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Auf den folgenden Seiten erfahren Sie alles Wissenswerte über die Technik dern Kläranlagen. wir informieren Sie ausführlich über die unterschiedlichen Systeme, zeigen Stärken und Schwächen auf und erklären, welche Vor und Nachteile bestimmte Klärbehälter bieten. 

Vorab können Sie sich mit folgendem Video von Roland Lorenz einen kleinen Einblick in den Einbau einer Kleinkläranlage verschaffen.

Das Video ist jedoch nur ein Beispiel von Vielen für den Einbau einer Kleinkläranlage. Da es etliche verschiedene Systeme und Behälter gibt ist vor der Auswahl einer Kleinkläranlage zu überlegen, welches System für Sie am besten geeignet ist. Auf den weiteren Seiten erfahren Sie also mehr über die Systeme und Behälter. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern!

Auf dieser Seite möchten wir kurz eine allgemeine Einführung in die Abwassertechnik beziehungsweise die Funktion einer Kläranlage geben. Kleinkläranlagen funktionieren in der Regel in folgenden Schritten.

1. Abwassertechnik Schritt 1 - Mechanische Abwasserbehandlung

Die mechanische Klärung vom Abwasser erfolgt normalerweise in der ersten Kammer der Kläranlage. In dieser Behandlungsstufe sollen Grobstoffe zurückgehalten werden.

Mechanische Klärung bedeutet also, dass die Feststoffe wegen ihres Gewichtes einfach auf den Boden der Kammer absacken. Hierdurch entsteht in der ersten Kammer der sogenannte Fäkalschlamm. Dieser sollte abgefahren werden, wenn er 50% der Wassertiefe erreicht.

Die leichteren Schwebstoffe laufen durch Übertritte in die nächsten Kammern der Kläranlage - bzw- zur nächsten Reinigungsstufe. Bei der nächste Reinigungsstufe - der biologischen Abwasserbehandlung - werden die organischen Inhaltsstoffe (Essensreste, Schmutzstoffe aus der Wäsche, Ausscheidungen aus dem Körper) abgebaut.

2. Abwassertechnik Schritt 2 - Biologische Abwasserbehandlung

Sauberes_Wasser__Pefkos_-_Fotolia.com

Die zweite Stufe der Abwassertechnik / Abwasserreinigung wird durch Bakterien erreicht, die das Abwasser in andere Bestandteile zerlegen. Die Bakterien ernähren und vermehren sich also sozusagen von den Inhaltsstoffen des Abwassers in der Kläranlage. Damit die Bakterien ihre Arbeit tun können, brauchen sie aber außerdem Sauerstoff.

Erstens verarbeiten die Bakterien zur eignen Energiegewinnung Kohlenstoff (zum Beispiel aus den Nahrungsresten) zu Kohlendioxid und Wasser. Ähnlich arbeitet auch unser Körper, der Kohlenstoff (unser Essen) in den Muskeln "verbrennt" - Energie gewinnt und nebenbei als "Abfallprodukt" Kohlendioxid ausscheidet (atmen wir aus). Dieser Prozess wird in der Klärtechnik Kohlenstoffabbau genannt.

Kleinkläranlagen, die für Kohlenstoffabbau geeignet sind, haben die Abwassertechnik-Reinigungsklasse C. Ein zweiter wichtiger Prozess in der Kläranlage ist die Umwandlung von Ammoniumverbindungen (zum Beispiel Eiweiß, Harnstoff...) zu Ammonium (NH4). Dieses Ammonium wird dann noch durch die Bakterien zu Nitrat weiterverarbeitet.

Geschieht das nicht in der Kläranlage müssen die Gewässer diese Aufgabe übernehmen. Problem ist hier jedoch, dass die Gewässer zur Verarbeitung der Stoffe auch Sauerstoff benötigen. Dieser wird also dem Wasser entzogen und dadurch wird die Wasserqualität verschlechtert (logisch - da schließlich auch alle Tiere im Wasser Sauerstoff benötigen). Dieser Prozess wird in der Klärtechnik Nitrifikation genannt. Kleinkläranlagen die für Nitrifikation geeignet sind, haben die Abwassertechnik-Reinigungsklasse N.

