
Quelle: Traunsteiner Tagblatt
Landkreis. Der Weltwassertag 2008 am heutigen Samstag steht unter dem Motto »International year of sanitation« mit den Ziel, die sichere sanitäre Ver- und Entsorgung weltweit zu gewährleisten. Bei der Auftaktveranstaltung im UN-Hauptquartier in New York erinnerte UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon daran, dass 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und 2,5 Milliarden Menschen keine zuverlässige Abwasserentsorgung zur Verfügung steht. Angesichts der weltweiten Missstände wird deutlich, welch hohen Standard die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung bei uns erreicht hat. Aktuelle Zahlen zu den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting gab nun das Wasserwirtschaftsamt Traunstein bekannt.
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Für einen Großteil der Bevölkerung erfolgt die Entsorgung der Abwässer über eine öffentliche zentrale Abwasseranlage – in Oberbayern sind es durchschnittlich 95,3 Prozent. Die Landkreise Traunstein (87,7 Prozent), Berchtesgadener Land (88,8 Prozent) und Altötting (88,4 Prozent) liegen unter diesem Durchschnitt, bedingt durch die Siedlungsstruktur. So sind einige Bewohner noch nicht an öffentliche Abwasseranlagen angeschlossen, sie entsorgen ihr Abwasser meist über private Kleinkläranlagen. Einen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung haben im Landkreis Traunstein 99 Prozent, im Landkreis Berchtesgadener Land 99,6 Prozent und im Landkreis Altötting 96,1 Prozent. Der Durchschnitt in Oberbayern liegt bei 99,4 Prozent.
Schwerpunkte bei den Abwasseranlagen waren in den letzten Jahrzehnten der Bau von Kläranlagen sowie der Kanalanschluss der Hauptorte; mittlerweile ist es der Anschluss weiterer Ortsteile der Gemeinden und die Nachrüstung der Kleinkläranlagen. Der Anschlussgrad wird weiter steigen, so dass laut Berechnungen des Wasserwirtschaftsamtes bis 2015 im Landkreis Traunstein 91,4 Prozent, im Landkreis Berchtesgadener Land 94,4 Prozent und im Landkreis Altötting 89,5 Prozent der Bevölkerung angeschlossen sind. Bei den Wasserversorgungen sind kaum mehr Steigerungen zu erwarten.
Die Abwasseranlagen werden über die Beiträge und Gebühren der Anschlussnehmer finanziert, für den Bau der Anlagen erhalten die Gemeinden teilweise staatliche Zuschüsse. Vom Freistaat Bayern flossen in den letzten zehn Jahren Zuwendungen in der Höhe von rund 77 Millionen Euro für die drei Landkreise. Zusammen mit den Eigenleistungen der Gemeinden wurde ein enormes Investitionsvolumen bewerkstelligt. Für die Neuanschlüsse haben die Gemeinden Abwasserentsorgungskonzepte aufgestellt und mit dem Wasserwirtschaftsamt Lösungen ermittelt. Kanalisierungsprojekte stehen vor allem bei Flächengemeinden an. Wegen der Siedlungsstruktur sind derzeit in den drei Landkreisen etwa 45 000 Einwohner und langfristig vermutlich rund 32 000 Einwohner nicht an eine öffentliche Abwasseranlage angeschlossen. Sie entsorgen ihr Abwasser über Kleinkläranlagen, die technologisch stark weiterentwickelt wurden und mittlerweile auch als langfristige Entsorgungslösung rechtlich anerkannt sind. Moderne Anlagen sind neben einer mechanischen Stufe auch mit einer biologischen Nachreinigungsstufe versehen. Für private Kleinkläranlagenbetreiber, die ihre Anlagen verbessern, hat das Umweltministerium für die drei Landkreise in den vergangenen Jahren freiwillige Zuschüsse in der Höhe von 6,7 Millionen Euro bezahlt.
Die Maßnahmen zum Gewässerschutz zeigen auch deutliche Wirkung, so das Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Früher waren noch etliche Gewässerabschnitte, vor allem bei kleinen Bächen, stark verschmutzt. Heute sei dies nur mehr in ganz wenigen Bereichen der Fall. Beim Grundwasser sieht es ähnlich aus. Das hier Erreichte gilt es nachhaltig zu sichern.
»Schätzungsweise 42 000 Menschen sterben wöchentlich an Krankheiten, die durch schlechte Wasserqualität und das Fehlen angemessener sanitärer Einrichtungen bedingt sind«, so der UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon bei der Auftaktveranstaltung zum Weltwassertag 2008. 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu qualitativ einwandfreiem Trinkwasser und 2,5 Milliarden Menschen keine zuverlässige Abwasserentsorgung. Diese Zahlen bis 2015 zu halbieren ist eines der sogenannten Millenniumsziele der Vereinten Nationen. Die UN-Generalversammlung hat die Jahre von 2005 bis 2014 zur Internationalen Aktionsdekade »Wasser – Quelle des Lebens« erklärt. Grundsätzliches Ziel ist ein stärkerer Fokus auf wasserbezogene Fragen und entsprechende Programme und Projekte.
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