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Sie möchten einen guten Grund haben, sich über Regenwetter zu freuen? Fragen Sie sich, wie hoch die Kosten einer Regenwasserzisterne sind und wann sich diese Geldanlage wieder rentiert hat? Interessiert Sie welche Förderungen es gibt? Dann sind Sie hier goldrichtig. Alle diese Fragen werden auf dieser Seite Schritt für Schritt beantwortet.

Wichtig, um bestimmen, wie wirtschaftlich die Regenwassernutzung für Sie ist ist in erster Linie die Betriebsdauer. Die Kosten der Regenwassernutzung werden auf die Betriebsdauer umgerechnet. In dieser ganzen Zeit sparen Sie ja bares Geld, da Sie kein (oder kaum) Brauchwasser einkaufen müssen.

1. Wie viel Wasser kann man per Regenwassernutzung sparen?

Man rechnet bei dem eigenen Wasserverbrauch im Haus normalerweise mit:

  1. 30% für die Toilettenspülung
  2. ca 15% für die Waschmaschine
  3. ca 5% für die Gartenbewässerung

50% den “teuren” Trinkwassers gehen also in diese Bereiche, welche Sie künftig mit Ihrer Regenwassernutzung abdecken können!

2. Beispielrechnung - Rentabilität der Regenwassernutzung

Nehmen wir als Beispiel eine...

  • vierköpfige Familie
  • Garten von etwa 100 m2
  • Sparspülung die jährlich um die 60 m3 Wasser verbraucht

Täglich könnten ca. 165 l Trinkwasser eingespart werden, wenn Haushalt und Garten an die Regenwasserzisterne angeschlossen wären. Wenn eine Zisterne geplant ist die für 30 Tage ausreichend Regenwasser bereithalten kann bräuchte man (30 Tage x 165 l) einen Regenwassertank mit 4950 Liter Fassungsvermögen.

Mit folgender Formel rechnet man aus, wie viel Regenwasser man pro Jahr erhalten kann:

Regenauffangfläche x Ablaufwert x Jahresniederschlag (mm) = Ertrag Regenwasser / Jahr

Der Ablaufwert errechnet ergibt sich je nach Dachneigung und Material.

Für unser Beispiel nehmen wir:

100m² Dachfläche x 0,8 (Ziegeldach, Neigung > 15°) x 650mm (Niederschlag, Braunschweig) = 52.000 l pro Jahr
52.000 L / 365 = ~142 Liter pro Tag
142 Liter x 30 = 4260 Liter pro Monat

  • Als Tank würde man 4000 l wählen (regelmäßiges Überlaufen zur Reinigung ist damit gegeben).
  • 142 Liter wären 86% von den 165 Litern Brauchwasser, welche täglich benötigt würden.
  • Man spricht dann von einem Deckungsgrad von 86%.

Über 80% Deckungsgrad rechnen sich Regenwassernutzungsanlagen in der Regel nach wenigen Jahren.

Auf lange rechnen sich die Kosten einer Regenwasserzisterne in den meisten Fällen, selbst dann, wenn der Preis für die Zisterne erst einmal recht hoch erscheint. Das liegt an:

  • der langen Lebensdauer von über 50 Jahren
  • steigenden Trinkwasser -und Abwasserkosten
  • Spareffekt: Waschmaschinen verbrauchen bei kalkfreiem Regenwasser weniger Waschmittel & verkalken nicht
  • manche Gemeinden bieten zusätzliche Förderungen

3. Wie hoch sind die Kosten für eine Regenwasserzisterne?

In der folgenden Tabelle möchten wir Ihnen ein paar Beispiele für Komplettsysteme nennen. Nutzen Sie doch unseren Preisvergleich, um für Sie passende Angebote zu erhalten!

Regenwassernutzung

Material

Preis (ohne Erdarbeiten)

2000 Liter - zur Gartenbewässerung

Kunststoff, PKW-befahrbar, incl. Tauchpumpe

1.250 € (incl. Lieferung)

7000 Liter - zur Gartenbewässerung

Kunststoff, PKW-befahrbar, incl. Tauchpumpe

2000 € (incl. Lieferung)

4.450 Liter Garten & Haus

Kunststoff, Hauswasserwerk mit Trinkwassernachspeisung, Anschlüsse & Filter

2700 € (incl. Lieferung)

8.900 Liter Garten & Haus

Kunststoff, Hauswasserwerk mit Trinkwassernachspeisung, Anschlüsse & Filter

3.850 € (incl. Lieferung)

9.000 Liter Garten & Haus

monolithische Betonzisterne, Edelstahl Kreiselpumpe, Trinkwassernachspeisung, Anschlüsse & Filter

2.900 € (incl. Lieferung & Versetzen in die Baugrube)

Die Kosten variieren jeweils nach:

  • Material / Typ der Zisterne
  • Volumen der Zisterne
  • Material (Filtern, Anschlüssen, Pumpe)
  • Kosten für Lieferung
  • Kosten für das Versetzen

4. Welche Förderungen für Regenwassernutzung gibt es?

Eine Förderung des Bundes gibt es aktuell nicht. Auch die Länder haben nach unserem aktuellen Wissensstand keine einheitlichen Förderprogramme.

