PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : (zu) viele Lösungen möglich ?!



Dirk
07.08.2004, 21:46
Guten Tag zusammen!

Der Fall zunächst in Stichworten:
-Ein Single in einem großen EFH mit ca. 1 ha Wiesen-Grundstück (Boden: Torf und Sand) im Emsland muß Abwasserentsorgung komplett erneuern.
-Grundwasser schwankt zwischen 1 und 2m.
-Frischwasserabnahme beträgt 50 cbm p.a. (Durchschnitt der letzten 10 Jahre). -Abwesenheit ist 3x im Jahr ca. jeweils 2-3 Wochen.
-Vorfluter grenzt unmittelbar an Grundstück; eine Einleitung ist genehmigungsfähig
-Hochdruckabwasserleitung d. Kommune führt unmittelbar am Grundstück vorbei; ein Anschluß ist gundsätzlich genehmigungsfähig, Kosten hierfür jedoch unklar

Nachdem wir uns nun mit der Thematik der Abwasserbehandlung und -entsorgung näher beschäftigt haben, wissen wir mittlerweile nicht mehr, was wir machen sollen und die Wahl der Mittel ist.
Die von "Fachleuten" vorgeschlagenen Lösungen reichen von SBR-Anlage bis (Hochdruck-)Pumpstation.

Nach dem Studium dieses Forums lasen wir auch die Beiträge über Schwebe- und Festbettanlagen, die anscheinend für Singles geeignet erscheinen. Aber auch hier scheinen die Geister sich an den Vor- und Nachteilen zu scheiden. :cry:

Können die sich hier tummelnden Fachleute und erfahrenen Laien zu einer Lösung unserer Problematik beitragen??

Hierbei sollten die Kriterien
- Investition
- laufende Kosten p.a.
- zu erwartenende Haltbarkeit der Anlage und
-"Narrensicherheit" :lol:

möglichst eine Rolle bei der Beantwortung spielen.

Falls eine Kontaktaufnahme gewünscht sein sollte, dann bitte per PN!

Bin mittlerweile für jegliche (qualifizierte) Beiträge bzw. Hinweise dankbar!!

Herzliche Dank im übrigen an ATT für den Hinweis auf das neue Forum!

martin
07.08.2004, 21:47
Hallo,

also wenn die Abwasserleitung am Haus vorbeiführt sollte bei der Gemeinde erstmals nachgefragt werden, ob sie auf den sog. "Anschluss- und Benutzungezwang" verzichtet. Wenn dem nicht so ist, gibts i. d. R. nur eine Lösung: Anschluss.

Angesichts der Situation vor Ort (hoher Grundwasserstand) scheiden nach Meiner Ansicht bereits einige Systeme von vorneherein aus da diese weder Auftriebssicher noch dicht sind. Bei der Angebotseinholung sollte explizit auf die besondere Situation hingewiesen werden Ich geh mal davon aus, dass die Anlage auch hochwassersicher sein muß.

Gruß
Martin

Dirk
07.08.2004, 21:49
Hallo Martin!

Vielen Dank für den Beitrag!

Ich gebe zu, ich habe mich nicht ganz klar ausgedrückt:
Der Tipp, die Gemeinde zu fragen, ob sie auf den Anschluß- und Benutzungszwang verzichtet, ist deshalb absolut berechtigt.
Auf unsere Nachfrage hin, ob ein Anschluß an die am Grundstück vorbeigeführte Hochdruckabwasserleitung (von einer Nachbargemeinde zur Käranlage im Ort) für die Anlieger überhaupt möglich sei,wurde dies von dem zuständigen Amt der Gemeinde nach eingehender Prüfung bejaht. Ein Anschluß- und Benutzungszwang besteht aber nicht!

Aus dem o. geschilderten Sachverhalt resultiert daher auch in meiner Frage nach Meinungen/Beiträgen zur Thematik der Hauspumpstationen, da dies eben für uns eine durchaus denkbare Alternative zu den hier im Forum dargestellten Lösungen darstellen würde!

Zu der Thematik "hoher Grundwasserstand":

Die Situation vor Ort ist zum Glück nicht so, daß regelmäßig mit Überschwemmungen gerechnet werden muß

:D Ich würde mich aber freuen, wenn ich mehr lesen könnte, welche Systeme von vornherein aus der Wahl ausscheiden :cry:

Interpretiere ich Ihre Antwort in der Hinsicht richtig, daß vor dem Hintergrund der angesprochenen Problematik des hohen Grundwasserstandes eher Kunststofftanklösungen oder eine monolitische Betonbauweise in Frage kämen? Oder was meinen Sie genau mit "Systemen"?

Als Laie stelle ich mir das nämlich so vor: Da der Grundwasserspiegel jahreszeitlich erheblich schwankt, bedeutet dies für den zu verwendenen Behälter hohe Anforderungen an die Dichtigkeit, da die Außendrücke sich von Zeit zu Zeit ändern.

