4.5 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.50 (2 Votes)

Fragen Sie sich, welcher Behälter am besten geeignet ist, damit Sie den Spareffekt der eigenen Regenwassernutzung perfekt planen können? Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Unterschiede es bei den Regenwasserzisternen gibt und welcher Behälter für Sie am besten geeignet ist. Außerdem gibt es Infos zu Themen wie der Anlieferung und dem Versetzen des Tanks. Regenwasserzisternen dienen allgemein dazu, das Regenwasser kühler und lichtgeschützt zu lagern - entweder:

  • unterirdisch im Erdreich oder
  • oberirdisch

Die Reinigung des Regenwassers wird über Filter realisiert. Mehr Infos dazu finden Sie HIER.

Welches Material eignet sich besser für Regenwasserzisternen, Beton oder Kunststoff?
Im Grunde sind beide Materialien perfekt geeignet. Auf die Vor- und Nachteile gehen wir jetzt näher ein.

1. Wann sollte ich eine Kunststoffzisterne verwenden?

Kunststoffzisternen sind perfekt geeignet, wenn schweres Gerät (z.B. ein Autokran zum Versetzen) nicht genutzt werden können.  Ist der Ort der Zisterne also schwer zugänglich, dann ist Kunststoff der Favorit!

Es gibt Kunststoffzisternen aus:

  1. aus Polyethylen (PE)
  2. aus glasfaserverstärktem (GFK) Kunststoff (noch stabiler)

Bestellt wird entweder:

  • Ein Komplettpaket mit allen vormontierten Anschlüssen und Zubehör (Filter etc.)
  • oder einfach der Tank und Sie erstellen die Anschlüsse selber

1.1. Welche Vorteile hat die Kunststoffzisterne?

  1. Einbau: Aufgrund des geringen Gewichts ist kein Kran nötig!
    Wer später mal weitere Anschlüsse benötigt, so können diese auch nachträglich einfach eingefräst werden.
  2. Absolut dicht - da die Kunststoffzisternen in einem Stück gefertigt werden.
  3. Der richtige Tank + entsprechender Domschacht ist auch PKW-befahrbar (je nach Herstellerangaben).

1.2. Lösung, wenn kein tiefer Erdaushub möglich ist: Der Flachtank

Wenn ein tiefer Erdaushub nicht machbar oder kompliziert ist, dann können Sie auf einen Flachtank ausweichen. Die Erdarbeiten können Sie dann ohne Probleme selber durchführen - nötig ist ein Minibagger und Muskeln. 

Ein Tank mit z.B. 1.500 l Speichervolumen hat Außenmaßen von ca. 210 x 125 x 70 cm (Beispiel Graf Flachtank)  und einem Gewicht von 80 kg. Mit zwei Personen ist nach einem Tag der Tank fertig eingebaut!

1.3. Nachteile

  • Bei Billigangeboten sollte man vorsichtig sein, da der verarbeitete Kunststoff unter Umständen weniger stabil ist und sich auch auf Jahre gesehen verformen kann.
    Bei Regenwassertanks, die befahren werden ist also verstärktes Material notwendig.
  • Grundwasser: Ist der Tankboden (wenn auch nur manchmal im Jahr) unter dem Grundwasserspiegel, dann kann der Wasserdruck den Tank im schlimmsten Fall aus dem Erdreich anheben!
    Lösung: Kunststoffspeicher mit Magerbeton ummanteln oder ein Flachtank.

1.4. Tipps zum Kauf eines Regenwassertanks aus Kunststoff

  • Qualität erkennen Sie durch lange Garantien: Hochwertigen Zisternen haben bis zu 25 Jahre Garantie
  • Tragegriffe an der Zisterne: machen das Tragen und Versetzen leichter
  • oder Kranösen: Falls doch ein Kran verwendet wird
  • Durchmesser vom Domschacht: Ein großer Durchmesser erleichtert die Wartung

2. Wann sollte ich eine Betonzisterne kaufen?

Wenn ein LKW mit Lieferkran oder ein Bagger an die Baustelle nahe herankommt, kann man die  Betonzisterne verwenden. Gerade bei Neubauten, wo eh der Bagger vor Ort ist macht die Betonzisterne Sinn.

