Meldung überflüssig

Quelle: Torgauer Zeitung 29.08.08

Landkreis (TZ/flo). “Eine schriftliche Interessenbekundung ist nicht mehr nötig”, sagt Frank Schulze, Geschäftsführer des Abwasserzweckverband (AZV) Heidelbach. Gemeint sind die Schreiben an die Sächsische Aufbaubank (SAB), die den Neubau und die Sanierung von Kleinkläranlagen mit einer finanziellen Förderung versieht (TZ berichtete). Für die dezentral entsorgenden Bereiche wie Gräfendorf, Wildenhain, Torfhaus und Schildau, bedeutet das einen kleinen bürokratischen Schritt weniger.

“Doch auch, wenn keine Anmeldung nötig ist, müssen die Anträge auf Auszahlung von Fördermitteln über den AZV gestellt werden”, erklärt Schulze. Es könne also mit einer privaten Sanierung oder einem Neubau ohne besondere Zustimmung durch die SAB angefangen werden. “Das uns dieser Schritt allerdings einfach per Telefon mitgeteilt wird, ist für mich nicht nachvollziehbar”, so Schulze. Bisher waren die Interessenbekundungen unabdingbare Voraussetzung für die Förderung und mussten peinlich genau dokumentiert werden. Bei ihm liegen derzeit noch fünf Interessenbekundungen vor. Drei Gruben wurden bereits vor Bekanntgabe der Förderrichtlinie Siedlungswasserwirtschaft (RL-SWW/2007) saniert, beziehungsweise neu gebaut. Für drei Anlagen in Gräfendorf, Torfhaus und in Mockrehna sind schon Fördermittel beantragt. “Insgesamt müssen aber noch etwa 250 Einzelanlagen bis 2015 erneuert werden”, erklärt der AZV-Geschäftsführer weiter. Bis auf wenige Ausnahmen gehören diese zu den Mockrehnaer Ortsteilen Wildenhain und Gräfendorf. “Auch Gruppenkläranlagen in privater Hand wären denkbar”, gibt Schulze als Alternative an.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Sicherlich sind dabei Gruppenlösungen gegenüber der Einzelanlage hinsichtlich der Investitions- als auch der laufenden Betriebskosten und im Hinblick auf die Funktionssicherheit von Vorteil. Der Abwasserzweckverband wird den Betroffenen hinsichtlich der verschiedenen technischen Möglichkeiten beratend zur Seite stehen, die endgültige Entscheidung für eine bestimmte Anlage müssen die Eigentümer aber selber treffen. Nichtsdesto trotz hätte Schulze die zentrale Lösung bevorzugt. “Es wäre ein kontrollfähigeres und funktionaleres System, das ebenso wie die Einzelanlagen Kosten mit sich bringt”, sagt er. “Doch die Entscheidung wurde durch die Politik getroffen.”

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