Regenwassernutzung

SBR-Anlage mit Schlamm-Kompostierungs-System

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  #1 (permalink)  
Alt 10.10.2008, 20:54
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Registriert seit: 10.10.2008
Beiträge: 2
Standard SBR-Anlage mit Schlamm-Kompostierungs-System

Hallo,

seit einigen Monaten verfolge ich mit Interesse die Beiträge in diesem Forum.

In einigen Monaten werde ich auch auf eine Kleinkläranlage umsteigen können/müssen.

Nun habe ich eine Frage zur Auswahl der Anlage.
Lohnt sich der Mehrpreis für ein Schlamm-Kompostierungs-System?

Über nachfolgende Anlagen hatte ich mich bereits informiert.

SBR-Anlage mit Schlamm-Kompostierungs-System SKS (Mutec Markgraf, Rewatec ...? )

Daten:
- 2 Personenhaushalt
- bedarfsgerechte Entsorgung laut Komune möglich (bei Anlage ohne SKS)
- jährliche Kosten für die bisherigen Grubenleerungen, ca. 100 EUR (Grube wurde alle zwei Jahre geleert)

Bezüglich der Schlammentsorgung aus dem SKS-System dürfe es keine Probleme geben, einige Hersteller bieten eine Entsorgung ohne Mehrkosten an - falls der Kompost nicht selbst genutzt werden kann.

Wie ist Eure Meinung?

Gruß

Rüdiger
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  #2 (permalink)  
Alt 13.10.2008, 10:38
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Beiträge: 176
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Hallo, Rüdiger,

da ich nicht weiß, wo Dein Wohnort liegt, kann ich nur einen Grob-Überblick geben, weil dieses Anlage von Bundesland zu Bundesland und von Wasserbehörde zu Wasserbehörde unterschiedlich gehandhabt wird:
Der Mehrpreis lohnt sich, wenn
1. eine solche Anlage von Deiner Unteren Wasserbehörde zugelassen wird und
2. die zuständige Gemeinde/Abwasserverband ihr OK zur Eigenschlammverwertung gibt. Dabei müsste auf Deinen Antrag hin die im Landeswassergesetz niedergelegte Abwasserbeseitigungspflicht von der Gemeinde auf Dich als Anlagenbetreiber übertragen werden (oft hapert es schon hier).
Unverständlich ist mir die von Dir beabsichtigte Kombination: 1. Mehrkammergrube (Vorklärung) mit 2. integrierter SBR-Anlage (Nachbehandlungsanlage) und Schlammkompostierung auf einem 3. Pflanzenbeet (weitere Nachbehandlungsanlage).
Soll heißen: Die Eigenentsorgung aus dem „Rottebehälter“ in der Vorklärung ist m. E. grundsätzlich bedenklich (hygienische Aspekte, Umgang mit infektiösen Stoffen).
Beim System MUTEC wird der Schlamm zur Kompostierung von dem in der Vorklärung befindlichen Rottebehälter (Schlammauffangsack oder - korb) auf das Pflanzenbeet in einen Kompostkorb verbracht, damit der Schlamm dort entwässert wird, um eine stichfeste Konsistenz zu erhalten und das Volumen noch weiter zu verringern. Das macht aber Aufwand !
Nach meiner Meinung reicht die Kombination „Mehrkammerausfaulgrube mit mind. 6 m ³ Nutzinhalt und nachgeschaltetem Pflanzenbeet (incl. MUTEC-SK-System) aus. Wozu willst Du dann noch eine SBR-Technik einbauen ? Bei 2 Einwohnerwerten halte ich das für überzogen.
__________________
Liebe Grüße
und munter bleiben

Watermaster
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  #3 (permalink)  
Alt 13.10.2008, 21:13
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Beiträge: 2
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Hallo Watermaster,

ein Pflanzenbeet möchte ich nicht anlegen.

Die Frage war ganz einfach „ Lohnt sich der Mehrpreis für ein SKS-System“.

Meine jetzige Grube muss erneuert werden, eine Sanierung ist aufgrund des schlechten Zustandes nicht möglich.

Da ich mich für eine SBR-Kleinkläranlage entscheiden werde, muss ich den Klärschlamm aus der Vorklärung hin und wieder entsorgen lassen. Dies wollte ich mit dem SKS-System umgehen.

