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Schwengelpumpen kennt man schon seit etwa 300 Jahren. Sie lösten Brunnen mit offenen Wasserschächten ab und sind noch heute Teil vieler alter Dorfbrunnen. Auch in Kleingärten sind sie sehr häufig anzutreffen. Hier erfahren Sie, wie eine Schwengelpumpe funktioniert, welche Vor- und Nachteile sie hat, worauf Sie beim Kauf achten sollten und wie Sie Ihre Handpumpe jederzeit in bestem Zustand halten.

1. Wo kann ich eine Handschwengelpumpe kaufen?

Schwengelpumpen bekommen Sie natürlich in Baumärkten und Gartenmärkten. Außerdem gibt es etliche Online-Händler, die sich auf diese Art der Pumpen spezialisiert haben und Ihnen eine große Auswahl und gute Beratung bieten können. Damit Sie nicht lange suchen müssen, haben wir eine Auswahl solcher Pumpen für Sie im Shop:

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1.1. Worauf sollte ich beim Kauf einer Schwengelpumpe achten?

Wenn Sie eine Schwengelpumpe kaufen wollen, sollten Sie einige Aspekte in Ihre Überlegungen mit einbeziehen:

  • Rechtliche Einschränkungen: Wenn Sie in Ihrem Garten Grundwasser fördern oder eine Zisterne anlegen wollen, müssen Sie sich vorher erkundigen, ob es in Ihrer Gemeinde rechtliche Bedingungen dazu gibt. Teilweise müssen Sie eine Erlaubnis einholen, teilweise sind nur bestimmte Pumpen- und Brunnenformen erlaubt, in manchen Fällen ist das Fördern von Grundwasser sogar komplett verboten. Informieren Sie sich vorher gründlich über die rechtliche Lage!
  • Technische Daten und Abmessungen: Die meisten Schwengelpumpen schaffen eine Hubhöhe zwischen sechs und acht Metern. Wenn der Wasserspiegel in Ihrem Fall tiefer liegt, müssen Sie auf eine besonders leistungsstarke Pumpe zurückgreifen. Eventuell eignen sich in diesem Fall andere Pumpen besser als eine Schwengelpumpe. Außerdem sollten Sie diese Daten beachten: Wie groß ist die Pumpe? (Aufstellmaße erfragen!) Und wie hoch ist die Fördermenge pro Minute?
  • Designfragen: Schwengelpumpen gibt es in ganz unterschiedlichen Designs. Viele sind ganz schlicht gehalten und dienen in erster Linie der Funktion. Es gibt aber auch speziell verzierte Pumpen oder sogar solche, die Figuren darstellen. Manche Schwengelpumpen sind bis zu 1,60 m hoch. Fragen Sie sich, was Sie mit der Pumpe in Ihrem Garten erreichen wollen: Soll sie in erster Linie ihre Arbeit tun und sich unauffällig einfügen? Oder wollen Sie mit der Handschwengelpumpe ein optisches Highlight in Ihrem Garten setzen?
  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Sie können bei einer Schwengelpumpe leicht selbst Ersatzteile austauschen. Dafür müssen Sie allerdings wissen, ob es diese Ersatzteile auch einzeln zu kaufen gibt. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf! Falls es keine Ersatzteile gibt, kann es sich lohnen, etwas mehr für die Pumpe auszugeben.
  • Lieferumfang und Zubehör: Wenn Sie Angebote vergleichen, achten Sie unbedingt auf den Lieferumfang. Manchmal erhalten Sie nur die Pumpe selbst. In anderen Fällen ist das notwendige Zubehör schon enthalten. Dazu gehören das Rückschlagventil, der Pumpenständer, das Anschlussset, der Saugschlauch und die Befestigungsschrauben. Wenn Sie dieses Zubehör einzeln dazukaufen müssen, kommen schnell höhere Kosten zustande, als Sie vielleicht erwartet haben.

1.2. Wie viel kostet eine Schwengelpumpe?

Je nach Ausstattung, Lieferumfang und Optik kann sich der Preis für Schwengelpumpen deutlich unterscheiden.

Einfache Modelle beginnen schon bei 40 oder 50 Euro, der Preis kann aber auch bis 200 oder 250 Euro gehen. Bei Hochleistungspumpen, Tiefbrunnenpumpen oder speziellen Designs können noch höhere Kosten fällig werden.

