Ein breit angelegtes Aktionsprogramm zum Thema „Regenwassernutzung“ hat jetzt der Dortmunder Pumpenspezialist Wilo gestartet. Ziel ist die Unterstützung des SHK-Fachhandwerks bei der Vermarktung, Planung und Realisierung bedarfsgerechter Lösungen für private Bauherren und Modernisierer.
Denn die Verwendung von Regenwasser anstelle von kostbarem Trinkwasser für Toilettenspülung und Waschmaschine, zum Reinigen sowie für die Gartenbewässerung ist nicht nur unter ökologischem Blickwinkel sinnvoll, sondern kann auch die Nebenkosten rund um Haus und Wohnung deutlich senken. Eine steigende Nachfrage in diesem Bereich eröffne – so Wilo – interessante Umsatzpotenziale für marktaktive Betriebe.
Zurzeit werden in Deutschland jährlich 80.000 Regenwassernutzungsanlagen gebaut, jeder dritte Neubau ist einer aktuellen Studie zufolge mit einem Regenwasserspeicher ausgestattet. Insgesamt sind bereits 1,5 Mio. Anlagen in Betrieb, mit denen jährlich 75 Mio. Kubikmeter Trinkwasser eingespart werden. Durch die Nutzung von Regenwasser kann ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt nach Wilo-Berechnungen über 100.000 Liter Trinkwasser im Jahr einsparen.
Vor diesem Hintergrund stellt Wilo SHK-Fachhandwerksunternehmen, die sich in diesem Zukunftsmarkt engagieren möchten, ein praxisgerechtes Aktionspaket für die lokale Marktbearbeitung zur Verfügung. Es umfasst unter anderem einen kompakten Informationsfolder für die Erstinformation, eine ausführliche Anwendungsbroschüre und ein detailliertes Planungshandbuch „Regenwassernutzungstechnik“. Um interessierten Bauherren und Modernisierern die Vorteile möglichst plakativ zu verdeutlichen, steht zudem ein „Regenwasserrechner“ zur Verfügung, der für verschiedene Haushaltsgrößen die Einsparpotenziale in Litern Trinkwasser und Euro pro Jahr anzeigt. Die Rückseite kann dabei als Parkscheibe verwendet werden.
Flankierend wurden mehr als 200 interessierte Architekten, Planer, Verarbeiter und Betreiber von hochkarätigen Experten in einer Reihe von Fachsymposien über den aktuellen Stand bei Regelwerken und Technik informiert sowie die lokale Gebührensituation dargestellt.
Wilo gilt als einer der „Pioniere“ bei industriell gefertigten Regenwassernutzungsanlagen. Im Mittelpunkt des Angebotsspektrums stehen dabei nicht nur Pumpen, sondern auch Kompaktmodule, die in Verbindung mit passender Systemtechnik den in der hausseitigen Regenwasserinstallation erforderlichen Versorgungsdruck aufbauen. Ein solches System, das sowohl der Versorgung von Toilettenspülung und Waschmaschine im Wohnbereich als auch der Gartenbewässerung und Reinigungsarbeiten dient, bietet der Hersteller beispielsweise mit dem „Wilo-RainSystem AF Comfort“.
Eine elektronische Steuerung mit Zisternenfüllstandsanzeige regelt dabei ein Umschaltventil, welches dafür sorgt dass die Anlage bei leerem Regenwasserbehälter automatisch und bedarfsgerecht mit Trinkwasser – zugeführt über den integrierten Nachspeisebehälter – arbeitet. Bereits innerhalb des gemäß DIN 1989 hergestellten Gerätes wird dabei die nach EN 1717 geforderte Trennung von Regenwasser und Trinkwasser durch einen freien Auslauf realisiert. Pro Person und Tag lassen sich nach Angaben der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.) auf diese Weise bis zu 71 Liter Trinkwasser einsparen.
Für Gartenbewässerung und Reinigungsarbeiten steht darüber hinaus das selbstansaugende Pumpensystem „Wilo-SilentMaster“ zur Verfügung. Es verfügt über einen Trockenlaufschutz und ein integriertes Rückschlagventil. Neben seinem innovativen Design zeichnet es sich mit 43 db(A) durch einen besonders leisen Betrieb aus. Da das kompakte Wasserversorgungssystem steckerfertig geliefert wird, ist es besonders einfach zu installieren.
Für den Einsatz in der Zisterne selbst ist die Unterwassermotor-Pumpe „Wilo-Sub TW 5 SE PnP“ konzipiert. Sie wird als anschlussfertiges Komplettpaket zur Installation in Zisternen oder Brunnen geliefert und dient ebenfalls der Regenwassernutzung im Garten- und Außenbereich. Für alle Pumpen- und Regenwassernutzungssysteme bietet Wilo ein umfassendes Zubehörprogramm an, mit welchem sich die Anlagen im „Baukastensystem“ auf die individuellen Kundenanforderungen abstimmen lassen.
Bild: Wilo Rainsystem (Foto: Wilo).
(Links: Wolfgang Hofmann, Geschäftsführer Finanzen; Mitte: Markus Grimm, Sprecher der Geschäftsführung; Rechts: Karl-Heinz Graf, Geschäftsführer Technik)
Kleinkläranlagen gibt es in Deutschland. Früher wurde diese Form der dezentralen Abwasserentsorgung oft nur als Übergangslösung angesehen. Seit Mitte der neunziger Jahre hat bei Gesetzgebern und Behörden ein Umdenken stattgefunden. Wegen der enormen Kosten für den flächendeckenden Ausbau eines zentralen Kanalisationsnetzes einerseits und der technischen Weiterentwicklung der Kleinkläranlagen andererseits, werden letztere in dünn besiedelten Gebieten nunmehr als Dauerlösungen akzeptiert, die auch den gestiegenen Anforderungen an den Gewässerschutz genügen können. Um den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlagen und die Einhaltung der Abwassergrenzwerte zu gewährleisten, ist den betreibenden Hausbesitzern der Abschluss eines Vertrages zur fachkundigen Wartung vorgeschrieben. Trotz einheitlich vorgegebener Normen sind dabei in der Praxis erhebliche Qualitätsunterschiede feststellbar. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) hat deshalb 2004 begonnen, ein freiwilliges System der Gütesicherung aufzubauen. Die Zertifizierung von Fachunternehmen für die Wartung von Kleinkläranlagen soll den Hauseigentümern eine Orientierungshilfe geben, damit ein möglichst störungsfreier Betrieb gewährleistet und unnötige Gewässerbelastungen vermieden werden. Außerdem wird so der Überwachungsaufwand der Wasserwirtschaftsverwaltungen verringert. Die DWA hat dabei bewusst die Prüflatte hoch gelegt. Die Erfahrung und Ausbildung des Wartungspersonals, ihre technische Ausstattung und die sachgerechte und umfassende Durchführung der Wartungsarbeiten werden sowohl anhand der Wartungsprotokolle als auch vor Ort an den Anlagen selbst von DWA-Experten (Diplom-Ingenieuren der Fachrichtung Siedlungswasserwirtschaft) akribisch analysiert und bewertet.