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Sie sind Betreiber einer Tankstelle oder einer Kfz-Werkstatt, Waschanlage oder Besitzer eines Unternehmens bei welchem umweltschädliche Mineralöle ins Abwasser gelangen können? Hier sind Sie genau richtig, wenn es um fundierte Informationen rund um das Thema Umwelt, Abwassereinleitung, Öl- bzw. Leichtflüssigkeitsabscheider geht.

Als Betreiber eines Unternehmens bei dessen Betrieb Mineralöle, Benzin usw. ins Abwasser genlangen können, müssen bestimmte Regeln und Gesetze zum Schutz der Umwelt beachtet werden. Hierbei kann, unabhängig von einer Verpflichtung durch den Gesetzgeber, der Betrieb einer Leichtflüssigkeits- bzw. einer Ölabscheider-Anlage auch aus ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten interessant sein. Bedenkt man den Imageschaden und die Folgekosten im Falle einer Umweltverschmutzung durch Öl oder Benzin, wird die Wichtigkeit einer gründlichen Informationsbeschaffung, Planung und fachgerechter Betrieb noch deutlicher.

Wenn Sie eine entsprechende Anlage planen, einen Anbieter suchen, Kosten oder weitere Informationen zur Dimensionierung benötigen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen und können bei Bedarf auch Angebote anfordern.

1. Was sind Öl- bzw. Leichtflüssigkeitsabscheider?

Ein Leichtflüssigkeitsabscheider wird umgangssprachlich auch als Benzinabscheider, Ölabscheider oder auch als Mineralölabscheider bezeichnet.

Unter Leichtflüssigkeiten werden all jene Flüssigkeiten begrifflich zusammengefasst, welche über eine geringere Dichte als Wasser verfügen und deshalb in Wasser nur in geringem Maße löslich sind. Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen sind Abwasserbehandlungsanlagen, die sich den Umstand zu Nutze machen, dass sich eben diese Leichtflüssigkeiten nicht oder kaum mit Wasser mischen und oben auf dem Wasser aufschwimmen.

Im Englischen auch als „petrol seperator“ oder „oil seperator“ bezeichnet, sorgen diese Abscheider dafür, dass mineralische Leichtflüssigkeiten wie Benzin oder Öl nicht in die Kanalisation gelangen und die Umwelt nachhaltig schädigen können. Mit anderen Worten: Schadstoffe die leichter als Wasser sind werden vom restlichen Abwasser getrennt (abgeschieden) - beruhend auf dem Prinzip, dass sich Benzin- und Ölrückstände aufgrund ihrer Dichte sich an der Wasseroberfläche sammeln, abgeschieden bzw. abgesaugt und in einem Auffangbehälter gesammelt werden können.

Prinzipiell besteht eine Abscheideranlage aus einem als Schlammfang bezeichneten Becken mit einem Mindestvolumen von 600 Liter, der Abscheidereinheit sowie eine Probeentnahmemöglichkeit. Ein Schwimmer sorgt dafür, dass bei Erreichen einer bestimmten Menge an abgeschiedenen Rückständen der unkontrollierte Austritt verhindert wird und der Ablauf des Abscheiders mechanisch verschlossen wird. Bei Neuanlagen ist eine zusätzliche Warnanlage vorgeschrieben, die mittels Sonden den Aufstau sowie die Ölschichtstärke messen.

2. Wo werden Ölabscheider eingesetzt?

Wie bereits gesagt, dienen Ölabscheider der Abwasserbehandlung und somit dem Umwelt- und Gewässerschutz. Dementsprechend kommen Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen überall dort zum Einsatz wo die Gefahr besteht, dass wassergefährdende Stoffe wie Öle, Benzin oder sonstige Stoffe ins Abwasser gelangen können.

Klassische Einsatzgebiete für diese Anlagen sind Autowaschanlagen, Tankstellen, Kfz-Werkstätten sowie einige Fertigungs- und Produktionsbetriebe. Weitere Einsatzgebiete sind:

  • Transport- und Verkehrsbetriebe, Flughäfen, militärischen Einrichtungen
  • Waschanlagen für Großfahrzeuge und Kraftfahrzeuge
  • Speditionen, Transportunternehmen, Fuhrparks und Werkhöfe, Abstellplätze für Unfallfahrzeuge
  • Werkstätten und Wartungsbetriebe für den Schienenverkehr
  • kommunale Einrichtungen bzw. Betriebe
  • Kraftwerke, Entsorgungsbetriebe oder Schrottplätze,

Die Regelung zur Abwassereinleitung, Pflichten und Anforderungen für den Betreiber der o.g. Betriebe werden in den §§ 57 und 58 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) geregelt.