2. Wie funktioniert eine Schwengelpumpe?

Schwengelpumpen sind einfache Kolbenpumpen. Im Inneren des Pumpenkörpers befindet sich ein Kolben, der durch eine Ledermanschette dicht mit dem Gehäuse abschließt. Mit dem Schwengel (der Hebel, der der Pumpe den Namen gibt) bewegt man den Kolben von Hand:

  1. Wenn der Schwengel nach unten gedrückt wird, wandert der Kolben im Inneren nach oben.
  2. Unterhalb des Kolbens entsteht ein Unterdruck. Dadurch öffnet sich das Einlassventil im unteren Bereich des Pumpengehäuses. Dieses ist mit der Wasser-Ansaugleitung verbunden.
  3. Die Wassersäule steigt durch das geöffnete Ventil und das Ansaugen des Kolbens nach oben.
  4. Bei der Bewegung nach unten schließt sich das Einlassventil ganz einfach durch die Schwerkraft. Gleichzeitig öffnet sich das Auslassventil im Kolben, sodass dieser sich durch die Wassersäule hindurchbewegt.
  5. Beim nächsten Heben des Kolbens hebt dieser das Wasser nach oben, das sich oberhalb des Kolbens befindet. Dadurch kann es durch den Hahn nach außen abfließen und in Kannen, Eimern oder Wannen aufgefangen werden. Dazu wird der Pumpenfuß auf einer festen Platte montiert.

2.1. Wofür eignet sich eine Schwengelpumpe?

Schwengelpumpen haben unterschiedliche Einsatzgebiete:

  • Sie können bei passenden Bedingungen das Wasser aus einem Brunnen nach oben befördern. Dazu eignet sich zum Beispiel ein einfacher Ramm- oder Schlagbrunnen, der bis zum Grundwasser getrieben wird.
  • Schwengelpumpen werden aber auch eingesetzt, um Wasser aus Zisternen nach oben zu befördern. In diesen sammelt sich Regenwasser, das dann zum Gießen verwendet werden kann.
  • In Dorfbrunnen dienen die Schwengelpumpen häufig dekorativen Zwecken. Manchmal steht das Wasser aber auch den Dorfbewohnern zum Gießen oder für andere Zwecke zur Verfügung. Auch an Trinkwasserbrunnen können Schwengelpumpen angebracht sein.
  • Historische Schwengelpumpen in Stadtgebieten wurden als Notversorgung bei Ausfall des Trinkwassernetzes genutzt. Auch zur Versorgung mit Löschwasser werden sie teilweise noch eingesetzt.
  • Nicht zuletzt findet man Schwengelpumpen häufig auf Wasser-Spielplätzen für Kinder. Hier sind sie normalerweise an eine Wasserleitung oder einen Behälter angeschlossen, in den das gepumpte Wasser immer wieder zurückfließen kann.

Fun-Fact am Rande: Sogar indische Kühe schwören auf diese Art Pumpen! Sehen Sie selbst:

2.2. Aus welcher Tiefe kann die Pumpe Wasser fördern?

Klassische Schwengelpumpen können Wasser aus bis zu acht Metern Tiefe nach oben pumpen. Es gibt aber auch spezielle Bauformen, die besonders leistungsfähig sind und bis zu 20 Meter oder mehr überbrücken können.

2.3. Vor- und Nachteile einer Schwengelpumpe

Schwengelpumpen sind in privaten Gärten sehr beliebt, und das hat auch gute Gründe:

  • Sie kommen komplett ohne Wasserleitung und Stromanschluss aus und sind damit leicht aufzubauen.
  • Sie sind sehr dekorativ und fügen sich fast in jede Gartengestaltung problemlos ein.
  • Sie sind praktisch und einfach in der Benutzung. Auch die Wartung und Reparatur ist unkompliziert, sodass Sie sie im Normalfall leicht selbst bewerkstelligen können.
  • Da Schwengelpumpen meist aus Gussstahl gefertigt sind, sind sie sehr langlebig und wetterbeständig.
  • Schwengelpumpen sind preisgünstig: Einfache Modelle bekommen Sie schon ab 40 oder 50 Euro.

Einige wenige Nachteile gibt es allerdings auch:

  • Schwengelpumpen sind nicht für jede Anwendung geeignet: Bei sehr tiefem Wasserstand oder bestimmten Brunnenformen sind elektrische Pumpen notwendig.
  • Bei einem großen Garten kann es ganz schön mühsam sein, das benötigte Wasser von Hand zu pumpen. In diesem Fall ist vielleicht eine elektrische Pumpe die bessere Wahl.
  • Die Pumpen sind nicht frostsicher und müssen vor dem Winter gewartet und eventuell abgebaut werden.

