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Müssen Sie eine Kleinkläranlage errichten oder eine Nachrüsten vornehmen?Haben Sie Post von Ihrer Unteren Wasserbehörde bekommen? Dann erfahren Sie auf diesen Seiten alles, was Sie für eine erfolgreiche & günstige Planung wissen müssen!

Wir haben für Sie nützliche Tipps darüber:

  • wie Kleinkläranlagen funktionieren
  • welche Unterschiede es gibt
  • wie teuer sind Kleinkläranlagen
  • wie die Wartungen erfolgen
  • Vor- und Nachteile der verschiedenen Klärbehälter
  • und die Anbieter von Kleinkläranlagen stellen Ihre Systeme vor

Brauchen Sie Informationen zu einer Dichtheitsprüfung,sind Sie hier auch goldrichtig. Neben der Vorgehensweise bei Dichtheitsprüfungen erklären wir die Kosten und Voraussetzungen hierfür. Welche Firmen dürfen solche Prüfungen durchführen? Wie beauftrage ich eine Prüfung? Das und mehr auf dieser Seite.

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1. Warum brauchen einige Haushalte eine Kleinkläranlage?

Das folgende Video erklärt kurz die Gründe für den notwendigen Einbau einer Kleinkläranlage:

Im Grunde genommen ist es schon logisch, dass keiner das Abwasser aus der Toilette einfach so im Bach oder Grundwasser wiederfinden möchte. Deshalb hat die EU für Bestimmungen gesorgt, welche in den letzten Jahren in Deutschland zum großen Teil umgesetzt wurden.

Derzeit sind nur noch wenige Bundesländer dabei, bestehende Kleinkläranlagen auf das aktuelle technische Niveau zu bringen. Die meisten Anlagen sind nun auf dem neusten Stand der Technik. Wenn es aber nötig ist, passiert das meist folgendermaßen:

Schritte zur Errichtung einer Kläranlage

Biokläranlage, Hauskläranlage oder Kleinkläranlage?

Biokläranlagen, Hauskläranlagen und Kleinkläranlagen sind fast ein und dasselbe!

Der Begriff Biokläranlage definiert einfach etwas genauer, auf welche Weise das Abwasser gereinigt wird. Dies geschieht bei Biokläranlagen dem Namen entsprechend biologisch, also durch natürlich vorhandene Bakterien, die durch bestimmte Verfahren stärker vermehrt werden können und das Abwasser reinigen.

Es gibt übrigens auch chemische oder physikalische Reinigungsverfahren des Abwassers – z.B. durch UV-Licht. Aber diese werden in der Kleinklärtechnik selten verwendet. Daher ist der Begriff einer Biokläranlage also sehr passend.

5 Tipps für die Errichtung Ihrer Kleinkläranlage

Auf unser überarbeiteten Übersichtsseite erhalten Sie 5 wertvolle Tipps zur Planung! 
5 Tipps zu Kleinkläranlagen

2. Welche Behörden sind zuständig?

In der Regel ist die Untere Wasserbehörde Ihres Kreises der richtige Ansprechpartner. 

Die Gewässerschutzpolitik in Deutschland hat zum Ziel, das ökologische Gleichgewicht der Gewässer zu bewahren oder wiederherzustellen, die Trink- und Brauchwasserversorgung zu gewährleisten und alle anderen Wassernutzungen, die dem Gemeinwohl dienen, langfristig zu sichern. Aus diesem Grund wurden verschiedene Gesetze und Normen festgelegt.

Die Bundesregierung erlässt Rahmenvorschriften - Die Ausfüllung und Ergänzung sowie der Vollzug der rechtlichen Regelungen im Gewässerschutz liegt aber bei den Ländern.

Für Bemessung und Ausführung von einer Kleinkläranlage gelten in Deutschland:

  • die DIN 4261 Teil 1
    Diese beschreibt die allgemein anerkannten Regeln der Technik für Anlagen zur Abwasservorbehandlung.
    Auch wird dort die Wartung von Anlagen sowie die Verbringung von biologisch behandeltem Abwasser in den Untergrund als Übergangsregelung beschrieben.
  • die Euronorm EN 12566
  • das WHG (Wasserhaushaltsgesetz) - enthält Anforderungen an das Einleiten von Abwasser
  • das LWG (Landeswassergesetz)
  • Regelwerke der DWA
  • Klärschlammverordnung (AbfKlärV)
  • Vorschriften der Landesbauordnung (LBO)
    Die LBO gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte privater Grundstücke sowie mit Einschränkung für bauliche Anlagen der öffentlichen Hand und gilt somit auch für Kleinkläranlagen.

Für die Wasserdichtheitsprüfung gilt in Anlehnung an die Euronorm die DIN EN 1610.

Zusammenfassend lässt sich aus den Rechtsvorschriften und Normen folgendes ableiten.