Es gibt  drei Konstruktionstypen:

  1. Ringbauweise: Einzelne Schachtringe werden miteinander verbunden. Unten ist eine Bodenplatte, oben der Konus. Diese Variante ist in der Regel die günstigste.
  2. Zweiteilige Betonzisterne: Hier gibt es einen gegossenen Zisternenbehälter und den Konus obendrauf.
  3. Monolithische Regenwasserzisternen: Bequem aber teurer. Der Behälter ist komplett aus einem Stück gefertigt. Alle Anschlüsse vorbereitet sind.

2.1. Welche Vorteile hat eine Betonzisterne?

  • Haltbarkeit: Mehrere Jahrzehnte - damit auch ökologisch sinnvoll.
  • Stabilität: Befahren der Behälter ist kein Problem.
  • Grundwasser: Bei richtiger Montage ist selbst eine leere Zisterne schwer genug, um nicht vom Grundwasser angehoben zu werden.
  • Beton & PH: Beton erhöht den PH-Wert des Regenwassers ein wenig. Das ist gut zur Bewässerung von Pflanzen.

2.2. Welche Nachteile hat die Betonzisterne?

  • Aufwändige Montage: Aufgrund des Gewichts ist ein Kran nötig. Dafür muss der Platz vorhanden sein.
  • Undichtigkeiten: Wenn beim Zusammensetzen bzw. Verfugen der Ringe nicht sauber gearbeitet wird, kann die Zisterne (unter Umständen auch erst nach ein paar Jahren) undicht werden. Verfugt wird mit Zementmörtel + Dichtmittelzusatz, Montageschaum oder Einlegebänder.

2.3. Tipp zum Kauf & Abladen und Versetzen der Zisterne

Bei Kauf beachten:

  • Eine glatte Oberfläche verhindert die Anlagerung von Schmutz & Keimen.
  • Sickerlöcher im oberen Teil der Zisterne leiten zu viel Wasser ab. Dafür wird der Behälter mit Kies ummantelt, worein das Wasser dann abfließt und versickert.

Bei der Lieferung beachten:

Der LKW mit dem Ladekran (ca. 10 m Länge, 3 m Breite, 4 m Höhe und 30 t Gewicht) muss sicher bis an die Baugrube heranfahren können. Außerdem muss Platz für die seitlichen Stützen da sein. Breite der Zufahrt (je nach Fahrzeug): mind. 3,5 m breit, eben, befestigt und befahrbar mit ca. 30 t

Bei ungenügender Vorbereitung wird die Zisterne meist in nächstmöglicher Nähe zur Grube abgesetzt. Das Versetzen wird dann nachgeholt (mit einem anderen Kran / Bagger). Das bedeutet meistens Mehrkosten. Also achten Sie bei der Beratung und Vorbereitung darauf, dass der Fachmann das für Sie übernimmt. Dann bleiben zusätzliche Kosten nicht an Ihnen hängen, sofern von der Firma falsch geplant wurde!

3. Welche Anforderungen hat eine Zisterne zur Regenwassernutzung generell?

  • Korrekt geplantes Speichervolumen
  • Richtig gebauter Überlauf
  • Haltbarkeit / Langlebigkeit   
  • Auftriebssicherung
  • Dichtigkeit vor Wasser & Licht + Lagertemperatur im Boden bei 6-10°C
    Aufgrund der Dunkelheit und der Temperatur können sich keine Algen oder Mikroorganismen bilden.  
  • Gute Zugänglichkeit für: Wartung und Reinigung
  • Beruhigter Zulauf und Ansaugung des Wassers, damit schwerere Kleinstoffe auf den Boden sinken können
  • Sicherung vor Tieren (En Einsatz in den Rohren, um das Eindringen von Nagetieren zu verhindern.
  • Ein Siphon am Überlauf des Regenwasserspeichers verhindert, dass Gerüche und Gase von außen nicht über das Rohr in Zisterne, Haus oder Garten gelangen können (z.B. bei Kanalanschluss des Überlaufs).

