Anstieg des Anschlussgrads auf 99 Prozent

Quelle: Europaticker 10.05.09

Weiterer Ausbau der Abwasserentsorgung in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs

Im Jahr 2007 wurde das Abwasser von 99,1 Prozent aller Baden-Württemberger zur Reinigung in zentrale Kläranlagen eingeleitet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Quote damit zwischen 2004 und 2007, trotz des bereits erreichten hohen Niveaus, um weitere 0,2 Prozent gestiegen. Im Bundesdurchschnitt lag die Anschlussquote zuletzt bei 96 Prozent (2004). In 826 der insgesamt 1 109 Gemeinden Baden-Württembergs wurde 2007 ein Anschlussgrad von mehr als 99 Prozent erreicht. Die neun Stadtkreise im Land weisen eine Anschlussquote von praktisch 100 Prozent auf.

Für den Ausbau der öffentlichen Abwasserentsorgung sind in Baden-Württemberg weitestgehend die Gemeinden verantwortlich. Die Gesamtlänge des Leitungsnetzes betrug 2007 rund 69 700 Kilometer (km). Beim Großteil der Leitungen handelt es sich dabei nach wie vor um Mischwasserkanäle (71 Prozent). In den letzten Jahren hat sich jedoch der Anteil des Trennsystems immer weiter erhöht. Rund drei Viertel der zwischen 2004 und 2007 neu gebauten bzw. ausgebauten Kanäle sind Schmutz- und Regenwasserkanäle. Im Jahr 2007 wurde über eine Länge von rund 20 300 km Schmutz- und Regenwasser getrennt gesammelt und abgeleitet. Im Verlauf des Kanalnetzes befinden sich rund 7 000 Regenentlastungsanlagen mit einem durchschnittlichen Fassungsvermögen von rund 670 m3 Wasser und rund 3 500 Regenüberläufe ohne Becken.

Dezentrale Abwasserbehandlung in den Stadt- und Landkreisen

Die Zahl der Einwohner, die ihr Abwasser privat in dezentralen Kläranlagen behandeln, ist entsprechend der gestiegenen Anschlussraten weiter zurückgegangen. Im Jahr 2007 waren rund 92 000 Einwohner (0,9 Prozent) in Baden-Württemberg nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Vor allem in ländlichen Gebieten bestehen noch Lücken im Anschluss an zentrale Kläranlagen. Hier nutzen zumeist kleine verstreute Siedlungen und Einzelanwesen entweder Kleinkläranlagen oder geschlossene Gruben.

Über die Hälfte (rund 58 Prozent) der nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossenen Einwohner entsorgen ihr häusliches Abwasser in einer Kleinkläranlage. Diese Art der dezentralen Abwasserbehandlung ist vor allem im Ortenaukreis, im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und im Schwarzwald-Baar-Kreis verbreitet. Weitere 41 Prozent sammeln ihr Abwasser in abflusslosen Gruben. Diese Art der Abwasserentsorgung findet sich hauptsächlich in den Landkreisen Ravensburg, Rottweil und Heilbronn. Die restlichen rund 1 Prozent der nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossenen Einwohner entsorgen ihr Abwasser vor allem in Gülle- und Jauchegruben, Gruben mit Überläufen oder Biogasanlagen (Sonstige Abwasserbehandlung). Rund 5 200 Einwohner (0,05 Prozent) leiteten ihr Schmutzwasser ohne vorhergehende Reinigung über das Kanalsystem direkt in einen Vorfluter bzw. den Untergrund ein. Die Gemeinden mit Einwohnern ohne Abwasserbehandlung liegen vor allem in den Landkreisen Schwäbisch Hall, Sigmaringen, Alb-Donau-Kreis und Hohenlohekreis.

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