  1. Die Errichtung einer Kleinkläranlage ist grundsätzlich baugenehmigungspflichtig.
  2. Eigentümer einer KKA haben keine Abwasserabgabe für die Abwassereinleitung zu entrichten.
  3. Für das Einleiten von gereinigtem Abwasser aus KKA in Oberflächengewässer oder Grundwasser ist eine behördliche Erlaubnis erforderlich. Die wasserrechtliche Erlaubnis darf für neu entstehende Abwassereinleitungen nur erteilt werden, wenn mindestens die Anforderungen nach dem Stand der Technik eingehalten sind.
  4. Vorhandene KKA, die den Mindestanforderungen für die Einleitung nicht entsprechen, sind nachzurüsten. Es dürfen nur KKA eingebaut werden, die eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom DIBt besitzen.
  5. KKA müssen aus einer mechanischen Vorbehandlung und einer biologischen Reinigungsstufe bestehen. Danach erfolgt die Einleitung in einen Vorfluter oder eine Versickerung in das Grundwasser.

3. Wie arbeiten kommunale Kläranlagen?

Auch hier erfolgt die Abwasserreinigung per:

  1. mechanischer / erstes Reinigungsstufe
  2. biologischer / zweite Reinigungsstufe
  3. weitergehender / dritte Reinigungsstufen

Wie genau funktioniert eine Kläranlage?

Kläranlagen behandeln das Abwasser wie gerade erwähnt in mehreren Reinigungsstufen:

1. Die mechanischen Reinigung
Hier werden Grob- und Sinkstoffe zurückgehalten.

2. Die biologischen Reinigungsstufe :
Mikroorganismen (Bakterien) + Sauerstoff aus der Luft zersetzen das Abwasser in weniger schädliche Bestandteile. Um die strengen Ablaufwerte für Phosphor zuverlässig einhalten zu können, wird die biologische Reinigung oftmals durch eine Fällung – eine chemische Reaktion zur Entfernung von Phosphaten – ergänzt.

3. In der Nachklärung werden die Bakterien von dem gereinigten Abwasser abgetrennt.
Das gereinigte Abwasser fließt oft noch durch einen Schönungsteich, in dem feinste Schwebstoffe zurückgehalten werden. Dann wird es in ein Gewässer / Fluss geleitet.

Die Ausführung der einzelnen Behandlungsschritte ist von Kläranlage zu Kläranlage verschieden. Ausschlaggebend sind:

  • Größe der Kläranlage
  • Zusammensetzung des Zulaufs
  • und historischen Entwicklung der Anlage

Bestandteile einer Kläranlage sind:

  1. Zulaufkanal
  2. Rechengebäude
  3. Sandfang
  4. Vorklärbecken
  5. Belebungsbecken (biologische Reinigungsstufe)
  6. Nachklärbecken
  7. Regenwasserbecken
  8. Ablaufkanal
  9. Betriebsgebäude
  10. Schlammfaulbehälter
  11. Schlammentwässerungsgebäude
  12. Gasbehälter
  13. Schlammeindicker
  14. Phosphatfällung

Was passiert mit dem Klärschlamm?

Auf einigen zentralen Anlagen befinden sich dafür so genannte Faulbehälter.  In ihnen findet ein biologischer Prozess (Faulung) statt, bei dem Bakterien den entstandenen Vorklärung absetzt. Er enthält meist auch größere Teilchen von Fäkalien, Gemüse, Obst, Textilien, Papier... Der Klärschlamm wird heute meist bedarfsgerecht geleert. Oft bestimmt die Wartungsfirma, wann abgefahren wird. Zur Leerung wird ein Entsorgungsunternehmen beauftragt, das dann die fachgerechte Entsorgung schriftlich bestätigt." >Klärschlamm unter Abschluss von Sauerstoff in verschiedene Bestandteile zersetzen.

Dabei entsteht auch Klärgas, Hauptbestandteil davon ist Methan ist und kann zur Energiegewinnung eingesetzt werden. Nach der Faulung wird der Klärschlamm eingedickt und entwässert, um das Volumen vor der Entsorgung weiter zu reduzieren.

Weitere Umwelttipps:

Sofern Sie neben der Errichtung einer Kleinkläranlage auch an den Themen Blockheizkraftwerke, Solaranlagen oder Wärmepumpen interessiert sind empfehlen wir einen Besuch auf folgenden Seiten:

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

Sind Sie auf der Suche das Abwasser möglichst naturnah zu reinigen - ohne technische Hilfsmittel? Dann sind Pflanzenkläranlagen das richtige! Pflanzenkläranlagen sind die Art Klärsystem, welche der Natur am nähsten kommen

Auf dieser Seite finden Sie noch weitere Hinweise, was sie bei der Kleinkläranlagen Nachrüstung beachten sollten, damit am Einbautag auch alles gut funktioniert. Von der Unterkante des Abwasserrohres m