Mikroorganismen, welche die Nitrifikation übernehmen bilden den Belebtschlamm. Iim Abwasser gibt es sie entweder schwimmend ("frei schwebend" sagt der Fachmann) oder fest auf bestimmtem Material angesiedelt (ein sogenannter Biofilm, welcher in der Natur auf Steinen oder Pflanzen vorkommt). Dementsprechend gibt es bei den Kläranlagen Systeme, wo die Bakterien schwimmen (zum Beispiel SBR) oder Verfahren mit einem Biofilm (Tropfkörper, Festbett,...).

Sauerstoff erhalten die Bakterien entweder durch direktes Einblasen der Luft in das Abwasser oder durch große Oberflächen, die direkt mit der Luft in Kontakt sind (zum Beispiel beim Tropfkörper, wo das Wasser über Lavasteine rieselt).

3. Der letzte Schritt der Abwassertechnik - Die Nachklärung

Der Belebtschlamm oder abgerissene Teile des Biofilms in der Kläranlage (hört sich schlimm an - ist aber ganz normal) sollten nicht in das Gewässer bzw. das Grundwasser gelangen. Schließlich soll die Abwasserreinigung ja so weit wie möglich stattfinden, bevor das gereinigte Abwasser in ein Gewässer fließen darf.

Aus diesem Grund wird in der Nachklärung die Biomasse (Belebtschlamm/Teile des Biofilms) gesammelt. Dies geschieht einfach durch Absinken auf den Grund der Nachklärung. Der abgesetzte Schlamm wird bei den meisten Systemen wiederr zurück in die Vorklärung der Kläranlage befördert. Das gereinigte Abwasser kann an der Oberfläche abfließen, bzw. wird abgepumpt (bei den meisten SBR- Anlagen).

4. Reinigungsklassen für Schmutzwasser

Seit 2005 wird die Leistungsfähigkeit von Kleinkläranlagen in Ablaufklassen eingeteilt. Es gibt folgende Klassen:

  • C für Kohlenstoffabbau
  • N für Nitrifikation
  • D für Denitrifikation
  • +P für zusätzliche Phosphateliminierung
  • +H für zusätzliche Hygienisierung

Meist wird bei Kleinkläranlagen lediglich die Reinigungsklasse C für das Schmutzwasser gefordert (zur Erinnerung - C betrifft den Kohlenstoffabbau).

Kleinkläranlagen sorgen für sauberes Wasser und eine gesunde Umwelt

5. Schmutzwasser - Spezialfälle

Nur in bestimmten Fällen, in denen besondere Maßnahmen bezüglich Schmutzwasser und zum Schutz der Gewässer erforderlich sind, können weitergehende Reinigungsanforderungen gestellt werden. Dies geschieht oftmals in Karstgebieten und Trinkwasserschutzzonen. Welche Klasse bei Ihnen gefordert wird, kann Ihnen die zuständige Behörde sagen.

Falls jemand freiwillig eine Kleinkläranlage kaufen möchte, die eine höhere Klasse als gefordert erfüllt, ist folgendes zu bedenken:
Stellen Sie den Antrag nur für die geforderte Ablaufklasse. Andernfalls müssen Sie die Anforderungen der höheren Reinigungsklasse einhalten. Das kann bedeuten, dass Sie Ihre Kläranlage dreimal jährlich warten lassen und dabei zusätzliche Analysen durchgeführt werden müssen.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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Auf dieser Seite erhalten Sie einen kurzen Überblick über die Funktionsweise der Membranfiltration. Je nach Anlagentyp spricht man auch von einer Mikro- oder Ultrafiltration. Funktionsweise Membranfiltration 1. Vorklärung -

Heute kann man nicht nur mit seinem Handy ins Internet – nein, neuerdings sogar mit seiner Kleinkläranlage. Möglich wird das durch moderne Fernwirktechnik. Sie ermöglicht eine Fernüberwachung per GSM- Modul, also per Mobilfu