1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.00 (5 Votes)

Tipps zur Förderung & Beantragung der Kleinkläranlage

1. Antrag für Ihre Kleinkläranlage 

Um den richtigen Ansprechpartner Ihrer Behörde zu finden, benutzen Sie einfach unsere

1.1. Wer stellt den Antrag für Ihre Kleinkläranlage

Wir empfehlen Ihnen, wenn möglich die Antragstellung von Ihrer zuständigen Einbaufirma durchführen zu lassen. Diese kennt sich in der Regel mit der Antragstellung gut aus - und erledigt diese Arbeit vielleicht sogar als kostenlosen Service.

Sollte Ihre Firma diesen Dienst kostenpflichtig anbieten, bedenken Sie bitte folgendes: Die Zusammenstellung des Antrags dauert maximal 2 Stunden. Überlegen Sie sich gut, was Sie dafür bereit sind zu zahlen!

Stellen Sie den Antrag zur Förderung nur für die geforderte Reinigungsklasse. Auch dann, wenn Sie freiwillig eine Kleinkläranlage kaufen, die eine höhere Klasse erfüllt. Andernfalls müssen Sie die Anforderungen der höheren Reinigungsklasse einhalten. Das kann bedeuten, dass Sie Ihre Kläranlage 3 mal jährlich warten lassen müssen, und dabei zusätzliche Analysen durchgeführt werden. (Siehe Bereich Wartung)

Ansonsten können Sie natürlich auch selbst den Antrag für Ihre Kleinkläranlage erstellen. Die Anträge erhalten Sie vorgefertigt bei der zuständigen Behörde (Untere Wasserbehörde / Landratsamt) Ihres Landkreises / Gemeinde / Zweckverbands. 

1.2. Welche Unterlagen benötigen Sie für die Beantragung?

Für die Beantragung einer Förderung Ihrer Kleinkläranlage sind meist folgende Daten und Unterlagen Voraussetzung:

  • Antragsteller, Adresse ...
  • Grundstück der geplanten privaten Kläranlage, Adresse, Flur, Flurstück, Gemarkung
  • Grundstück der geplanten Einleitungsstelle, Eigentümer & Adresse, Flur, Flurstück, Gemarkung
  • Zahl der Wohneinheiten unter und über 50m²
  • Zahl der EGW (Einwohnergleichwerte - 1 Wohneinheit = 4 EGW)
  • Zahl der tatsächlichen Einwohner

1.2.1. Pläne & Unterlagen die oft zum Antrag dazugehören:

  • Übersichtsplan des Geländes Maßstab 1:25.000, topografische Karte
  • Lageplan 1:1000 / 1:100
  • Entwässerungsplan von Haus & Grundstück
  • Grundriss / Schnittzeichnung des Klärbehälters & des technischen Rüstsatzes, allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung der Anlage, Bemessung der Kläranlage, Betriebsbeschreibung der Anlage
  • Wartungsvertrag - unter Umständen wird von der Behörde eine Mindestvertragsdauer gefordert

1.3. Welche rechtlichen Voraussetzungen gelten für die Beantragung?

Wir wollen hier nicht intensiv auf die rechtlichen Aspekte der Kleinklärtechnik eingehen. In Kürze die wichtigsten Gesetze, die die Klärung und Einleitung von Schmutzwasser betreffen:

Bundesrecht:

Landesrecht:

2. Gibt es aktuell Förderungen für Kleinkläranlagen?

Die meisten Fördermaßnahmen und Gelder für die Errichtung von Kleinkläranlagen sind bereits vor Jahren ausgelaufen. Viele dieser Programme endeten mit der Umsetzung der EU-Richtlinie, welche zu den Zig-Tausenden von Nachrüstungen und Umbauten von Kläranlagen geführt hatte.

Insgesamt gibt derzeit nur noch in zwei Bundesländern Förderungen für Kleinkläranlagen. Die nicht aufgeführten Länder haben aktuell keine Förderprogramme für dezentrale Lösungen. Es sei angemerkt, dass in keinem Bundesland ein Anspruch auf Zuwendungen für Kleinkläranlagen besteht. Jeder vom Bauherren ausgefüllte Antrag auf Förderung wird erst vom entsprechenden Land auf Genehmigung geprüft. 

Die zwei Bundesländer sind:

  • Thüringen
  • Rheinland-Pfalz

2.1. Kleinkläranlagen-Förderung in Thüringen

Förderung von kleinkläranlagen in ThüringenWas wird gefördert?

