier
27.06.2005, 12:25
ich bin auch einer der gezwungen wird eine kleinkläranlage nachzurüsten .
das problem ist nur der kostenfaktor ,bei uns gibt es für solch eine anlage keinen strom .(wir haben eine inselstromanlage mit photovoltaik.
desweiteren kostet eine anlage bis sie abgenommen ist ca 15-20000€
ein kanalanschluß würde laut satzung nur etwa die hälfte kosten .
der betrieb einer solchen anlage ist auch mit imensen kosten verbunden ( 2malige wartung à 150€ kleineileiterabgabe 75€ laae 2 jahre eine abwasseranalyse 200€ klärschlammentsorgung ca 200€ und das bei einem wasserverbrauch von 50m³ pro jahr .macht einen m³ preis von 13,50€ bei einem kanalanschluss würden wir bei uns nur 1€ pro m³ zahlen .
und das alles nur weil die gemeinden sparen müssen (ha ha ha , das geld wird lieber in irrsinnige und unbrauchbare bauvorhaben gesteckt.)
ich werde versuchen , bei regem interesse ,ein forum gegen diesen kostenwahnsinn im raum niederbayern zu gründen .
die gemeinden kasieren sowieso eine kleineinleiterabgabe , wieso kann dann der kläranlagenwart nicht die kontrollen von den nachkläranlagen übernehmen .zahlen müssen wir der wart ja auch !!
troedelmaier@gmx.de
Hallo Troedelmaier,
was kostet an deiner anzuschaffenden KKA 20000 €? Die Anlage selbst kostet zwischen 4000 ... 5000 € incl. Anlieferung, dazu Rohrleitungen verlegen 1000 €, Elektrik 500 €, Versickerung 1000 €, Einbau Anlage 2000 € Genehmigung 200 €, Abnahme 200 €. Da bist du mit 10000 € im Höchstfall dabei. Typischerweise kostet es bei normalen baulichen Verhältnissen 8000 - 9000 €. Musst du das Grundstück für die KKA erst noch kaufen oder ein Loch in Berge stemmen?
Tja um die Wartung kommt man nicht rum. Bei der Kleineinleiterpauschale kann man sich normalerweise (abh. vom Bundesland bzw. von der Gemeinde) befreien lassen, wenn man eine Anlage nach dem Stand der Technik baut.
Die Analysekosten erscheinen mir auch etwas hoch, zumal es günstiger wird, wenn die Wartungsfirma die gleich mit übernimmt, da die Rabatte bekommen. (Analytik jedoch vom akkreditierten Labor)
Die Häufigkeit der Klärschlammentsorgung ist bei bedarfsgerechter Entsorgung abhängig vom Anlagentyp. Es gibt Typen, da braucht man nur alle 2-3 Jahre zu entsorgen.
Der Stromverbrauch ist auch vom Anlagentyp abhängig.
KKA müssen nicht immer sehr viel preisgünstiger sein als ein Anschluss. Aber wenn nicht allzuviel Leute an den Kanal angeschlossen werden, rechnet es sich oft nicht.
Ich denke schon, dass im Zeitalter sinkender Wasserverbräuche die Entsorger froh sind über jeden m³ Abwasser. Also wird es außer dem bekannten Haushaltsloch noch andere Gründe geben.
Ich habe bisher jedenfalls noch niemanden getroffen, der sich den "Anschluss -und Benutzungszwang" eingeklagt hätte. Bisher wollte jeder weg vom Kanal.
Die Idee, dass der Kläranlagenmeister die Wartung der KKA mit übernimmt, ist nicht schlecht. Aber die Kleineinleiterpauschale kann dafür nicht eingesetzt werden. Die wird nämlich aufgrund des Abwasserabgabegesetz erhoben und stellt eine Lenkungsabgabe dar. Sie soll am Ende für den Gewässerunterhalt/-reinigung o. ä. eingesetzt werden.(Praxis ist mir unbekannt)
Für die Einhaltung der Grenzwerte ist der Betreiber zuständig.
Wieso müsst ihr den "Wart" bezahlen? Mit dem Trinkwasserentgelt hat er nichts zu tun. Was zahlt ihr denn sonst noch, wenn ihn nicht angeschlossen seid?
