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Bei der Planung, Größenberechnung, dem Einbau, Betrieb und Wartung von Abscheideanlagen für Leichtflüssigkeiten, sind die Vorgaben der bereits erwähnten Normen DIN EN 858 Teil 1 und 2 sowie DIN 1999 Teil 100 und 101 zu beachten.

Es ist darauf zu achten, dass eine Abscheideanlage in Fließrichtung aus Schlammfang, Leichtflüssigkeitsabscheider sowie Probenahmeschacht besteht. Es empfiehlt sich auf jeden Fall die zuständige Gemeinde im Rahmen einer solchen Planung zu konsultieren - auch im Hinblick auf weitere, eventuell genehmigungspflichtige Aspekte im Zusammenhang mit der Wassereinleitung.

Der Einbau muss durch eine Fachfirma gemäß den Einbauspezifikationen des Herstellers vorgenommen werden. Hier sollten im Vorfeld bereits alle notwendigen Daten zum Standort (Bodenverhältnisse) sowie über Zu- und Ablauf (Stichwort Zulauftiefe / frostfrei!) gesammelt werden. Für Schächte, Abscheider, usw. sind entsprechend mineralölbeständige Dichtmittel einzusetzen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit! Um den Austritt von Leichtflüssigkeiten zu verhindern ist für neue Anlagen eine Warneinrichtung vorzusehen, außerdem muss die Anlage vor einem Rückstau geschützt werden - ggfs. ist die Anlage durch eine nachgeschaltete Abwasserhebeanlage zu entwässern.

Die Probenahmestelle ist so zu wählen, dass die Entnahme der Probe aus dem fließenden Abwasserstrom vorgenommen werden kann. Bezüglich der genauen Anforderungen bzw. Überwachungswerte konsultieren Sie bitte Ihre zuständige Stadtverwaltung. Achten Sie darauf, dass Abwasser aus Handwaschbecken usw. erst hinter dem Probenahmeschacht mit dem durch die Anlage behandelten Wasser zusammengeführt werden darf.

Sind alle Punkte der Installation abgeschlossen wird vor Inbetriebnahme der Ölabscheideanlage der ordnungsgemäße Zustand durch ein fachkundiges Unternehmen festgestellt. Das Protokoll dieser Generalinspektion ist in der Regel der zuständigen Verwaltungsstelle zu übergeben.

Hersteller sind üblicherweise bei der Planung bzw. Dimensionierung Ihrer Anlage behilflich - bzw. übernehmen die komplette Realisierung von der Planung bis zu Inbetriebnahme; z.B. auch bei Bemessungen und geforderten Nachweisen, sowie Unterstützung beim Entwässerungsantrag oder der Bewertung des Bodengutachtens.

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1. Tipp: Machen Sie eine Checkliste für Ihre Planung!

  1. Zu welcher Branche gehört Ihr Betrieb? (z.B. Tankstelle, Kfz Service, Autowaschanlage, Schrotthandel, usw.)
  2. Wie wird die Fläche genutzt? (z.B. Abstellplatz, Reinigung von Fahrzeugen, Wartung von Fahrzeugen usw.)
  3. Wie soll die Abscheideanlage verwendet werden? (gewerbliches Abwasser, verunreinigtes Regenwasser oder für unkontrolliert auslaufende Öle, Benzin oder Dieselkraftstoffe)
  4. Welche Leichtflüssigkeiten gelangen ins Abwasser?
  5. Fällt Schlamm an?
  6. In welches Abwassersystem wird eingeleitet? (z.b. Schmutzwasserkanal, Regenwasserkanal, Gewässer usw.)
  7. Anfallendes Regenwasser und Freifläche?
  8. Menge und Art des Schmutzwasseranfalls (z.B. Waschanlage)
  9. Brandschutz: damit die Bestimmungen des Brandschutzes eingehalten werden müssen Zulauf und Ablauf mindestens 10 mm unter Nullwasserlinie aus nicht brennbaren Werkstoffen bestehen!
  10. Nachweise: Abscheider bzw. Becken müssen den geforderten Verkehrsbelastungen entsprechen, was nur mittels eines statischen Nachweises dokumentiert werden kann. (i.d.R. Typenstatik)
  11. Zu beachten: Vorschriften für Fremdprüfung, Brandschutz, statischen Nachweis und Dichtigkeit sind nicht bundeseinheitlich geregelt und sind daher länderspezifischen Normen unterworfen.