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3. Aufbau und Funktion von Ölabscheider

Wir werden jetzt auf drei Arten von Abscheidern eingehen:

  1. herkömmliche Leichtflüssigkeitsabscheider
  2. Koaleszenzabscheider
  3. Wirbelabscheider

3.1. Herkömmliche Leichtflüssigkeitsabscheider

Wie bereits kurz angedeutet, trennt ein Leichtflüssigkeitsabscheider zwei nicht mischbare Flüssigkeiten (z.B. Öl und Wasser) in einem Becken. Flüssigkeiten, welche leichter als Wasser sind (Leichtflüssigkeiten) schwimmen auf und werden an einer Tauchwand abgeschieden. Das Abwasser fließt unter der Tauchwand hindurch; Öltröpfchen u. ä. schwimmen auf und können die Tauchwand nicht passieren.

Genau genommen sind Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen für die Trennung von Mineralölen oder Benzin vom Abwasser mittels Schwerkraft bzw. Koaleszenz konzipiert und dürfen nicht für die Einleitung von pflanzlichen oder tierischen Fetten und Öle, organischen Lösemittel, Säuren, Laugen, Bremsflüssigkeiten oder Frostschutzmittel benutzt werden.
Grundsätzlich sind Abscheideranlagen außerhalb von Verkehrsflächen sowie mit der für den Betrieb korrekten Einbautiefe zu konzipieren.

Eine Abscheideranlage besteht, wie bereits im vorherigen Kapitel kurz beschrieben, aus dem Schlammfang, dem Abscheider sowie einer Möglichkeit zur Probeentnahme (im Idealfall ein Probeentnahmeschacht). 

Moderne Leichtflüssigkeitsabscheider sind nach dem Baukastenprinzip gestaltet, was eine individuelle Konfiguration der Anlage ermöglicht. Die vorgefertigten Behälterelemente (Becken, Aufbauten, Schachtaufbauteile, etc.) können zeitsparend und modular zusammengestellt werden; entsprechende Kabeldurchführungen und Dichtungen sind vorkonfiguriert und befinden sich 30 Grad links vom Zulauf.

Das Becken bzw. der Schlammfang hat ein vorgeschriebenes Mindestvolumen von 600 Liter, wobei die üblichen Größen 650 (bis NS 3), 2500 Liter sowie 5000 Liter sind. Für die Bemessung, den Einbau und Betrieb gelten die Regelungen der DIN EN 858 und DIN 1999 Teil 100 und 101.

Die Abscheider sind dabei mit selbsttägigen Verschlusseinrichtungen ausgestattet. Die Komponenten Schlammfang und Abscheider sind in getrennten Behältern angeordnet, die Probeentnahemestelle befindet sich außerhalb des eigentlichen Abscheiders. Der eigentliche Schlammfang muss über eine entsprechende Beschichtung verfügen, eine geschlossene Abdeckung sowie ein Prallblech im Zulauf. Dieses Prallblech bewirkt, dass sich das Abwasser im Schlammfang beruhigen kann, das Wasser nicht aufgewirbelt wird und sich der Schlamm absetzen kann.

Die Abscheidereinheit verfügt über einen Schwimmer, der verhindert, dass bei Erreichen einer bestimmten Ölmenge kein unkontrolliertes Überlaufen erfolgt. Bei Erreichen einer genau einstellbaren Menge wird der Ablauf des Abscheiders verschlossen (selbsttätiger Abschluss).

Bei der Planung und dem Betrieb von Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen ist darauf zu achten, dass eine Überhöhung gegenüber dem niedrigsten Zulaufpunkt vorhanden ist. Im Gegensatz zu früheren Ausführungen ist heute zusätzlich eine Warnanlage verpflichtend.