Bitte bei solchen Diskussionen erst mal zur inneren Ruhe und Logik wieder finden. Es ist schon verständlich, dass man erstmal in die Luft geht. Aber sind denn wirklich alle Hintergründe bekannt?
Siehst du denn eine Möglichkeit, über haupt etwas zu bewirken zwecks Anschluss?
Ach übrigens: Die Gemeindevertreter werden von euch gewählt und bei bestimmten Sachen hat man auch ein Mitspracherecht bei Gemeindesitzungen.
Es ist immer günstig, sich bei Unwissenheit mehrere kompetente Partner ins Boot zu holen, Fachfirmen, Sachverständige, Hochschulen.
Gruß Dusty
Hallo Zusammen,
ich persönlich habe schon einige Grundstückseigentümer kennen gelernt, die sich mit der Kommune über einen Kanalanschluss finanziell geeinigt haben, obwohl dieser technisch und rechtlich (Abwasserbeseitigungskonzept, Abwasserbeseitigungspflicht) nicht vorgesehen war. Wasserrecht kennt keinen Bestandsschutz, daher ist in bestimmten Grenzfällen duchaus ein in den Investiotionskosten höherer Kanalanschluss für die Zukunft (wasserrechtliche Nachforderungen, bauliche Erweiterungen, menschliche "Erweiterungen", etc.) die sinnvollere Lösung.
Zur Abwasserabgabe sei erwähnt, dass aus dieser z.B. Forschungsprojekte, Veröffentlichen und Förderprogramme (!!!) finanziert werden.
Schönen Gruß aus dem schwülen Sauerland
Abwasserberatung Kuster
hallo,
ich habe eine Pflanzenkläranlage Bewachsener Bodenfilter-Horizontal. Die braucht keinen Strom, wird einmal im Jahr bemessen und gewartet (Wartung ist minimal) Kosten 180 Euro (ist wahrscheinlich auch billiger möglich). Die Vorklärung ist eine Grube 4000liter (1000 Euro). Der Bodenkörper ist Sand und die Folie war auch nicht so teuer, Pflanzen kosten 1 Euro/Stück. Das ganze ist mit ein wenig Eigenarbeit (Sand reinschaufeln, Verrohrung, etc. ) für ca. 2500 Euro plus Erdarbeiten (Baggerstunde 80 Euro) zu haben. Die Grube braucht bei dem geringen Wasserverbrauch nur alle 4-5 Jahre geleert zu werden. Ich hatte noch nie Ärger mit meiner Anlage (7 Jahre) und die BSB- Werte liegen immer unter 10 mg/liter. Der Kanalanschluss hätte mindestens bei mir 8000 Euro gekostet und pro Kubikmeter Wasser spare ich 4 Euro Kanalgebühr.
<Ich hatte noch nie Ärger mit meiner Anlage (7 Jahre) >
Da hattest du Glück. Die meisten kaufen irgendwelchen Sand/Kies, da sie ja Laien sind. Und dann sind die Filter schneller dicht, als man erwartete. Unsere Pflanzenkläranlageneinbauer kaufen, obwohl es 4 verschiedene Sand-Kieslieferanten in der Umgebung gibt, nur bei einem ganz bestimmten, da nur der die angegebene Körnung (Siebkennlinie) exakt liefert.
Also "Einbauen und los" kann da ganz schnell nach hinten losgehen.
Ich empfehle, Rat von kompetenten Einbauern einzuholen!!!
Es ist ganz einfach. Es sind die kleinen Leute, die eine KKA bezahlen müssen, deswegen ist man mit der Verordnung auch so schnell bei der Hand.
Wenn ich sehe, wie oft und wie lange die Genehmigung für Käfighaltung bei Legehennen (auf Druck der Industrie) verlängert wurde, stehen meine Haare senkrecht. Und wie viele EG-Verordnungen wurden einfach verschlafen, bis Geldstrafen fällig waren. Wie gesagt, hier sind es die kleinen Leute, die man mit unsinnigen Verordnungen und Vorschriften knebeln kann. Und deshalb wird alles in Windeseile umgesetzt.
Mein Resümee aus der ganzen Sache: ich werde den billigsten Auffangtank installieren und auch sonst die Behörden und Schreibtischtäter an der Nase herumführen, wo ich es nur kann.