Bezgl. der zu verwendenen Technik bin ich allerdings nachwievor ratlos.


Bedauerlicherweise fühlen wir uns angesichts der zu lösenden Abwasserproblematik ziemlich hilflos und vermissen eine neutrale(!) Verbraucherberatung. Gibt es die irgendwo?

Bis dann
Dirk

martin
07.08.2004, 21:49
Hallo Dirk,

bezüglich der Systemauswahl halte ich mich mal raus. Wie Du sicher im Forum und auch sonst schon selbst festgestellt hast, gibts für alle angebotenen Systeme Befürworter aber auch strikte Gegner. Nach meiner Meinung sollte man hier aufpassen, welche Interessen die jeweiligen Argumentationsführer vertreten..... .

Die von Dir geschilderte Situation (Einfamilienhaus, normale Nutzung, normales häusliches Abwasser) stellt für keine zugelassene Anlage ein Problem dar.
Das besondere ist hier die örtliche Situation, insbesondere der hohe Grundwasserstand.
Hier scheiden zum einen Teichanlagen und Pflanzenkläranlagen aus, da diese nur schwer gegen drückendes Wasser abzudichten sind. Bei allen anderen Systemen muß vom jeweiligen Hersteller die Zulässigkeit geprüft werden. Ich kann mir vorstellen, dass z. B. Tropfkörperanlagen bzgl. der Auftriebssicherheit Nachteile gegenüber ständig mit Wasser gefüllten Anlagen haben.
Zu beachten ist, dass der Lastfall "Auftriebssicherheit" nicht beim normalen Betrieb auftritt, sondern bei einer evtl. notwendigen späteren Leerung (Ich hab schon ganze Güllebehälter im Grundwasser schwimmen sehen... ).
Mein persönlicher Vorschlag lautet daher:
Einholung von Angeboten verschiedender Kläranlagen von Herstellern, die einen Service vor Ort bieten können (die spätere regelmäßige Wartung kann auch ganz schön ins Geld gehen).
Klärung der Situation vor Ort (Auftriebssicherheit) und die Auftriebssicherheit vor Auftragsvergabe schriftlich bestätigen lassen.
Gleichzeitig sollte man auch noch ein Angebot für den alternativen Anschluss an die Druckleitung einholen.

Gruß
Martin

Dr. Schulz-Menningmann
07.08.2004, 21:50
Biologische Abwasserreinigungsverfahren lassen sich in Biofilmverfahren mit ständig aufgewachsenen Bakterien (Tropfkörper, Festbett, Rotationstauchkörper, Pflanzenbeet) und Verfahren mit susupendierter Biologie, also Schlammflocken (SBR, Belebungsanlagen) einteilen. Schlammflocken wachsen bei Unterlast zu langsam nach und werden dann mit dem Ablaufwasser ausgewaschen. Beim Biofilm bliebt immer genug Biomasse in der Anlage vorhanden- denken Sie an Aufwuchs in Bächen- Biofilme sind die natürliche Existenzform bei wenig Belastung. Ich würde Ihnen deshalb bei Unterlast immer nur ein Biofilmverfahren empfehlen. Anlagen mit Flocken werden unter den bei Ihnen gegebenen Randbedingungen nicht funktionieren.

07.08.2004, 21:50
Hallo!
Grundwasserstände zwischen 1 und 2 mtr. sind sicherlich keine Seltenheit!
Vermeiden sollte man dabei sicherlich auf Kunststoffbehälter. Beim Einbau eines Betonbehälters ist eine Grundwassersenkung vorzusehen!

28.02.2005, 23:23
In dem MUTEC-Katalog steht geschrieben:

Der Einbau des MUTEC-Systems ist auch bei schwierigen Verhältnissen möglich.
Bei einem Hohen Wasserstand werden die PE-Behälter zur Auftriebs-Sicherheit in Beton eingebaut und für das Pflanzenbeet ein Hochbeet vorgesehen.

MfG

Kämper

Irina
14.04.2005, 12:33
Für derartig geringen Wasserverbrauch/jahr sollte man durchrechnen, wann sich die Kosten amortisiert haben und danach die Lösungen abwägen.

Gast
15.04.2005, 10:43
Hallo,

also meiner Meinung sollte hier der Anschluss an die Druckleitung ernsthaft in Erwaegung gezogen werden. Hier gibt es mittlerweile sehr guenstige und auch auftriebssichere Kunststoffschacht-Systeme mit bauaufsichtlicher Zulassung. Man zahlt hier natuerlich die Anschlussgebuehren, jedoch arbeitet solch eine Schneidsystempumpe z.b. von Jung bei normalen Betrieb etwa 20 Jahre ohne Probleme. Die Stromkosten liegen bei 2-3 Euro/Jahr und EW, also sozusagen nichts.

Und...du bist das Abwasser los, und nicht selbst wie ein Betreiber einer Kleinklaernlage, fuer die Ablaufqualitaet verantwortlich.