3. Wie kann ich eine Schwengelpumpe selbst anschließen?

Der Aufbau einer Schwengelpumpe ist ganz einfach:

  1. Bringen Sie auf dem Brunnenloch oder der Zisterne ein Fundament oder eine Bodenplatte an. Sie soll den Standfuß der Schwengelpumpe stabil halten und idealerweise noch Platz für Kannen oder Eimer bieten. Natürlich braucht das Fundament oder die Platte ein Loch, durch das das Saugrohr verlaufen kann.
  2. Stellen Sie den Standfuß auf das Fundament und richten Sie ihn so aus, wie die Pumpe später stehen soll. Markieren Sie die Löcher im Fuß auf dem Fundament.
  3. Nehmen Sie den Standfuß noch einmal weg und bohren Sie an den gekennzeichneten Stellen Löcher ins Fundament. Je nach Material können Dübel nötig werden.
  4. Führen Sie jetzt den Ansaugschlauch oder das Ansaugrohr von unten in den Pumpenständer ein.
  5. Schrauben Sie das Anschlussgewinde an der Unterseite fest. Verwenden Sie zum Abdichten Hanf oder Teflonband. Vorsicht: Schrauben Sie das Gewinde nicht zurück, auch nicht ein kleines bisschen! Sonst ist es nicht mehr dicht und das Teflonband oder der Hanf müssen erneuert werden.
  6. Schrauben Sie den Pumpenständer auf dem Fundament fest. Die entsprechenden Löcher haben Sie ja schon vorgebohrt. Achten Sie auf starke, rostfreie Schrauben.
  7. Um die Pumpe in Betrieb zu nehmen, müssen Sie sie von oben mit Wasser füllen. Gießen Sie sauberes Wasser in die Schwengelpumpe hinein, bis ein wenig davon aus dem Hahn herausläuft. Jetzt ist die Pumpe betriebsbereit und kann ihre Arbeit aufnehmen.

Hier finden Sie außerdem eine Beschreibung per Video:

4. Was ist beim Betrieb der Wasserpumpe zu beachten?

Die Nutzung einer Handschwengelpumpe ist denkbar einfach und selbst für Kinder kein Problem. Trotzdem braucht die Pumpe ein wenig Wartung und es kann hin und wieder zu Problemen kommen.

4.1. Ist die Pumpe frostsicher? Was macht man im Winter?

Schwengelpumpen sind nicht frostsicher und können Schaden nehmen, wenn sie einfrieren. Deshalb sollten Sie sie vor Frost schützen. Idealerweise schrauben Sie dazu den kompletten Pumpenkörper vor dem Winter ab und lagern ihn sicher ein. Wenn Ihnen das zu mühsam ist, dann achten Sie schon beim Kauf auf ein winterfestes Modell. Bei diesen Pumpen können Sie das Wasser aus allen Teilen vollständig ablassen.

Alternativ zum Abbauen können Sie die Handpumpe auch von außen isolieren, um sie vor Frost zu schützen. Dazu packen Sie sie dick mit Styropor, Stroh oder einem anderen Isoliermaterial ein. Achten Sie darauf, die Isolierung stabil anzubringen, damit sie nicht vom Wind gelöst werden kann. Bei lang andauernden Minusgraden besteht aber immer noch eine Gefahr, dass Schäden entstehen.

Im Frühjahr entfernen Sie Rost mit einer Messingbürste und/oder Schleifpapier und fetten die beweglichen Teile mit Vaseline. Prüfen Sie die Dichtungen, ob sie ausgetauscht werden müssen. Ist alles in Ordnung, bauen Sie die Pumpe wieder auf und gießen Sie sie wieder an. Jetzt ist sie bereit für die nächste Gartensaison.

4.2. Wie kann ich die Dichtung der Schwengelpumpe wechseln?

Der Kolben in der Schwengelpumpe ist mit einer Dichtung umgeben, damit beim Pumpen ein Unterdruck entstehen kann. Diese Dichtung besteht in den meisten Fällen aus einer Ledermanschette.

Im Lauf der Zeit leidet das Material jedoch und die Dichtung schließt nicht mehr vollständig ab. Das merken Sie vor allem daran, dass die Pumpe nur noch Luft und kein Wasser mehr ansaugt. In diesem Fall ist die Wassersäule nach unten abgelaufen und der Kolben liegt trocken.

