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Standort der geplanten Anlage

Auf dieser Seite möchten wir kurz einige Hinweise zum Betrieb Ihrer Kleinkläranlage geben. Im Grunde genommen funktionieren die Anlagen nach der Fertigstellung ganz von alleine, aber wir möchten Ihnen ein paar spezielle Dinge verraten.

In unser Online-Umfrage 2017 wurden 1600 Betreiber gefragt, was sie am ehesten stören würde. Hier das Ergebnis:

Um alle diese Fallstricke auszuschließen haben wir auf dieser Seite wichtige Tipps zusammengetragen!

1. Wie kann ich Geld sparen, wenn die Kleinkläranlage gut funktioniert?

Sie merken ob Ihre Kleinkläranlage gut funktioniert, wenn das Wartungsprotokoll bzw. die Laboruntersuchung vorliegt. Je niedriger die Werte beim CSB und BSB5 sind, desto sauberer ist das Abwasser.

Die oberen Grenzwerte liegen bei:
CSB = 150mg/l
BSB5 = 40mg/l
Gute Werte wären also zum Beispiel: CSB = 28mg/l und BSB5 = 7mg/l.

Hat die eigene Kleinklaeranlage solche guten Werte, so kann bei vielen modernen Systemen (SBR, Festbett, Mikrofiltration) unter Umständen die tägliche Laufzeit der Anlage verringert werden.

Sprechen Sie wegen der Verringerung der Laufzeit unbedingt mit der Wartungsfirma, oder besser noch vor Einbau eines solchen Klärsystems mit dem jeweiligen Hersteller. Hier erfahren Sie, ob Ihr System "gedrosselt" werden kann.

Hat Ihre Anlage jedoch schlechte Ablaufwerte oder sogar überschrittene Grenzwerte, so drohen Zusatzkosten durch zusätzliche Arbeiten / Anfahrten der Wartungsfirma, Abwasseruntersuchungen oder - im schlimmsten Fall - Vergrößerung der Kleinkläranlage und Bußgelder von den Behörden.

Bedenken Sie jedoch: die Anlagen sind mit den werksseitig eingestellten Laufzeiten zugelassen. Weder der Hersteller noch die Wartungsfirma sind verpflichtet, gut laufende Anlagen zu drosseln. Aber Fragen kostet bekanntlich nichts.

2. Worauf muss ich achten, damit meine Kleinkläranlage eine gute Reinigungsleistung erzielt?

Folgende Stoffe sollten auf keinen Fall in das Abwasser gelangen:

  • Lacke, Farben
  • Schwimmbad-Abwasser, Regenwasser, Milchkammerabwasser
  • sehr scharfe Reinigungsmittel
  • Alkohol (Reinigung), Spiritus
  • Feststoffe (Ohrenstäbchen, Folien, Hygieneartikel)

2.1. Folgende Stoffe sollte man sparsam, oder besser gar nicht verwenden:

  • Weichspüler
  • Toilettensteine
  • Starke Badezusätze

Die Reinigungsleistung der Kleinklaeranlagen wird außerdem durch Einnahme mancher Medikamente stark gestört. Dazu gehören Antibiotika (wie der Name schon sagt "anti bio" - es werden Bakterien, auch die in der Kläranlage, vernichtet) und starke Medikamente zum Beispiel bei Krebserkrankungen.

Weitere Informationen finden Sie auf folgendem Merkblatt : Download - Betrieb von Kleinkläranlagen

3. Meine Kläranlage stinkt - Was kann ich tun?

Auf mehrfachen Wunsch unserer Leser möchten wir Ihnen einige Ratschläge zu schlecht riechenden Kleinkläranlagen geben. Zunächst sei gesagt, dass eine gut funktionierende Anlage normalerweise nicht riecht. Trotzdem sollte der Standort der Anlage schon bei der Planung sorgfältig ausgewählt werden. Wenn möglich sollte sie nicht unmittelbar im Bereich einer Terasse oder Ähnlichem platziert werden.

Dauerhafte Geruchsprobleme lassen sich daher in den allermeisten Fällen auf zwei Ursachen zurück führen:

3.1. Keine oder fehlerhafte Entlüftung

Jede Hausentwässerung ist entlüftet. In der Regel über das Dach. Solche Dachentlüftungen sind pilzförmige Rohrenden, die sich meist irgendwo am Rand des Daches befinden. Die in der Kläranlage entstehenden Biogase werden durch den Kamineffekt abgezogen. Sämtliche Stellen im Haus an denen Abwasser anfällt (Waschbecken, Toiletten), sollten mit Siphons ausgerüstet sein. So wird verhindert, dass schlechte Gerüche ins Haus dringen. Treten Geruchsprobleme vordringlich IM Haus auf, ist ein Fehler in der Entlüftung die wahrscheinlichste Ursache. Sollte die Rohrstrecke zwischen Haus und Kleinkläranlage sehr lang sein, kann ein zusätzlicher Entlüftungspilz in den Zulauf der Anlage eingebaut werden.