Für die Klärschlammentsorgung mittels Saugfahrzeug bezahle ich momentan ca. 100EUR/Jahr (alle 2 Jahre, bedarfsgerecht). Die Kosten dürften aber sicherlich in den nächsten Jahren steigen.

Für das SKS-System müsste ich einen Mehrpreis von1500-2000 EUR bezahlen, evtl. weitere Kosten für die Wartung, Ersatzteile (Pumpe ..).

Somit würde sich das SKS-System erst nach ca. 15 Jahren amortisieren.

Der anfallende Kompost bei dem SKS-System dürfte sicherlich nicht das Problem sein. Ein Anbieter bietet folgende Möglichkeiten an:
  • Verwertung des Kompostes auf dem Betreibergrundstück
  • Andienung an den zuständigen Abwasserzweckverband/Gemeinde
  • Übergabe an eine zugelassene Kompostieranlage im vereinfachtem Nachweisverfahren
Gruß

Rüdiger
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  #4 (permalink)  
Alt 14.10.2008, 11:27
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Beiträge: 176
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Hallo, Rüdiger,

Zitat: „Der anfallende Kompost bei dem SKS-System dürfte sicherlich nicht das Problem sein. Ein Anbieter bietet folgende Möglichkeiten an:
  • Verwertung des Kompostes auf dem Betreibergrundstück
  • Andienung an den zuständigen Abwasserzweckverband/Gemeinde
  • Übergabe an eine zugelassene Kompostieranlage im vereinfachtem Nachweisverfahren“

Das ist m. E. sehr wohl ein Problem. Wenn z. B. das SK-System in Deiner Region nicht zugelassen wird, hast Du Schwierigkeiten.
Zitat:Andienung an den zuständigen Abwasserzweckverband/Gemeinde
Als Beispiel: Die Rewatec - Anlage hat die bauaufsichtliche Zulassung des DIBT, Berlin, Nr. Z-55.3-140 zuerkannt bekommen.
So steht dort unter der Ziffer 4.1 letzter Absatz: „Der Umgang mit dem Rohkompost aus dem SK-System ist in jedem Einzelfall in der wasserrechtlichen Erlaubnis zu regeln. Die Bestimmungen der Klärschlammverordnung sind zu beachten.“
Darin liegt schon eine Menge Zündstoff: Kann die Gemeinde/Abwasserverband z. B. den Schlamm nicht annehmen mangels Annahmestation, hast Du ein Problem mit der Entsorgung.
Zum Verdeutlichen: Mir hat rechtlich betrachtet - noch niemand schlüssig und nachvollziehbar erklären können, wie nach geltender Rechtslage - simsalabim- aus dem in Kleinkläranlagen anfallenden Schlamm - ohne jegliche Behandlung - unbedenklicher Kompost wird. Auch hier hinkt m. E. die wasserrechtliche Regelungstätigkeit hinter der Entwicklung hinterher. Gerade deshalb wird ein SK-System oft von einigen Wasserbehörden nicht genehmigt. Allerdings gibt es da auch unterschiedliche Ansätze. Die Klärschlammverordnung gibt z. B. umfangreiche Untersuchungen des Schlamms vor, und das kann richtig ins Geld gehen.
Zitat:Übergabe an eine zugelassene Kompostieranlage im vereinfachtem Nachweisverfahren“
Außerdem ist nach der Zulassung unter Ziffer 4.4 Spiegelstrich 6 verfügt, dass der „Rohkompost“ mit entsprechenden Gerät 1 x jährlich aus dem Entwässerungsbehälter zu entnehmen ist und der weitere Umgang sich ebenfalls nach den Bestimmungen der wasserrechtlichen Erlaubnis richtet. Auch hier können nicht unerhebliche Kosten (z. B. evtl. Einsatz eines Kranwagens, Kippgebühren etc.) entstehen.
Zitat:Verwertung des Kompostes auf dem Betreibergrundstück
Möchtest Du wirklich die eigene Fäkalienhinterlassenschaften auf Deinem Grundstück verteilen ?

Rein auf die Nachrüstungskosten bezogen, rentiert sich - wie Du schon sagtest - die Anlage erst nach 15 Jahren- ob sich das aber insgesamt lohnt ?
__________________
Liebe Grüße
und munter bleiben

Watermaster
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