Das ist erst einmal kein Problem: Gießen Sie einfach wieder Wasser oben in die Pumpe, um die Wassersäule zu erhöhen. Dann sollte Sie wieder eine Weile funktionieren. Auf Dauer kommen Sie jedoch um einen Austausch der Dichtungen nicht herum.

So wechseln Sie die Dichtung Ihrer Schwengelpumpe:

  1. Öffnen Sie die Muttern im oberen Bereich der Pumpe und nehmen Sie den Deckel mit dem Pumpengriff ab.
  2. Schrauben Sie den Klöppel auf, der unten am Pumpengestänge sitzt. Setzen Sie ruhig ein bisschen Kraft oder bei Bedarf Rostlöser ein.
  3. Nehmen Sie die alte Lederdichtung ab und ersetzen Sie sie durch eine neue. Schrauben Sie den Kolben wieder zusammen. Der gebogene Rand der Dichtung sitzt dabei zwischen beiden Teilen des Kolbens.
  4. Fetten Sie die Lederdichtung mit Vaseline ein. Dadurch trocknet sie nicht so leicht aus und rutscht besser.
  5. Jetzt kommen die Dichtungen im unteren Bereich an die Reihe. Schrauben Sie dazu die Muttern unten an der Pumpe auf, die diese mit dem Wasserrohr verbinden. Nehmen Sie die Pumpe ab. Auf dem Wasserrohr sehen Sie jetzt einen kleinen und einen großen Dichtungsring. Diese liegen nur locker auf, nehmen Sie sie einfach ab und legen Sie die neuen Dichtungen auf.
  6. Schrauben Sie alles wieder fest zusammen.
  7. Bevor Sie wieder pumpen können, müssen Sie Wasser von oben in die Pumpe gießen. Lassen Sie es am besten einige Stunden stehen, bevor Sie die Pumpe wieder nutzen. Dadurch quillt das Leder auf und dichtet vollständig ab.

Übrigens: Es ist ganz normal, dass das Pumpen mit den neuen Dichtungen etwas schwerer geht. Sobald die Lederdichtung wieder etwas abgenutzt ist, ist das Pumpen wieder ganz einfach.

4.3. Was für Ersatzteile gibt es für Handpumpen?

Dichtungen gehören zu den Teilen der Schwengelpumpe, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen.

Es gibt jedoch auch andere Ersatzteile, zum Beispiel Ersatzkolben, neue Schwengel oder Flansche zum Austauschen. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf, welche Ersatzteile für Ihre Pumpe verfügbar sind.

4.4. Fehlersuche: Warum funktioniert meine Pumpe nicht?

Wenn die Schwengelpumpe kein Wasser mehr befördert, kann das unterschiedliche Ursachen haben:

Vielleicht ist einfach die Wassersäule aus dem Pumpenkörper abgesackt und der Kolben läuft trocken. Gießen Sie Wasser von oben in die Pumpe hinein, bis ein wenig davon aus dem Hahn herausläuft. Jetzt sollte Ihre Handpumpe wieder problemlos funktionieren. Wenn dieser Fehler öfter auftritt, müssen Sie wahrscheinlich die Dichtungen austauschen.

Eine weitere Problemquelle ist Schmutz, der das Rückschlagventil der Pumpe blockiert. In diesem Fall müssen Sie die Pumpe abmontieren und alle Teile gründlich reinigen. Dann bauen Sie alles wieder zusammen und gießen zur Inbetriebnahme von oben Wasser an.

Wenn sich Risse an der Pumpe zeigen, hat sie wahrscheinlich einen Frostschaden bekommen. In diesem Fall ist sie leider zerstört und muss ausgetauscht werden.

Möglicherweise liegt das Problem auch unterhalb der Pumpe: Vielleicht ist der Grundwasserstand zu tief oder der Brunnen undicht. Dieses Problem können Sie wahrscheinlich nicht selbst lösen, wenden Sie sich deshalb an eine Spezialfirma.

Denken Sie bei einer Zisterne auch an die einfache Möglichkeit, dass das Wasser leer sein könnte.

Contact Person Autor des Artikels: Jascha Schmitz - Redakteur der Umweltportale: Solaranlagen-portal.de | Ihr-BHKW.de | Ihre-Waermepumpe.de | klaeranlagen-vergleich.de

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