3.2. Mangelhafte Klärung in der Anlage

Schlechte Abbauleistung der Kleinkläranlage ist die zweite mögliche Ursache. Sie kann meist leicht erkannt werden. Schauen Sie sich einfach das letzte Wartungsprotokoll mit der Laboruntersuchung an. Sollte der Wert für den Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) über 150 mg/l liegen, so ist der Grenzwert überschritten. Das macht sich meist auch bei Trübung und Geruch bemerkbar. Mögliche Ursachen für die schlechte Leistung der Anlage sind entweder technische Probleme oder die durch den Betreiber eingeleiteten Stoffe.

Bei starker Geruchsbildung empfehlen wir dringend die Ursache ausfindig zu machen. Leichte und vorwiegend erdige Gerüche in der Nähe der Anlage sind unbedenklich.

4. Was tun wenn der Verdichter der Kleinkläranlage zu laut ist?

Viele Kleinkläranlagen sind mit einem Membran- bzw. Drehschieberverdichter ausgestattet, der in einem Schaltschrank untergebracht ist. In vielen Fällen hängt dieser im Keller oder in der Garage. Immer wieder klagen Betreiber über die Lautstärke der Verdichter. Was kann man dagegen tun? Mit dieser Frage beschäftigt sich unsere Kolumne "Problem und Lösung" im Juli.

Gleich zu Beginn sei gesagt: Lärmprobleme lassen sich lösen oder zumindest verbessern. In der Regel ohne einen Austausch des Verdichters. Unsere Liste der Handlungsempfehlungen beginnt mit den schnellsten Lösungen. Es ist also empfehlenswert, sie von oben nach unten abzuarbeiten.

In der Praxis haben sich folgende Tipps bewährt:

  1. Der Verdichter sollte im Schaltschrank nirgends festgeschraubt sein. Am besten steht er auf einer Matte mit Dämmstoff. Die Schläuche vom Verdichter zum Schaltschrankgehäuse sollten möglichst lang und flexibel sein, damit kaum Körperschall übertragen wird.
  2. Wie laufen die Druckluftschläuche durch die Wand? Falls sie in ein Leerrohr verlegt sind, sollte es entsprechend verschäumt sein.
  3. Nehmen Sie testweise den Schaltschrank von der Wand und stellen ihn auf den Boden. Sollte das Betriebsgeräusch jetzt abgenommen haben, so breitet sich der Körperschall über die Wand aus. Lassen Sie in diesem Fall den Schaltschrank auf dem Boden stehen, oder hängen Sie ihn an spezielle Schrauben mit Schwingungsdämpfern.
  4. Isolieren Sie den Schaltschrank mit zusätzlichem Dämmmaterial. Dieses sollte hitzebeständig sein und mind. die Brandklasse FMVSS 302 DIN 75200 erfüllen. Passenden Akustikschaumstoff erhalten Sie z.B. hier: www.schalldaemmung-aixfoam.de. Wichtig: Verdecken Sie keinesfalls Lüftungsöffnungen!
  5. Bauen Sie einen Schallschutzkasten um den Schaltschrank. Dabei sollte bedacht werden, dass Masse den Schall schluckt, deshalb lieber Holzfaser- anstatt Styropordämmung. Die "harte Schale" des Schallschutzkastens kann zusätzlich mit Dämmmaterial ausgekleidet werden. Wichtig: Verdecken Sie keinesfalls Lüftungsöffnungen!
  6. Als letzte Möglichkeit sollte ein Umzug des Schaltschranks erwogen werden. Vielleicht kann er im Garten nahe am Klärbehälter platziert werden. Bei Freiluftaufstellung bitte die Hinweise des Herstellers und den Wetterschutz (IP-Schutzart) berücksichtigen.

