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Festbett, Durchflussverfahren, SBR, Pflanzenbeet, … Es gibt viele verschiedene Techniken zur Klärung des Abwassers. Aber wie funktionieren sie und welches Klärsystem ist für Ihr Haus oder Ihr Grundstück am besten geeignet? Wie viel Platzbedarf haben die einzelnen Arten von Kleinkläranlagen? Wie hoch sind die laufenden Kosten der einzelnen Systeme? Und wie aufwendig ist es, eine bestimmte Kleinkläranlage zu errichten?

Diesen und weiteren Fragen nähern wir uns im Folgenden. Wir möchten Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile der aktuellen Kleinklärsysteme verschaffen. Da die Systeme von Anbieter zu Anbieter leicht verschieden sind, dienen die Angaben als Richtwerte und sollen eine erste Hilfe bei der Auswahl bieten.

Wir empfehlen Ihnen außerdem, die Angaben der Hersteller zu den jeweiligen Systemen zu beachten. Die Herstellerlinks finden Sie zugeordnet zu den Kleinklärsystemen auf folgenden Seiten:

Das folgende Video der Wasserwerke Westerzgebirge zeigt die Unterschiede der Klärsysteme:

1. Bei welchen Kleinkläranlagen ist eine Nachrüstung in eine vorhandene Klärgrube ohne Tiefbauarbeiten möglich?

Die Tiefbauarbeiten sind bei Kleinkläranlagen oft mit hohem Aufwand und dadurch auch mit hohen Kosten verbunden. Davon abgesehen ist es natürlich nicht so schön, wenn ein Bagger durch ein schon bepflanztes Grundstück fahren muss. In den meisten Fällen lassen sich Tiefbauarbeiten jedoch nicht vermeiden. Die einzige Ausnahme: Wenn eine alte Klärgrube vorhanden ist, kann man dort unter Umständen eine moderne, vollbiologische Kleinkläranlage nachrüsten. Hin und wieder sind noch Klärgruben aus früheren Zeiten vorhanden, auch wenn diese eigentlich gar nicht mehr zulässig sind. Einige moderne Kläranlagensysteme kann man in solche alten Klärgruben einbauen, ohne dass weitere Tiefbauarbeiten notwendig sind.

Bei folgenden Systemen ist die Nutzung eines vorhandenen Behälters möglich, sofern der bauliche Zustand der vorhandenen Grube dies zulässt:

Zu beachten ist, dass der Behälter verschiedene Kammern enthalten muss, denn das ist inzwischen vorgeschrieben.

Gegebenenfalls kann eine Trennwand in vorhandene Klärbehälter gemauert werden, um mehrere Kammern zu schaffen. Außerdem muss natürlich geprüft werden, ob die Bausubstanz noch ausreichend ist. Es ist ja nichts gewonnen, wenn Sie ein neues System einbauen und dann bald schon wieder Hand anlegen müssen, weil die alte Grube undicht wird. Wenn sich Schäden zeigen, kann es unter Umständen trotzdem Kosten sparen, die Grube zu sanieren, statt sie ganz zu ersetzen.

Lassen Sie sich gut beraten und fragen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig nach, um die beste Möglichkeit für Ihr Grundstück herauszufinden.

Bei folgenden Systemen ist die Nutzung eines vorhandenen Behälters ohne zusätzliche Tiefbauarbeiten NICHT möglich:

  • Tropfkörper: Hier wird ein zweiter Behälter benötigt. Eine einzelne vorhandene Grube ist meist vom Volumen her nicht ausreichend.
  • Pflanzenkläranlage: Selbst bei Nutzung einer vorhandenen Grube sind normalerweise weitere Tiefbauarbeiten erforderlich, da Pumpenschächte benötigt werden.

