Quelle: Semizentral
Die Weltbevölkerung wächst, Städte auch. Markantes Beispiel: die chinesische Stadt Shenzhen hatte 1979 nur 30.000 Einwohner, heute 11 Millionen. Bereits jetzt lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, die UNO prognostiziert 70% im Jahre 2050. Alle diese Menschen müssen mit Trinkwasser und Abwassersystemen versorgt werden. Die Technische Universität Darmstadt hat eine mögliche Lösung entwickelt: Mini-Kläranlagen. Die Idee hinter dem Konzept trägt den Namen “Semizentral”.
In den sogenannten Mega-Cities (Städte über 10 Millionen) werden zu Stoßzeiten gleichzeitig mehrere Millionen Wasserhähne aufgedreht und Toilettenspülungen betätigt. “Häufig liegen die Kläranlagen weit von den Städten entfernt, aber das kostet viel Geld. Unsere Idee ist, die Wasseraufbereitung in den Städten zu haben. Wir führen das Grauwasser von Dusche oder Waschmaschine ab, reinigen es und stellen es gleich wieder zur Verfügung etwa als Toilettenwasser”, sagt Martin Wagner, Professor an der TU Darmstadt. Konkret wird von parkhausgroßen Gebäuden gesprochen, welche die Wasserversorgung für 100.000 Menschen sicherstellen. Als Nebenprodukt können die Anlagen sogar das Klärgas zur Energiegewinnung nutzen.
Es handelt sich um ein viel versprechendes Projekt. Doch die alles entscheidende Frage bleibt leider offen: Was werden die Mini-Kläranlagen kosten? Wagner kommentiert: “Das Interesse ist auf jeden Fall groß. Jetzt fehlt nur noch ein Standort.”