Die Sicherheitseinrichtung bzw. Warnanlage eines Leichtflüssigkeitsabscheiders beinhaltet in der Regel:

  • ein Überwachungsgerät mit eigengesicherten Steuer- und Signalstromkreis im Wandgehäus
  • eine Klemmenanschlussdose
  • ein maximal 500 m langes Verbindungskabel
  • Ölsonde zur Messung der Ölschichtstärke
  • Aufstausonde bzw. Schwimmerschalter und dem Sondenträger

Das Warnsystem muss im Havariefall in der Lage sein, anfallende Leichtflüssigkeit zurückzuhalten; es muss explosionsgeschützt sein und über eine Zulassung gemäß den ATEX-Richtlinien der Europäischen Union verfügen.

3.2. Koaleszenzabscheider

Koaleszenz leitet sich aus dem lateinischen Wort coalescere ab, was in etwa dem Wort "zusammenwachsen" entspricht. Man kennt den Effekt bei Dispersionsfarben: nach dem verdunsten des Wassers fließen die Kunststoffteilchen zusammen und bilden einen zusammengewachsenen Film.

Bei dem Koaleszenzabscheider handelt es sich um eine Weiterentwicklung des klassischen Ölabscheiders, bei dem kleinste, fein im Wasser verteile Ölteilchen, zu großen Öltropfen "zusammenwachsen", einen Film bilden und so auf der Wasseroberfläche aufschwimmen und abgetrennt werden können.

Das Prinzip: kleinste Ölteilchen lagern sich an einem so genannten Tropfkörper (Metallgitterstruktur) ab, steigen auf und bilden einen Ölfilm. Dabei führt eine Verdopplung der Tropfengröße bereits zu einer Vervierfachung der Auftriebskraft mit der die Leichflüssigkeit nach oben strebt. Die abgeschiedenen Rückstände steigen zur Oberfläche im Abscheider und werden dort aufgenommen.

Feinste Teilchengemische aus Öl, Wachs (z.B. durch den Betrieb von Autowaschanlagen), Staub usw. lassen sich so gründlicher entfernen.

Bei dieser Abscheidung unter Verwendung eines Koaleszenzelements wird am Auslauf des Abscheiders ein Restölgehalt von 5 Milligramm pro Liter erreicht. Die größte Reinigungswirkung erzielen Koaleszenzabscheider mit vorgeschaltetem Benzinabscheider.

3.3. Wirbelabscheider

Wirbelabscheider sind eine Mischung aus Koaleszenzabscheider, Lamellenabscheider und Sedimentationsbecken. In dieser Abwasserbehandlungsanlage wird das verunreinigte Abwasser tangential eingeleitet und beruht auf dem Wirkprinzip des Unterschiedes im Strömungsverhalten von Leichtflüssigkeiten und Wasser. Ähnlich wie bei einer Zentrifuge werden die Mischungen aus Öl, Wasser, Sand und anderen Stoffen getrennt. Wirbelabscheider werden entweder für die Regenwasseraufbereitung (Entfernung von Sediment) oder zur Aufbereitung industrieller Abwässer mit Leichtflüssigkeiten, eingesetzt.

4. Gibt es technische Grenzen?

Ein Ölabscheider trennt zwei nicht mischbare Flüssigkeiten durch ein mechanisches Verfahren. Hier findet das Prinzip des Leichtflüssigkeitsabscheiders auch seine Grenze im täglichen Einsatz.

  1. Eine mechanische Trennung erfordert zum einen (Stand)Zeit zur sauberen Trennung der beiden Phasen (hier: Öl und Wasser).
  2. Zum anderen kann ein Ölabscheider keine in Wasser gelösten Öle (stabile Emulsionen) trennen bzw. abscheiden.

Stabile Emulsionen entstehen häufig durch Mitwirkung sogenannter Emulgatoren (Tenside) wobei man zwischen Wasser-in-Öl-Emulsionen oder Öl-in-Wasser-Emulsionen unterscheidet. Für die Trennung bzw. Abscheidung solcher Emulsionen reichen herkömmliche Abscheideanlagen mit Koaleszenzabscheider nicht mehr aus. Hier muss eine Emulsionsspaltanlage nachgeschaltet werden. (Eine mechanische Variante ist der Koaleszenzabscheider)

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Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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