5. Was ist bei der Schlammentsorgung zu beachten?

In einer Kleinkläranlage gibt es verschiedene Arten von Schlamm. Abgefahren wird nur der Fäkalschlamm, der sich in der ersten Kammer - der Vorklärung - sammelt. Er besteht aus sedimentierten Rückständen der Abwasserreinigung. Bei Kleinkläranlagen setzt sich der Fäkalschlamm bzw. Klärschlamm aus abgestorbenen Mikroorganismen der biologischen Reinigungsstufe und den abgesetzten Feststoffen aus der Vorreinigung zusammen.

5.1. Warum muss der Fäkalschlamm entsorgt werden?

Eine rechtzeitige Schlammentsorgung ist notwendig, um bei zunehmendem Schlammanfall das Überlaufen der Feststoffe in die biologische Stufe zu verhindern. Schlammregulierung und -entsorgung sind wichtige Voraussetzungen für eine gute Reinigungsleistung und eine lange Lebensdauer der Kleinkläranlage.

5.2. Wie oft muss ich den Schlamm abfahren lassen?

Die Regelungen zur Schlammentsorgung werden durch die Gemeinden vorgegeben. Gefordert wird entweder eine regelmäßige oder eine bedarfsgerechte Schlammabfuhr.

  • Die regelmäßige Schlammabfuhr erfolgt zu bestimmten Terminen und wird durch die Gemeinden je nach Anlagentyp, Größe der Kammern und angeschlossenen Einwohnern auf 1-2 mal pro Jahr festgesetzt.
  • Die bedarfsgerechte Schlammabfuhr ist flexibel und erfolgt in kleineren oder größeren Zeitabständen. In diesem Fall kontrolliert die Wartungsfachkraft den Schlammspiegel (Schlammspiegelmessung) und informiert den zuständigen Entsorgungsbetrieb über den Zeitpunkt der notwendigen Schlammentsorgung. In Einzelfällen informiert die Wartungsfachkraft den Betreiber und dieser vereinbart selbst einen Termin zur Entsorgung.

5.3. Was ist zu tun, bevor das Abfuhrunternehmen kommt?

Im Regelfall muss nur die Vorklärkammer der Kleinkläranlage entleert werden. Bei fehlerhafter Schlammregulierung der Anlage könnte auch das Absaugen des unteren Teilbereichs der Nachklärkammer oder das oberflächliche Abpumpen von Schwimmschlamm notwendig sein.

Eine Komplettentleerung der Kleinkläranlage ist nur sinnvoll, wenn eine Betriebsstörung vorliegt, deren Ursache nicht auszumachen ist oder wenn ein Reparatureinsatz unterhalb der Wasserkante im Inneren des Behälters ansteht. Über solch eine Komplettentleerung entscheidet am besten die Wartungsfachkraft.

Ganz auf Nummer sicher geht man, wenn man den Termin zur Abfuhr mit dem Wartungsmonteur und dem Abfuhrunternehmer abstimmt. Dann kann der Wartungsmonteur bei der Leerung dabei sein und ggf. eingreifen. Es sollte reichen, wenn solch ein "Doppeltermin" nur bei der ersten Leerung der Anlage gemacht wird.

Achten Sie als Kleinkläranlagen-Betreiber unbedingt selbst mit darauf, dass die richtige Kammer der Anlage abgepumpt wird. Ein übermäßiges Abpumpen von Schlamm kann den Betrieb einer Kleinkläranlage stören und verursacht unnötige Kosten! Bei einigen Systemen (solche mit schwebenden Einzelaufwuchskörpern) wäre eine Leerung der Biologie sogar verheerend. Würde der Entsorger die Aufwuchskörper absaugen, müssten sie komplett erneuert werden.

Sinnvoll ist hier eine entsprechende Kennzeichnung der Kammern. Dazu reicht eine Schild bzw. ein Aufkleber mit dem Hinweis "Achtung - Biologie- nicht abfahren". Einige Hersteller von Kleinkläranlagen legen Ihrem Montagesatz sogar ein solches Schild bei.

5.4. Was kostet die Fäkalschlammentsorgung?

Die Kosten setzen sich zusammen aus Leistungen für die Entnahme, den Transport und die Entsorgung des Schlamms. Die Preisspannen für die Schlammentsorgung liegen bei Kleinkläranlagen zwischen 25 und 50 EUR/m³. Die An- und Abfahrtpauschalen sind entweder inbegriffen oder werden zusätzlich berechnet.

Für die einmalige Entsorgung des Fäkalschlammes ist somit, je nach Kleinkläranlage und Entsorgungsvorgaben, mit Kosten zwischen ca. 170,- EUR und 250,- EUR zu rechnen, im Mittel mit ungefähr 200,- EUR.