Leider gibt es hier im Forum zu viele Leute, die an KKAs verdienen oder davon leben. Von denen kann man leider keine Kritik erwarten.
Das Schlimme an der ganzen Sache ist, das unsere Böden mit Sicherheit nicht reiner werden mit dem ganzen Aufwand, denn nebenan werden von der Landwirtschaft so gewaltige Mengen an Mist, Urin, Dünger, Gülle und wer weis ich was eingeleitet, wo kein Mensch nach fragt......
B. Volkmann
18.08.2005, 20:03
Leider gibt es hier im Forum zu viele Leute, die an KKAs verdienen oder davon leben. Von denen kann man leider keine Kritik erwarten. Darf ich fragen, wie Ihr Lösungsvorschlag für das Abwasser in ländlichen Gebieten aussieht? Darf der Staat von "Stadtbewohnern" erwarten, hohe Abwassergebühren zu bezahlen, während "Landbewohner" ihr ungeklärtes Abwasser zum Blumengießen verwenden dürfen?
Natürlich sind das Kosten, die der einzelne zu tragen hat. Nur, wenn wir so anfangen wollen:
Warum müssen wir Müllgebühren bezahlen?
Warum braucht mein Wagen einen KAT?
Warum sch... wir nicht alle einfach in den Garten?
Abwasserbehandlung kosten leider einfach Geld, und ich sehe bei KKA keine Überteuerung.
>Wie gesagt, hier sind es die kleinen Leute, die man mit unsinnigen Verordnungen und Vorschriften knebeln kann. Und deshalb wird alles in Windeseile umgesetzt.<
Wenn es so wäre, müssten alle KKA-Betreiber mindestens zweimal im Jahr ihre Anlage warten. Ist aber nicht so.
Man sollte nicht alles über einen Kamm scheren und schon gar nicht Äpfel (Hennen) mit Birnen (Abwasser) vergleichen.
>Leider gibt es hier im Forum zu viele Leute, die an KKAs verdienen oder davon leben. <
Ich übrigens nicht!!
<Das Schlimme an der ganzen Sache ist, das unsere Böden mit Sicherheit nicht reiner werden mit dem ganzen Aufwand, denn nebenan werden von der Landwirtschaft so gewaltige Mengen an Mist, Urin, Dünger, Gülle und wer weis ich was eingeleitet, wo kein Mensch nach fragt......<
Vielleicht solltest du mal nachfragen.
Zum einen wird Gülle nur zu bestimmten Zeiten auf die Felder ausgebracht (Frühjahr - Herbst, meist bei Trockenheit gleich nach der Ernte) und dann breitflächig, während die meisten Abwässer räumlich gesehen fast punktuell über Jahre täglich versickert werden. Während auf dem Feld die Biologie im Boden sowie auch die in unterschiedlicher Reihenfolge angebauten, Nährstoff verbrauchenden Pflanzen Zeit haben, alles abzubauen, wird es in einer übersättigten Bodenzone bei Abwassereinleitung nicht mehr so vollständig sein, zumal hier noch die Nährstoff verbrauchenden Pflanzen fehlen.
Und alle anderen Einleitungen sind verboten. Wenn der Nachbar also Gülle in ein Fließ oder Fluss pumpt, macht er sich strafbar. Wenn es nicht gemeldet wird, hat er Glück, ebenso ein KKA-Betreiber, der seine Anlage nicht ordnungsgemäß einsetzt.
Übrigens fallen in BB ca. 600.000 m³ Gülle/Monat an.
Bei einem TW-Verbrauch von 100 L/(E d) und schätzungsweise 2,5 Mio Einwohnern im Bundesland fällt ungefähr 7,5 Mio m³ Abwasser pro Monat (30 Tage) an, davon fällt ca. 1/5 auf KKA.
Bei einem Verhältnis von 1: 12,5 - müssen wir hier noch über die Abwasserreinigung diskutieren über Sinn oder Unsinn einer Abwasserreinigung?