3.1. Ist Frost im Winter ein Problem für den Regenwassertank?

Ihr Bauamt kann Ihnen die Frostfreigrenze nennen (oft 60 bis 100cm). Wenn Sie dann die Rohre und den Tank unter diese Tiefe legen ist die Anlage damit aufgrund der Bodenwärme vor dem Einfrieren geschützt! Eingebaute Erdtanks und auch Kellertanks können also problemlos im Winter genutzt werden.
Oberirdisch freistehende und ungeschützte Tanks müssen im Winter entleert werden.

3.2. Wie kann ich den Füllstand des Regenwassertanks messen?

Dafür gibt es die Füllstandsanzeige. Hier gibt es unterschiedliche Varianten, welche sich in den Kosten unterscheiden und je nach Zisternentyp passen.

3.2.1. Die Hydrostatische Füllstandsanzeige

  • teuerste Variante - ab ca. 250 EUR
  • sehr exakt
  • geringster technischer Aufwand zur Installation

Es wird eine Messsonde auf den Boden der Zisterne abgelassen. Diese misst den Druck der Wassersäule (unter Beachtung des Atmosphärendrucks). Je mehr Wasser also im Tank, um so größer ist der Wasserdruck am Boden des Regenwassertanks. Hieraus errechnet sich dann die Höhe des Wasser!

Für Techniker die Formel: ph = pa + rho * g * h

ph = Druck auf Höhe der Sonde
pa = Druck der Atmosphäre
rho = Dichte des Wassers
g = Erbeschleunigung
h = Höhe der Wassersäule

Errechnet wird also durch die Elektronik h - die Höhe der Wassersäule. Angezeigt wird die Höhe dann auf einer Digitalanzeige.

3.2.2. Pneumatische Füllstandsmessung

  • manuelle Ermittlung des Wasserstands
  • günstigste Methode - ab ca. 50€
  • kann fest montiert werden

Die Funktion ist relativ simpel. Man taucht einen Schlauch bis zum Tankboden, der sich dabei automatisch mit Wasser füllt. Um mit einer Pumpe das Wasser aus dem Schlauch zu verdrängen, wird dann ein bestimmter Druck benötigt. Dieser Druck wird gemessen. Der benötigte Druck hängt von der Höhe Wassersäule im Schlauch bzw. des Regenwasserspeichers ab. Die Pumpe rechnet dann den Druck um und zeigt Ihnen die dazu berechnete Höhe des Wasserstands an.

Die pneumatische Füllstandsanzeige ist einfach aber genau. Wer auf eine Automatik verzichten kann und sich nur gelegentlich über den Füllstand im Tank informieren möchte, für den ist diese Füllstandsanzeige die richtige Wahl.

3.2.3. Füllstandsmessung mit Ultraschall

Bei dem Verfahren ist am Deckel der Zisterne ein Sender installiert. Dieser sendet Ultraschallwellen (nicht hörbar) Richtung Wasseroberfläche. Diese werden von der Wasseroberfläche reflektiert. Ein Empfänger registriert die Ultraschallwellen, die dadurch zurückkommen und berechnet aus der Dauer, die dafür benötigt wird den Abstand zur Wasseroberfläche - und damit die Wasserhöhe.

Die Messdaten werden dann per Funk an die digitale Füllstandsanzeige in Haus bzw. Garten gesendet und dort angezeigt. Ein Nachteil ist, dass diese Methode sehr hohe Pegelstände nahe des Maximums unter Umständen nicht erfassen kann.