Anders sieht das aber bei Städten und Gemeinden aus. Hier kann es vorkommen, dass eine Regenwassernutzung regional gefördert wird

Kontaktieren Sie deshalb Ihr Bau- oder Umweltamt. Hier können Sie erfahren, ob derzeit Förderungen für Regenwassernutzung in Ihrer Stadt oder Gemeinde vorgesehen sind.

Außerdem werden Regenwassernutzungsanlagen auch mit zinsgünstigen Krediten von verschiedenen Banken unterstützt. (z. B. die KFW Banken).

Hier können folgende Seite helfen:  

5. Vorschriften - Brauche ich eine Genehmigung?

Bauvorschriften werden von den Bundesländern festgelet. Deshalb müssen Sie sich bei der Baubehörde und Ihrer Wasserbehörde erkundigen, welche Vorschriften bei Ihnen gelten! Trotzdem kann man ein paar grundsätzliche Dinge erwähnen:

Grundlage für die Installation einer Anlage sind:

  • die EN 1717 (europäische Norm)
  • die DIN 1988 "Trinkwasser-Leitungsanlagen"
  • und DIN 1986 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke"

Mehr dazu auf: FH Münster / Heinrichs Planung DIN1988-200 (PDF)

Wenn die Regenwassernutzung diesen DIN-Normen entspricht, muss die Behörde grundsätzlich den Bau & Betrieb erlauben. Bei Regenwassernutzung im Haus (z.B. für Toilette und Waschmaschine) müssen Sie beim Wasserversorger ein Antrag auf Teilbefreiung von der Wasserlieferung stellen.

Es gelten zusätzlich folgende Richtlinien:

  • Keine Verbindung zwischen dem Regenwassersystem und dem Trinkwassersystem.
  • Die Leitungen (Trinkwasser / Regenwaser) müssen farblich unterschiedlich gekennzeichnet sein (DIN 2403).
  • Wenn in die Zisterne Frischwasser aus dem öffentlichen Netz nachgespeist wird, muss dieses natürlich über einen Wasserzähler erfasst werden.
  • Für die Regenwasser-Leitungen ist ein zusätzlicher Wasserzähler nötig. Regenwasser, das in den Kanal geht kann damit gemessen werden.
  • Ein zugelassenes Installationsunternehmen erledigt den Einbau & bestätigt schriftlich.
  • Die Gemeinde darf die Regenwasserleitungen prüfen. Bei Mängeln, welche die öffentlichen Wasserversorgung gefährden darf die Gemeinde die Versorgung unterbrechen.
  • Die Anlage muss beim zuständigen Gesundheitsamt angemeldet werden.

5.1. DIN 1988 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke"  

Das Wasser vom Dach ist logischerweise kein Trinkwasser und wird in der DIN 1988 Teil 4 der Klasse 5 so beschreiben:

"Mit Gefährdung der Gesundheit durch Erreger übertragbarer Krankheiten".

und .... "Die unmittelbare Verbindung von Trinkwasseranlagen mit Nichttrinkwasseranlagen ist nicht zulässig."

Die Entnahmestellen des Regenwassers sind mit den Worten "Kein Trinkwasser" schriftlich oder bildlich (Verbotszeichen V5 nach DIN 4844 Teil 1) zu kennzeichnen.

Eine “Kindersicherung” / abnehmbare Drehgriffe sind unter Umständen sinnvoll. Keiner möchte, dass Kinder Zisternenwasser trinken, welches nicht keimfrei ist.

Nach DIN 1988 Teil 4 darf selbst in Extremsituationen (verstopftem Überlauf, zum Beispiel defekten Dichtungen) niemals Zisternenwasser das öffentliche Wassernetz gelangen. Das Rückdrücken oder Rückfließen in das öffentliche Netz wäre sogar ein Strafbestand nach dem Bundesseuchengesetz!

Also - der Grundstückseigentümer ist für die “Gefahren” der Regenwasseranlage haftbar. Zum Glück sind diese Gefahren bei korrekter Planung nicht vorhanden!

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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