Die anfallenden Kosten für die Entsorgung stehen in keinem Bezug zu der rechnerisch ermittelbaren Menge des anfallenden Klärschlamms! Ansatzpunkt ist das Kammervolumen der Vorklärung, die bei der Entsorgung vollständig geleert wird.

Systeme mit Schlammkompostierung Es gibt bei einigen Anlagen die Möglichkeit ein System zur Schlammkompostierung installieren zu lassen.  Damit kann sich ein Betreiber von der Klärschlammabfuhr befreien lassen. Wenn eine solche Schlammkompostierung vorgesehen ist,  sollte bereits bei der Planung und vor Errichtung der Anlage bei der zuständigen Behörde nachgefragt werden, ob dies auch wirklich zugelassen wird.

6. Weitere Fragen zum Betrieb der Kleinkläranlage

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen. Sollte Ihre Frage nicht beantwortet werden, dann schreiben Sie sie in unser Forum. Dort wird Ihnen schnell weitergeholfen!

6.1. Woher kommt der viele Schaum in der Kläranlage?

Schaum entsteht zum Beispiel aus Waschmitteln und Haushaltsreinigern ... oder aus Eiweißverbindungen, die in der Kläranlage entstehen. Falls die Anlage vor kurzem (max. 3 Monaten) in Betrieb genommen wurde, so ist die Schaumbildung noch normal. Sollte die Inbetriebnahme schon länger her sein, sollten Sie versuchen den Gebrauch von Waschmitteln etwas einzuschränken.

6.2. Warum ist so viel Schlamm in der Nachklärung?

Schlamm in der Nachklärung weist im Regelfall auf eine gute Reinigungsleistung hin.

6.3. Es gibt viele Mücken im Umfeld der Anlage - Was kann ich dagegen machen?

Mücken weisen darauf hin, dass Ihre vollbiologische Kläranlage gut arbeitet. Obwohl die in der Kläranlage geschlüpften Büschelmücken nicht stechen, kann man in der Klärgrube von innen (vor die Lüftungslöcher) Fliegengitter anbringen.

6.4. Kann ich das Wasser meines Schwimmbades oder mein Regenwasser in biologische Kläranlagen einleiten?

Nein! Zum einen enthält das Wasser eines Schwimmbades Chlor, und zerstört damit die benötigten Mikroorganismen in der Kläranlage. Zum anderen würde die große Menge Wasser (auch bei Regen) die Anlage komplett durchspülen. Das Wasser muss jedoch in jeder Kammer eine Zeit lang stehen, um richtig gereinigt zu werden.

6.5. Das Wasser ist unnormal gefärbt oder riecht "chemisch".

Färbemittel für die Wäsche, WC-Steine, Blondierungen, Dauerwellflüssigkeit oder Tönungen für die Haare sind meistens die Ursache hierfür. Die Inhaltsstoffe dieser Produkte sind sehr aggressiv und sollten nicht in biologische Kläranlagen gelangen.

6.6. Meine vollbiologische Kläranlage ist zu laut - was kann ich tun?

Der Steuerschrank Ihrer Kläranlage ist zu laut? Falls der Schrank an der Wand hängt, nehmen Sie ihn probeweise ab. Die Schallwellen und Schwingungen übertragen sich nämlich oft über die Wand. Stellen Sie den Schrank auf eine dämmende Unterfläche (zum Beispiel Styropor). Es können auch "Schwingmetalldämpfer" oder "Schalldämpfer" eingebaut werden. Fragen Sie hierzu Ihre Wartungsfirma. Zur Not hilft meist nur noch eine Verlegung des Steuerschrankes an einen anderen Ort.

Möglich ist auch eine zusätzliche Dämmung durch Schaumstoff oder Glaswolle. Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, die Lüftungsgitter des Steuerschrankes nicht zu verdecken, damit es nicht zu Hitzestaus kommt.

6.7. Was bedeutet Überlast bzw. Unterlast?

Die biologische Reinigungsstufe in einer Kleinkläranlage basiert auf der Arbeit von Bakterien. Diese ernähren sich von der zugeführten Masse. Wird die Anlage saisonal, zu selten oder garnicht gebraucht, fehlt den Bakterien die Nahrung und man spricht von Unterlast. Das Gegenteil ist die Überlast, wobei die Bakterien mit zu viel Masse konfrontiert werden und diese daher nur dürftig geklärt wird.

6.8. Darf man in eine Kleinkläranlage einsteigen?

Nein, auf keinen Fall darf man in Kleinkläranlagen einsteigen. Das kann tödlich enden.


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