>Darf ich fragen, wie Ihr Lösungsvorschlag für das Abwasser in ländlichen Gebieten aussieht?<
Ich halte die alte 3-Kammer-Verrieselung für absolut ausreichend, alles andere ist maßlos überzogen. Hier steht einfach der Kostenaufwand in keinem nernüftigen Verhältnis mehr zu dem schließlich Erreichten. Würde man sich die Mühe machen und eine Ökobilanz erstellen für eine KKA mit biologischer Endstufe, ich bin sicher, die minimale Verbesserung des Abwasser wird durch jede Menge anderer Verschmutzungen erkauft. Z.B. Herstellungsaufwand der Anlage, Einbau, Stromkosten, Wartungsaufwand etc.
Wir sind hier ganz einfach wieder mal an einem Punkt, wo überzogen wird. Ich bin wohlgemerkt z.B. für Katalysatoren und Dieselrußfilter, weil hier mit relativ kleinem Aufwand gewaltige Verbesserungen in der Luftreinhaltung erzielt werden.
>Zum einen wird Gülle nur zu bestimmten Zeiten auf die Felder ausgebracht (Frühjahr - Herbst, meist bei Trockenheit gleich nach der Ernte) und dann breitflächig.................<
So kann nur jemand reden, der nicht mal aus der ersten Reihe bei den Landwirten herumgeschnuppert hat und gesehen hat, was dort alles wirklich gemacht wird.
Wir sind doch wirklich heute an einem Punkt angelangt, wo jemand, der sich überall und immer an alle Vorschriften hält (die irgendwelche Schreibtischhengste ersinnen), verraten und verkauft ist. Man kann doch wirklich heute nur noch lebenswert überleben, wenn man zumindest gegenüber den Behörden ein "leck-mich-am-Arsch-Gefühl" entwickelt.
Wie oft hat sich gezeigt, dass die Vorschrift von heute morgen schon wieder Geschwätz ist. Siehe Flußbegradigungen gestern - heute sind es die Kreisverkehre (Ich nenne das die französische Krankheit).
Mir fällt zum Thema noch folgendes ein:
In deutschen Amtsstuben rümpft man heute die Nase, wenn man von Humus- oder Komposttoilette spricht. Ich habe es ausprobiert, es funktioniert perfekt. Man übersieht in den Amtsstuben geflissentlich, dass fast ganz Skandinavien so funktioniert. (Vielleicht mit ein Grund, weswegen man dort skeptisch gegenüber der EG mit ihren "aberwitzigen" Vorschriften ist).
Dass das Abwassersystem eigentlich nur etwas für Großstädte ist, wird geflissentlich übersehen, mit Gewalt wird dieses System hierzulande in viele ländl. Bereiche hineingeprügelt.
Was mich bei der Schwerfälligkeit der deutschen Amtsstuben wundert ist, dass man dort inzwischen Pflanzenkläranlagen akzeptiert - aber natürlich nur mit einem Riesenberg an (teuren) Extra-Vorschriften, die einem diese prächtige Sache auch schon wieder verleiden.
Hallo,
ich habe einige Bemerkungen zum Riesenberg von Extra-Vorschriften bezüglich Pflanzenkläranlagen.
Pflanzenkläranlagen (bewachsene Bodenfilter) sind eine wunderbare Sache. Sie sind wartungsarm, verbrauchen kaum oder gar keinen Strom, sind sehr zuverlässig und was die Reinigungsleistung angeht, völlig ausreichend. Sie brauchen ein wenig mehr Platz (z.B. ab 10 m2 für 4 EW). Beim Bau kann man vieles selber machen, auch wenn für ein gutes Funktionieren der Laie einem erfahrenen Fachmann die Planung überlassen sollte (Siebkornlinie des Substrates,etc. ist entscheidend). Dann ist die Pflanzenkläranlage auch preiswert in der Anschaffung und in der Wartung ist das ebenso möglich (Wartung und Beprobung 1mal im Jahr).
Es sei denn, Behörden versuchen, mit einem Riesenberg von Extra-Vorschriften die Kosten in die Höhe zu treiben. Es stellt sich die Frage, warum die das machen.
