PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Für die Profis - Thema CSB



Karfunkel
07.08.2004, 22:38
Hallo!

Ich frage mich bei solchen Aussagen doch wirklich, ob`s nicht genauere / vernünftigere Möglichkeiten der Abwasseranalytik gibt, bzw. ob man den CSB nicht streichen MUSS!
Indizienbeweise zählen vor Gericht jedenfalls nicht!


http://www.institut-halbach.de/abgabe/csbdefin.htm


---------------------------------
ZITAT vom Institut Halbach!:

Der CSB ist grundsätzlich kein Schadstoff und er ist nicht eindeutig interpretierbar.

Zum Verständnis: Ein CSB-Messergebnis ist wie ein verschlossener Brief. Ob die Nachricht gut oder schlecht ist, erfährt der Leser erst nachdem der Brief geöffnet und gelesen wurde. Dabei ist es beim CSB immer so, dass für die sichere (weitestgehend rechtssichere) Interpretation der CSB-Messung andere Parameter und Informationen notwendig sind.

Allein aus dieser Tatsache heraus ist schon abzuleiten, dass der CSB als Grundlage für Sanktionen und Abwasserabgabezahlungen nicht rechtssicher und kein alleiniges Beweismittel für eine Gewässerverunreinigung ist und sein kann.

Außerdem: Der CSB - wie er gemessen wird - kann in der Natur nicht auftreten. Es handelt sich um eine rein akademische Bewertung, die mit den tatsächlichen Bedingungen im Gewässer auch nicht das Geringste zu tun hat.

Der CSB kann Indiz sein für harmlose Abwasserinhaltsstoffe, die in der Natur überall vorkommen. Er kann aber auch ein Anzeichen für chemisch oxidierbare Schadstoffe sein.

Ohne weitere Untersuchung ist und bleibt der CSB nur ein Indiz, das nicht einmal grundsätzlich und von vornherein auf die Anwesenheit von Gewässerschadstoffen schließen lässt.

Insofern wird die Abwasserabgabe für den CSB auf der Grundlage von Indizien und nicht auf der Grundlage einer tatsächlich nachgewiesenen Gewässerschädigung erhoben. Gleiches trifft auch auf die Sanktionierung von CSB-Überwachungswertüberschreitung zu. Sie hat zwar eine rechtliche Grundlage aber keine wissenschaftliche Basis, genauso wenig wie die Erde eine Scheibe ist.

Ein hoher CSB kann ein Indiz für eine besonders effektive und weitgehende Abwasserbehandlung sein.

Es handelt sich bei dem Indiziencharakter des CSB um keine neue Erkenntnis, sondern um eine seit Jahrzehnten (solange es den CSB gibt) bekannte, simple, wasserchemische Grundlage, die in den betreffenden Gesetzeswerken jedoch eine falsche, unlogische, unwissenschaftliche und schädliche Berücksichtigung fand.
-----------------------------------

Was meinen die Profis auf dieser Seite denn so zu diesem Thema - würd mich mal die Meinung der Behörden interessieren!

Netten Gruß an alle!

07.08.2004, 22:39
Die Fachwelt weiß das der CSB ein längst überholter Parameter ist und versuch auch schon seit langen diesen Parameter durch den den TOC (Total Organic Carbon) ersetzen zu lassen. Zum einem weil dieses Prüfverfahren wesentlich umweltfreundlicher ist als der CSB und zum zweiten eine genaue Aussage über die Reinigungsleistung über die Anlage gibt. Aber da in verschieden Regelwerken und Gesetzes Texten auf den CSB verwiesen wird werden wir auch in zukunft den CSB messen. Sie werden doch nicht von einem 35 Jahre alten Hasen bei den Behörden verlangen sich nochmal mit dem TOC auseinander zu setzen

07.08.2004, 22:39
Ich kann dem Beitrag des Instituts in soweit zustimmen, als dass der CSB für sich alleine nur wenig Aussagekraft besitzt. Im Bereich der (kommunalen) Abwassertechnik ist immer das CSB/BSB5-Verhältnis von Bedeutung. Anhand des Verhältnisses lässt sich abschätzen ob ein Abwasser gut oder schlecht abbaubar ist und wie es um die Reinigungsleistung einer Kläranlage bestellt ist. Für das Gewässer sind beide Parameter von Bedeutung da sie Auskunft über das Maß der Sauerstoffzehrung geben.
Für kommunales Abwasser liegen mittlerweile genügend Erfahrungen über die BSB/CSB-Verhältnisse vor. Nach meiner Ansicht hat man sich daher im Abgaberecht alleine auf den CSB beschränkt.
Der "neue" Parameter TOC hat sich nur deshalb noch nicht durchgesetzt, weil noch zu geringe Erfahrungen über das Vehältnis zum CSB bzw. BSB vorliegen.

Dr. Schulz-Menningmann
30.09.2004, 15:31
Tja, dieses Zitat des Institutes Hallbach ist mir schon häufiger begegnet. Es ist auch nicht wirklich falsch, erweckt jedoch einen falschen Eindruck. In natürlichen Gewässern (Mooren) kann durch Huminsäuren ein hoher CSB vorliegen, obwohl das Wasser biologisch sauber ist (sehr kleiner BSB5)also keinen Sauerstoff im Gewässer verbraucht.
In Kleinkläranlagen kennt man jedoch die Verschmutzungsquellen, im Rohwasser ist dem CSB ein etwa halb so großer BSB5 zuzuordnen, was anzeigt, das dieser CSB abbaubar ist. Deshalb muß der CSB Ablaufwert in diesem Fall immer gering sein. Der CSB erlaubt damit, besonders bei gleichzeitiger Messung des BSB5 sehr wohl eine korrekte Beurteilung.
Insgesamt hilft man sich mit diesen "Summenparametern"(auch TOC ist einer) weil es keine bezahlbare und durchführbare andere Methode gibt.

Glittenberg
11.10.2004, 12:10
Hallo,

der Parameter CSB ist meiner Meinung nach, aus dem Paragraphenwald
nicht einfach zu ersetzen. In den 70er Jahren wurde jedoch ein Verfahren entwickelt, mit welchem man den CSB in kurzer Zeit ohne Chemikalien online messen kann. Dieses Verfahren ist von einigen Herstellern von Analysatoren noch im Lieferprogramm. Das europäische Ausland und die USA setzen schon 30 Jahre auf dieses Verfahren.
Ich informiere Sie gerne über das Verfahren