3.2.4. Mechanische Füllstandsmessung

  • oft die günstigste Variante
  • kann man theoretisch auch selber basteln
  • fest installiert
  • wartungsfrei

Auf die Wasseroberfläche wird ein Schwimmer gesetzt. Dieser ist mit einem Faden nach oben hin zu einer Anzeige verbunden. Sinkt der Wasserstand - dann sinkt damit auch der Schwimmer und es wird mehr Faden von oben herausgezogen. Die damit verbundene Anzeige verändert sich.

Steigt der Füllstand wieder, dann steigt auch der Schwimmer und der Faden wird aufgewickelt. Die Füllstandsanzeige zeigt wieder einen höheren Füllstand an.

3.3. Ist eine Füllstandsanzeige überhaupt notwendig?

Nein. Bei Systemen, die für das Nutzwasser im Haus eingesetzt werden (Toilette, Wäsche), wird bei zu niedrigem Füllstand in Trockenzeiten ganz automatisch Trinkwasser in die Zisterne eingefüllt, um das Leerlaufen zu verhindern. (Bei Zisternen mit automatischer Trinkwassernachspeisung ist eine Füllstandsanzeige aber häufig vorab integriert).

Sinnvoll ist die Füllstandsanzeige bei Problemen: Man könnte damit prüfen, ob die Zisterne groß genug ist, der Überlauf richtig funktioniert oder eine undichte Stelle vorliegt.

4. Was ist beim Zisternenüberlauf zu beachten?

Hierfür ist der Zisternenüberlauf gedacht:

  1. Ist die Zisterne “voll”, dann muss das überschüssige Wasser irgendwohin ablaufen können.
  2. Wenn dieses Überlaufen eintritt, werden Schmutzpartikel, die an der Oberfläche schwimmen damit weggespült. Also dient der Überlauf auch als Filter bzw. zur Reinigung. Damit das ein paarmal im Jahr (bei starkem Regen) passiert, muss der Regenwasserspeicher richtig dimensioniert sein.

Es gibt drei Möglichkeiten, die genutzt werden:

4.1. Eine Versickerung

Das überschüssige Regenwasser versickert bei dieser Variante im Erdboden. Als Versickerungsmethode kommen in Frage:

  • die Rigolenversickerung
  • Muldenversickerung
  • Schachtversickerung

Folgende Vorteile hat die Versickerung:

  • Ökologisch: Versickertes Wasser muss nicht im Klärwerk behandelt werden.
  • Versickertes Wasser steht zur Grundwasserneubildung zur Verfügung.
  • Dient der Hochwasserprävention.
  • Teilweise können (je nach Gemeinde) Abwassergebühren eingespart werden.

4.2. Abwasserkanal

Das Wasser kann in den Abwasserkanal geleitet werden.

  • Der Überlauf sollte höher als der Straßenablauf liegen, um Rückstauprobleme zu vermeiden.
  • Eine Rückstauklappe verhindert, dass Kanalisationswasser in die Zisterne gelangt.
  • Vorteil: Kostengünstiger, einfacher Anschluss
  • Nachteil: Abwassergebühren

4.3. Vorfluter

Wenn ein Vorfluter am Grundstück angrenzt  können Sie das Regenwasser dahin einleiten.

Wichtig: Auch bei der Gemeinde nach den Bestimmungen erkundigen.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

Heute kann man nicht nur mit seinem Handy ins Internet – nein, neuerdings sogar mit seiner Kleinkläranlage. Möglich wird das durch moderne Fernwirktechnik. Sie ermöglicht eine Fernüberwachung per GSM- Modul, also per Mobilfu

Das SBR-Verfahren ist das neuste Reinigungsverfahren in Bereich Kleinkläranlagen. Entgegen der meisten anderen Verfahren bei denen drei Reinigungsschritte benötigt werden (Vorklärung / biologische Reinigung / N