Kleinkläranlagen sind inzwischen eine ernstzunehmende Konkurrenz für die zentralen Kanalisierungs- und Klärsysteme geworden. Deshalb wird von entsprechender Seite alles getan, um diesen Systemen das Leben so schwer wie nur möglich zu machen. Der Wassermarkt ist ein riesiges Geschäft, wo es um ca. 10 Milliarden Euro pro Jahre nur in Deutschland geht. Großunternehmen wie Veolia (ex Vivendi), Suez, RWE, etc. erwirtschaften weltweit Milliarden mit dem Produkt Wasser. Warum auch nicht, wenn es da nicht systembedingt um ein Monopolgeschäft ginge. Wer kann sich schon seinen Wasserversorger bzw. –entsorger aussuchen. Wo keine Konkurrenz ist, gibt es auch keine Marktwirtschaft. Hier geht es um Abhängigkeitsstrukturen, um Monopole und um ein unverzichtbares Elementargut der Menschen. Wird hier nicht demokratisch kontrolliert, kommt man schnell in schlechtes Fahrwasser.
Das Ganze kann aus Sicht der Multinationalen natürlich nur funktionieren, wenn die Strukturen möglichst zentralisiert sind. Sowohl in technischer wie auch wirtschaftlicher Hinsicht. Kleinkläranlagen und lokale Anlagen stören da erheblich. In Deutschland ist zwar der Zug abgefahren, denn 93 % der Bevölkerung sind an eine zentrale Kläranlage angeschlossen, aber auch der Rest soll möglichst zentral kanalisiert werden. Außerdem könnte sich herumsprechen, dass dezentrale Kleinkläranlagen preiswert sein können und für die Klärung von häuslichem Abwasser völlig ausreichen und das muss aus Sicht der großen Betriebe auf jeden Fall verhindert werden, schließlich warten in Europa noch viele Millionen auf Abwasserklärung.
Die großen Firmen wie Veolia, Suez, RWE etc. investieren Millionen in Marketing und Lobbyarbeit. Sie sorgen dafür, dass in Gremien und Vereinigungen Menschen sitzen, die ihre Interessen vertreten. Normen oder Empfehlungen werden so gestaltet, dass sie in das Konzept dieser Firmen passen. In Fortbildungsmaßnahmen - die noch teuer bezahlt werden müssen - wird politischen Entscheidungsträgern gepredigt, dass Kleinkläranlagen sowieso nicht funktionieren und Statistiken aufgeführt, die zeigen, dass 90% aller KKA marode sind (Es handelte sich natürlich um Verrieselungen, aber KKA ist halt KKA!). Ich habe dies selber erlebt.
Deshalb muss man sich nicht wundern, wenn die Behörden in gutem Glauben immer mehr Extra-Vorschriften sich einfallen lassen.
Ein paar Beispiele: Die ATV (jetzt DWA) hat in der neuesten Fassung für Pflanzenkläranlagenempfehlungen die Anforderungen wieder verschärft. Für Vertikalfilter werden jetzt 5 m2/EW gefordert. Vorher waren das 2,5 m2/EW. In Frankreich gibt es einen deutschen Ingenieur, der schon Hunderte von Anlagen bis 3000 EW gebaut hat, die mit Rohabwasser ! beschickt werden und mit 2 m2/EW wunderbar funktionieren (www.sint.fr). Aber in Deutschland funktioniert es anscheinend mit abgesetztem Abwasser erst mit 5m2.
Die Anlagen der Firma Aquant haben internationale Preise bekommen und funktionieren mit 2,5 m2/EW. Warum werden auf einmal 5m2/EW gefordert ? Weil es mal irgendwo Anlagen gab, die verstopft sind und das soll verhindert werden. Die Anlagen sollen so gebaut werden, dass sie selbst dann noch funktionieren, wenn sie schlecht geplant, gebaut und gewartet werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen und die Kosten.
Inzwischen sind einige KKA in der Lage, den noch anfallenden Klärschlamm vor Ort zu vererden. Eine wunderbare Entwicklung. Alle Vorschriften, Empfehlungen und Normen sind so konstruiert, dass dies möglichst erschwert wird. Da werden dann hygienische Argumente aufgeführt, während aus jedem Kanalrohr die Brühe nach oben und unten leckt.
