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Standort der geplanten Anlage

Quelle: SZOn 28.01.2008

EMMINGEN-LIPTINGEN (pad) Beeindruckt hat sich der Technische Ausschuss der Gemeinde Emmingen-Liptingen über die Funktionsweise der Membran-Kläranlage beim Gasthaus Schuhfranz gezeigt. Das gereinigte Abwasser sei fast keimfrei, hieß es.
Neben Mitgliedern des Ausschusses nahmen auch Jürgen Hilscher vom Wasserwirtschaftsamt Tuttlingen sowie Stephan Klemens von der Firma Mall daran teil, die für den Bau und die Betreuung zuständig ist.
 
Hilscher sagte, dass die Membranfiltertechnik, die dort angewandt werde, revolutionär sei und Werte einer großen Kläranlage erreiche und sogar übertreffe. Das Wasser, das aus der Kleinkläranlage kommt, soll Badewasserqualität haben. Die Membranfilter haben eine Lebensdauer von rund einem Jahr und müssen dann ersetzt werden. Baubeginn der Anlage war im Frühjahr 2007. Dabei wurden zunächst die vorhandenen Gruben der alten Kleinkläranlage saniert und als erstes Glied in der Reinigungskette ein Fettabscheider eingebaut. In die Gruben wurden dann die Membranfilter eingesetzt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 34 000 Euro.

Klemens erklärte die Wirkungsweise der Kleinkläranlage. Er sagte, beim Schuhfranz sei das Abwasser bis zum Jahr 2007 über eine Kleinkläranlage gereinigt worden. Da die Vorschriften für die dezentralen Abwasserbeseitigungen von Bund und EU neu geregelt wurden, habe man reagieren müssen. Den Schuhfranz als entlegenes Einzelgehöft ans Öffentliche Netz anzuschließen, war für die Gemeinde finanziell nicht tragbar. Da die Wirtschaft in einem ökologisch sensiblen Karstgebiet liegt, wurde Schuhfranz vom Wasserwirtschaftsamt der Umbau zu einer modernen Abwasserbeseitigung mit Membrantechnik zur Auflage gemacht.

In Eigenleistung wurden die Gruben gereinigt und der Fettabscheider eingebaut. Die Kleinkläranlage kombiniert die Membranfiltration mit modernen biologischen Reinigungsverfahren. Die Vorteile der innovativen Konstruktion sind höchste Reinigungsleistung und besondere Wirtschaftlichkeit. Da das gereinigte Abwasser mühelos Badegewässerqualität erreiche, so hieß es, könne es mit dem eingebauten separaten Speicher als Betriebswasser für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder die Gartenbewässerung verwendet werden.

Nach der mechanischen Vorreinigung gelangt das Abwasser in die biologische Reinigungsstufe der Membrankläranlage. Der Abbau der organischen Verbindungen erfolgt nach dem Belebungsverfahren durch umherschwimmende Mikroorganismen. Der für den Abbau benötigte Sauerstoff wird technisch durch Gebläse und Verdichter erzeugt und durch spezielle Belüftungseinrichtungen am Behälterboden der Kleinkläranlage eingeblasen. Anders als bei den meisten Kleinkläranlagen ist kein Nachklärbecken erforderlich. Die Vorteile dieses Systems liegen nach Aussagen von Klemens in der hervorragenden Reinigungsleistung.