Größe und Material der Zisterne
/ der Regenwasserzisterne
Die Größe einer Zisterne ist davon abhängig, in
welchem Umfang das Regenwasser genutzt werden soll. Eine Zisterne
gibt es aus verschiedenen Kunststoffarten und aus Beton. Nach Aussagen
von Experten gibt es hier kaum noch Qualitätsunterschiede.
Lediglich das Gewicht der Betonzisterne kann für den Transport
und den Einbau ein Problem sein und höhere Kosten verursachen.
Bei Anlagen für die Haustechnik (Versorgung WC, Waschmaschine
und Garten) kann man sich der Bau der Zisterne an den folgenden
Leitformeln orientieren:
- Anzahl Einwohner x 1.000 = Volumen Zisterne in Litern und Quadratmeter
Dachgrundfläche x 35 = Volumen Zisterne in Litern.
Erhaltene Ergebnisse sollten sich nicht sonderlich unterscheiden
- das höhere Ergenbnis sollte jedoch als Volumen genutzt werden.
Bei der Planung sollte die nächst größere Zisterne
ausgewählt werden.
- Beispiel:
Sie errechnen 4.800 Liter - da es keinen Tank mit genau 4800 Litern
gibt wählen Sie den nächst größeren mit 5000
Litern.
Die Zisterne - Platz für die Regenwasserzisterne
Auch hier können verschiedene Möglichkeiten in Frage
kommen. Zum Beispiel: Im Garten, unter einer Garage, im Keller oder
auf dem Dachboden.
- Grundsätzlich sollte Regenwasser in der Zisterne kühl
und dunkel gelagert werden.
Bei Neubauten ist es einfach die Zisterne im Erdreich zu versenken.
Hier kann erforderlicher Erdaushub zusammen mit dem Aushub
der Baugrube durchgeführt werden.
Bei einer nachträglichen Erdverlegung müssen die örtlichen
Gegebenheiten berücksichtigt sein. Vor allem Selbstbauer sollten
bedenken, dass hier eine größere Menge an Erde anfällt,
die auch entsorgt werden muss.
Bei der Aufstellung einer Zisterne im Keller ist zu beachten, dass
der Regenwasserzisterne durch die Tür passt und die Lagertemperatur
nicht zu hoch ist. Vor der Aufstellung auf dem Dachboden raten Experten
ab. Hier könnten erstens Probleme mit der Statik entstehen
und zweitens könnte das Wasser sich im Sommer zu sehr erhitzen
und sich dadurch ungewollt zum Biotop verändern.
Wasserfilter, Pumpsysteme und Systemzisternen
Bevor das Regenwasser aus einer Zisterne genutzt wird, muss es gefiltert
werden.
Filtersyteme gibt es in verschiedenen Ausführungen:
- Fallrohrfilter, Wirbelfilter und Siebfilter.
In den obersten 10 cm des Wassers befinden sich vielerlei schwimmende
Schwebstoffe, die der Filter nicht abhalten kann.
Der Zu- und Überlauf der Regenwasserzisterne sollten deshalb
einen Skimmer haben. Beim Überlaufen des Regenspeichers werden
die Schwebstoffe über so genannte Skimmerkante abgeschöpft.
- Das komplette System vom Zisterne bis zur Pumpe sollte von einem
Hersteller und einem Lieferanten bezogen werden. Sie haben so
nur einen Ansprechpartner.
Zum Befördern des Wassers aus der Regenwasserzisterne muss
ein Pumpsystem oder eine Druckerhöhungsstation eingebaut werden.
Wird Regenwasser auch im Haushalt genutzt, ist der Einbau einer
Druckerhöhungsstation erforderlich. Sie sorgt für einen
gleichbleibenden Druck im Leitungsnetz. Besonders für Selbstbauer
ist die Systemzisterne eine interessante Variante. In dieser Zisterne
ist die gesamte erforderliche Technik bereits vormontiert.
Besonderheiten Regenwassernutzung zum Waschen & WC
Wenn das Regenwasser im Haushalt, z.B. zur Toilettenspülung
oder zum Wäsche waschen genutzt wird, muss die Nutzungsanlage
die nötige Speicherkapazität haben.
Der Tagesbedarf einer vierköpfigen Familie liegt im Durchschnitt
bei 560 l Wasser, wobei 260 l durch Trinkwasser abgedeckt werden
müssen. Es könnten also ca. 300 l durch Regenwasser ersetzt
werden, wenn es für den Haushalt genutzt wird.
Damit auch in trockenen Perioden die Wasserversorgung sichergestellt
ist, muss eine Trinkwassernachspeisung eingebaut werden. Dabei darf
allerdings keine direkte Verbindung zum Trinkwassernetz geschaffen
werden. Eine Trennung der Rohre durch einen Absperrhahn oder über
ein Rückschlagventil genügt dafür nicht.
- Die Trinkwassernachspeisung für die Zisterne unterliegt
gesetzlichen Auflagen. Die Trennung der Rohre muss nach DIN 1988
vorgenommen werden. Hier ist eine DVGW-geprüfte Anlage zu
empfehlen. Diese Arbeiten sollten nur vom Fachmann ausgeführt
werden.
Unter Umständen darf Brauchwasser aus dem Haus nicht mehr
versickert werden (z.B. wenn es mit Reinigungsmitteln versetzt ist
- Waschmaschine..). Die Planung einer solchen Anlage benötigt
in jedem Fall einen Fachmann!
Versickerung des Niederschlagswassers aus der Zisterne
Hinsichtlich der Versickerung ist wichtig: Das Niederschlagswasser
ist durch die Schadstoffe in der Luft, aber auch durch Verunreinigungen
im Bereich der Dach- und Terrassenflächen nicht gänzlich
sauber. Deshalb sollte das aus den Sammeleinrichtungen überlaufende
Regenwasser möglichst oberirdisch über die bodennahen,
filternden Zonen in den Untergrund geleitet werden.
Für die Einleitung des Niederschlagswassers in den Boden ist
unter Umständen eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich.
Dies ist immer bei unterirdischen Versickerungsverfahren der Fall,
beispielsweise bei Notüberläufen der Zisterne bzw. Regenwasserzisterne
in Rohrrigolen.
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