Tatsächlich sind zentrale Kläranlagen alles andere als technisch einwandfrei. Laut statistischem Bundesamt sind 21% der ca.10 Mrd. Kubikmeter der in öffentlichen Abwasseranlagen behandelten Abwassers in die Kanalisation durch undichte Stellen eingedrungenes Fremdwasser. Wieviel Mrd. m3 Abwasser versickern völlig ungeklärt in großer Tiefe in den Boden? Von 500 000 km öffentlichem Kanal sind 20% schadhaft und leck. Sanierungsbedarf über 50 Mrd. Euro. Von fast 1 Million km privatem Kanal sind wahrscheinlich über die Hälfte leck. Das was in den Kläranlagen ankommt, wird mit riesigem Aufwand gereinigt, bevor es in die Flüsse entlassen wird, übrig bleiben Millionen Tonnen an problematischem Klärschlamm. Problematisch deshalb weil im Kanal auch gewerbliches Abwasser landet und schließlich leben wir nicht mehr im Mittelalter. Häusliches Abwasser ist dagegen relativ harmlos und der Klärschlamm von KKA ist nach entsprechender Lagerung und Vererdung bester Dünger. Vergessen wir nicht die 30 Mrd. m3 Abwasser der großen industriellen Direkteinleiter. Die produzieren fast 10 mal soviel Abwasser wie alle privaten Haushalte zusammen, klären selber und von dem Chemiecocktail, was sie einleiten, wird sowieso fast nichts analysiert. Aber die lassen sich nicht so schnell melken.
In meiner Nachbargemeinde (NRW) bezahlt ein 4-Personen Haushalt jährlich eine Summe von über 1500,- Euro fürs Wasser (davon 80% fürs Abwasser). Für ein 500m2 großes Grundstück bezahlt er eine Anschlussgebühr von 6.000 Euro plus Nebenkosten. Der größte Teil des Geldes fließt an die Banken für die Zinsen, ein großer Teil an die Versorger, Betonhersteller und regionalen Tiefbauunternehmen,etc. ein Teil bleibt in der Region für das Personal. Wird das Ganze in die Hände von Großunternehmen gelegt, bleibt fast nichts mehr in der Region, bzw. Deutschland.
Bei KKA sieht die Sache etwas anders aus. Das Wasser wird vor Ort gereinigt, die im Abwasser enthaltenen Nährstoffe könnten vor Ort wiederverwertet werden (Liebig wäre glücklich!), das Geld bleibt vor Ort für die Menschen bzw. für einen selbst.
Hallo,
schau mal auf der seite www.uponor-kleinklaeranlage.de nach.
Von meinem Nachbarn weiß ich das diese recht günstig sein sollen.
ich bin auch einer der gezwungen wird eine kleinkläranlage nachzurüsten .
das problem ist nur der kostenfaktor ,bei uns gibt es für solch eine anlage keinen strom .(wir haben eine inselstromanlage mit photovoltaik.
desweiteren kostet eine anlage bis sie abgenommen ist ca 15-20000€
ein kanalanschluß würde laut satzung nur etwa die hälfte kosten .
der betrieb einer solchen anlage ist auch mit imensen kosten verbunden ( 2malige wartung à 150€ kleineileiterabgabe 75€ laae 2 jahre eine abwasseranalyse 200€ klärschlammentsorgung ca 200€ und das bei einem wasserverbrauch von 50m³ pro jahr .macht einen m³ preis von 13,50€ bei einem kanalanschluss würden wir bei uns nur 1€ pro m³ zahlen .
und das alles nur weil die gemeinden sparen müssen (ha ha ha , das geld wird lieber in irrsinnige und unbrauchbare bauvorhaben gesteckt.)
ich werde versuchen , bei regem interesse ,ein forum gegen diesen kostenwahnsinn im raum niederbayern zu gründen .
die gemeinden kasieren sowieso eine kleineinleiterabgabe , wieso kann dann der kläranlagenwart nicht die kontrollen von den nachkläranlagen übernehmen .zahlen müssen wir der wart ja auch !!
troedelmaier@gmx.de
B. Volkmann
12.09.2005, 13:03
bei uns gibt es für solch eine anlage keinen strom .(wir haben eine inselstromanlage mit photovoltaik.
Nur Strom brauchen die auch. :smile:
Gibt es bei Ihnen gar keinen 220V Strom, läuft alles auf 24V?
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