2. Wie viel Platz braucht eine Kleinkläranlage?

Wie groß eine Kleinkläranlage ist, hängt einerseits vom System ab, andererseits aber auch von der Anzahl der Personen und damit auch von der Menge des zu erwartenden Abwassers.
Neben wir als Beispiel eine Anlage für 8 Einwohner:

  • Klärsysteme mit einem Festbett, mit dem SBR-Verfahren oder einer Membranfiltration brauchen für eine entsprechende Anlage etwa 9 m².
  • Eine Tropfkörperanlage dagegen benötigt in den meisten Fällen 18 m². Das hängt damit zusammen, dass bei den meisten Herstellern zwei Behälter benötigt werden. Es gibt jedoch auch einige Systeme, die mit einem auskommen. Ist dies der Fall, liegt der Platzbedarf bei ca. 9 m², wie bei den schon genannten Arten.
  • Bei einem Pflanzenbeet werden etwa 0,3 m³ pro Einwohner benötigt, mindestens jedoch 3 m³. Sammelgrube, Pumpenschacht und Kontrollschacht benötigen nochmals ca. 6 m².

3. Ist eine Weiterverwendung des gereinigten Abwasser möglich?

Bei der Mikrofiltration ist eine Weiterverwendung in jedem Fall möglich. Aber auch bei einer Pflanzenkläranlage kann das Abwasser so weit gereinigt sein, dass es wieder als sauberes Wasser verwendet werden kann. Ein Beispiel sehen Sie im folgenden Video. Dort wird eine Kleinkläranlage (allerdings mit zusätzlicher Umkehrosmose für das Trinkwasser) für ein Tiny-House verwendet.

4. Wie hoch sind die Betriebskosten der einzelnen Kleinkläranlagen?

Jede Kleinkläranlage muss regelmäßig gewartet werden (siehe Punkt 5). Darüber hinaus können aber je nach System mehr oder weniger hohe Betriebskosten entstehen:

Pflanzenbeet: Sieht man einmal von der Pflege ab, kommt das Pflanzenbeet in den meisten Fällen ganz ohne laufende Kosten aus. Lediglich während extremer Hitzeperioden im Sommer kann eine zusätzliche Bewässerung der Anlage ein paar Cent an Wasser kosten. Dieses Nachbewässern kann erforderlich sein, damit die Anlage bei hoher Verdunstung nicht austrocknet. Wird das Pflanzenbeet nicht im Gefälle gebaut, entstehen außerdem Kosten für den Strom und den späteren Austausch der vorhandenen Tauchpumpe. Dies gilt auch für Tropfkörperanlagen. Gute Tauchpumpen haben eine Lebensdauer von etwa 4 bis 5 Jahren. Um noch einmal auf die Pflege zurückzukommen: Auf einem Privatgrundstück machen Sie diese Arbeiten vermutlich selbst. Auf größeren Grundstücken oder bei Gemeinschaftslösungen kann ein Gärtner sinnvoll sein. Dieser kostet dann natürlich Geld.

SBR-Systemen und Festbett-/Wirbelbettanlage: Ständige Kosten entstehen bei SBR-Systemen und Festbett-/Wirbelbettanlagen durch den benötigten elektrischen Strom. Außerdem werden Kosten für Ersatzteile anfallen: Luftfilter, Lamellen des Belüfters und (seltener) elektrische Teile müssen regelmäßig ausgetauscht werden.

Membranfiltration: Bei einer Membranfiltration fallen ebenfalls Stromkosten an, die etwa 20 % höher sind als bei Belebungsanlagen. Außerdem kommen noch alle vier bis sechs Jahre neue Filterkörper hinzu. Damit ist bei diesen Anlagen mit den höchsten Kosten zu rechnen.

5. Wie hoch ist der Wartungsaufwand im Hinblick auf 10 Jahre?

Jede Kleinkläranlage braucht Wartung und Kontrolle, aber der Aufwand ist je nach System sehr unterschiedlich:

SBR- und Festbettanlagen verursachen im Vergleich den geringsten Wartungsaufwand. Erforderlich ist eine regelmäßige Wartung der elektrischen Anlage. Dies geschieht meist zwei- bis dreimal im Jahr und dauert dann jeweils etwa eine halbe Stunde.