2. Die wichtigsten Tipps für Entscheider

  1. Sprechen Sie bereits zu Beginn der Planung mit einem Sachverständigen, wenn beim Betrieb Ihrer Anlage oder Ihres Unternehmens wassergefährdende Stoffe zum Einsatz kommen.
  2. Es empfiehlt sich der frühzeitige Kontakt mit der örtlich zuständigen Genehmigungsbehörde um alle Auflagen und Anforderungen für den Betrieb zu besprechen. Am besten bereits Eckdaten (siehe Checkliste) zum Gespräch mitbringen.
  3. Berücksichtigen Sie den Standort der Abscheideanlage, auch hinsichtlich Befahrbarkeit durch PKW und LKW; halten sie Regenflächen so gering wie möglich!
  4. Planen Sie Ihre Leichtflüssigkeitsabscheide-Anlage bevorzugt einstufig!
  5. Setzen Sie bei der Planung auf Qualität und Langlebigkeit. Sanierungen sind sehr teuer!
  6. Legen Sie die Dimensionierung nicht zu klein aus, denken Sie an die Zukunft und eventuell steigende Kapazitäten.
  7. Stichwort Sedimentation: Abscheideanlagen gibt es als getrennte (separater Schlammbehälter) oder integrierte Bauweise. Die Wahl der richtigen Bauweise hängt von den zu erwartenden Schlammfrachten bzw. Ölfrachten ab. Prüfen Sie genau welche Stoffe bzw. Flüssigkeiten anfallen - und in welchen Mengen!
  8. Prüfen Sie vor Auftragsvergabe auch die Qualifikation bzw. Fachkompetenz des Auftragnehmers. Prüfen Sie auch Referenzen! Fachkompetenz und Erfahrung helfen teure Einbaufehler zu vermeiden.
  9. Noch ein Tipp: Da manche Kommunen in einem Wasserschutzgebiet liegen, ist das Wasserrecht in diesen Fällen von besonderer Bedeutung. Wegen besonderer Auflagen, die zu beachten sind, machen Sie am besten auch gleich noch einen Termin bei den örtlichen Stadtwerken!

2.1. Wie berechnet sich die Größe eines Ölabscheiders?

Die Bemessung einer Abscheideranlage nach DIN EN 858 Teil 2 Ziffer 4.3 in Verbindung mit DIN 1999 Teil 100 basiert auf folgender Formel:

NS = (Qr + fx x Qs ) x fd

Die einzelnen Größen der Formel und ihre Bedeutung:

NS = Ist die Nenngröße des Abscheiders
Qr = steht für den maximaler Regenabfluss in Liter pro Sekunde (l/s)
Qs = maximaler Schmutzwasserabfluss in Liter pro Sekunde (l/s)
fd = der Dichtefaktor für die maßgebende Leichtflüssigkeit
fx = der Erschwernisfaktor in Abhängigkeit von der Art des Abflusses

Hinweis: (gem. DIN EN 858-2 Ziffer 4.3.3) Wenn ein Abscheider Regen- und Schmutz-wasser behandelt, z.B. von Fahrzeugwaschplätzen, und ein gleichzeitiger Anfall beider Flüssigkeiten nicht zu erwarten ist, dann kann die Bemessung des Abscheiders für den höheren Abfluss erfolgen.

Qr: Der Regenabfluss in Liter pro Sekunde 

Hier wird die gesamt Niederschlagsfläche A. die über die Abscheideranlage entwässert werden soll, eingetragen. Die Berechnungsregenspende können Sie den örtlichen Regendaten entnehmen. Für die Berechnung nach DIN EN858-2 ist mindestens eine Regenspende mit einer Dauer von 5 Minuten und eine Jährlichkeit des Jahreshöchstwertes von 2 Jahren zugrunde zu legen. In den meisten Fällen kann der Abflussbeiwert mit ψ = 1 angenommen werden.

Qr = ψ x i x A

ψ = einheitenloser Abflussbeiwert (wird in den meisten Fällen mit ψ = 1 angenommen)
A = angeschlossene Niederschalagsflächen (ha)
i = örtliche Regenspende (l/s x ha)

Die örtliche maßgebende Regenspende wird von der zuständigen Behörde festgelegt, dar jedoch 150 l/s x ha nicht unterschreiten.

Qs: Der maximale Schmutzwasserabfluss in Liter pro Sekunde

fd: Der Dichtefaktor für die maßgebende Flüssigkeit

fx: Der Erschwernisfaktor

Der Erschwernisfaktor spiegelt den Grad der Belastung durch Schmutzanfall wieder.
Bei der EN-Prüfung wird mit Heizöl Extraleicht geprüft so dass der Erschwernisfaktor standardmäßig in der EN858-2 mit 2 festgelegt ist. Es ist jedoch darauf zu achten, dass bei entsprechend starkem Schmutzanfall der Erschwernisfaktor laut Erschwernisfaktortabelle angepasst werden muss, um geforderte Grenzwerte hinsichtlich des Restölgehaltes im Abwasser einhalten zu können.
(Quelle: http://www.berlin.de/senuvk/umwelt/wasser/wasserrecht/pdf/bemessg-abscheider.pdf)

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Für den Betrieb und die Wartung von Abscheideranlagen sind die Normen DIN EN 858-2 und DIN 19990-100 sowie die entsprechenden Herstellerangaben entscheidend. Zum ordnungsgemäßen Betrieb zählt neben der fachkundigen Kontroll