Ein Tropfkörper hat einen leicht erhöhten Aufwand, wenn die Wartung korrekt ausgeführt wird. Neben der Wartung der Elektrik ist hier eine regelmäßige Reinigung der Tauchpumpen und Wippen notwendig.

Bei der Pflanzenkläranlage genügt oft eine einzige Wartung pro Jahr, abhängig von den Vorgaben der Wasserbehörde. Es besteht jedoch eine höhere Gefahr, dass sich die Anlage innerhalb einiger Jahre zusetzt, was dann wiederum höheren Aufwand bedeutet. Außerdem brauchen Sie möglicherweise einen Gärtner.

Bei der Mikrofiltration ist neben der regelmäßigen Wartung der elektrischen Anlage auch eine Reinigung des Filterkörpers erforderlich. Die Wartung erfolgt im Normalfall dreimal pro Jahr und dauert dann etwa 40 bis 60 Minuten.

6. Wie groß ist der Aufwand beim Bau der Kleinklärsysteme?

Der geringste Aufwand für den Bau entsteht bei SBR-Anlagen, Festbett-Anlagen und Mikrofiltration. Bei diesen Systemen muss ein Behälter in den Boden gesetzt werden, um Tiefbauarbeiten kommen Sie also nicht herum, wenn kein alter Behälter weiterverwendet werden soll. Der eigentliche Einbau des Behälters und die Inbetriebnahme des Systems kann dann in drei bis vier Stunden erfolgen.

Bei Pflanzenkläranlagen und Tropfkörpern ist der Aufwand etwas höher. Hier sind weitere Tiefbauarbeiten für einen zweiten Behälter (Tropfkörper) oder für Pumpen- und Kontrollschächte nötig. Bei Pflanzenkläranlagen gibt es vormontierte Systeme, die problemlos vom LKW in die Baugrube versetzt werden können.

Wird kein solches vormontiertes System genutzt, so sind im Vergleich zu anderen Systemen hier die benötigten Arbeiten zum Aufbau der Kläranlage am größten.

7. Welche Kläranlage ist am umweltfreundlichsten?

Klare Antwort: die Pflanzenkläranlage! Diese stellt einen attraktiven Lebensraum für viele verschiedene Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen dar. Sofern die Anlage im Gefälle gebaut werden kann, sind außerdem keine elektrischen Teile nötig, sodass kein Stromverbrauch entsteht. Was die Umweltverträglichkeit angeht, schneidet die Pflanzenkläranlage im Vergleich zu den anderen Klärsystemen also am besten ab.

Bei allen anderen Systemen werden elektrische Komponenten benötigt. Außerdem wird bei Belüftern, Schläuchen etc. zusätzlicher Kunststoff verarbeitet.

Das Material spielt auch bei den Behältern eine Rolle: Viele moderne Systeme setzen auf die Vorteile von Kunststoffbehältern. Diese sind extrem langlebig, leicht und absolut dicht. Allerdings sind sie leider auch extrem schwer biologisch abbaubar und damit nicht besonders umweltfreundlich. Ob man nun die Herstellung von Beton oder Kunststoff vorzieht, bleibt jedem selbst überlassen. Die Vor- und Nachteile haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

FAQ - Häufig gestellte Fragen in Kürze

  • checkWelche Kleinkläranlage ist die beste?

    Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, weil es auf Ihre Wünsche, die örtlichen Gegebenheiten und die Genehmigung Ihrer Behörde ankommt. Auch ein alter Behälter, der wiederverwendet werden soll, ist ein wichtiges Argument. Diese Nachrüstung einer Kleinkläranlage ist nämlich nicht bei jedem System möglich. Besonders umweltfreundlich und günstig in Wartung und Betrieb sind Pflanzenbeete. Dafür brauchen sie den größten Aufwand beim Bau und nehmen besonders viel Platz in Anspruch.


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