In Thüringen werden die Aufwendungen für die Sanierung bzw. den Ersatzneubau von Kleinkläranlagen gefördert. Voraussetzung ist allerdings, dass innerhalb von 15 Jahren kein Anschluss des betreffenden Grundstücks an eine öffentliche Kläranlage vorgesehen ist. Ansprechpartner ist die jeweilige Gemeinde oder der Zweckverband, nicht das Thüringer Ministerium. Die erstmalige abwassertechnische Erschließung eines Grundstücks durch eine Kleinkläranlage wird in Thüringen nicht gefördert. Eine rückwirkende Förderung von bereits errichteten Kleinkläranlagen ist nicht möglich.

Seit dem 13. August 2018 ist eine neue Förderrichtlinie für Kleinkläranlagen in Thüringen in Kraft getreten. Grundstückseigentümer erhalten seitdem einen höheren Zuschuss für den ersatzweisen Neubau oder eine Nachrüstung vorhandener Kleinkläranlagen.

2.1.1. Es gibt folgende Neuerungen:

  • Für den Ersatz-Neubau einer Kleinkläranlage für 4 Einwohner erhöht sich der Grundzuschuss von 1.500 Euro auf 2.500 Euro zuzüglich 250 Euro für jeden weiteren Einwohner (bisher 150 Euro).
  • Für die Nachrüstung einer vorhandenen Kleinkläranlage für 4 Einwohner erhöht sich der Grundzuschuss von 750 Euro auf 1.250 Euro zuzüglich 125 Euro für jeden weiteren Einwohner (bisher 75 Euro).
  • Bei der Errichtung von privaten und öffentlichen Gruppenkleinkläranlagen, also Kleinkläranlagen für mehrere Grundstücke, gibt es für den Bau von Schmutzwasserkanälen, die im öffentlichen Raum liegen, einen Zuschuss von 250 Euro pro Meter.
  • Bei der Errichtung von rein öffentlichen Gruppenkleinkläranlagen, also Kleinkläranlagen der Abwasserzweckverbände bzw. eigenentsorgenden Gemeinden, wird der Zuschuss zusätzlich um 10% erhöht.
  • Bei privaten Bauherren kann alternativ zu den Zuschüssen weiterhin ein zinsgünstiges Darlehen gewährt werden.
  • Die Förderung ist für die Grundstückseigentümer möglich, deren Grundstück nach dem Abwasserbeseitigungskonzept des Zweckverbandes oder der eigenentsorgenden Gemeinde dauerhaft nicht an eine kommunale Abwasserentsorgung angeschlossen werden soll.

2.1.2. An wen wird der Antrag gestellt?

Die Anträge sind ausschließlich an die Abwasserzweckverbände bzw. eigenentsorgenden Gemeinden zu richten. Dort gibt es auch die benötigten Antragsformulare.

Diese Überarbeitung der Förderung von Kleinkläranlagen im Freistaat Thüringen ist Teil des Abwasserpaktes - mehr Infos dazu gibt es in diesem PDF:
https://www.thueringen.de/mam/th8/tmlfun/aktuell/mi/2018-05-15_abwasserpakt.pdf

Alternativ kann ein zinsgünstiges Darlehen beantragt werden, welches bis zur Höhe der tatsächlichen Aufwendungen und nur für private Bauherren zu folgenden Konditionen gilt .

  • Darlehenshöchstbetrag: 25.000 EUR
  • Mindestbetrag: 2.000 EUR
  • Darlehenslaufzeit: 6 Jahre ab Tilgungsbeginn
  • Zinssatz: 1,99% p.a. bis auf Weiteres nominal über die gesamte Darlehenslaufzeit
  • das Darlehen wird in einer Summe vergeben, Teilauszahlungen sind nicht möglich, das Darlehen wird ohne Sicherheiten gewährt
  • keine weiteren Gebühren

Mehr Infos: http://file.kreis-slf.de/info/Kleinklaeranlagen_02_2013.pdf

2.2. Kleinkläranlagen-Förderung in Rheinland-Pfalz

Mit der seit Juli 2013 in Kraft getretenen neuen Förderrichtlinie können die Kommunen den Bau und Betrieb von Kleinkläranlagen auf Private übertragen. Für die Investitionskosten wird ein Zuschuss gewährt, für eine Vier-Personen-Anlage beträgt dieser maximal 3.250 Euro. Die Abwasserwerke der Kommunen werden vom Umweltministerium durch ein Rundschreiben über die Detailregelungen informiert und können ab sofort die entsprechenden Förderanträge für die bereits gebauten oder noch zu bauenden Kleinkläranlagen stellen.

Genauere Informationen über die aktuellen Bedingungen zu Fördergeldern finden Sie hier: 

3. Abgelaufene Fördermaßnahmen für Kleinkläranlagen

3.1. Beendet:Kleinkläranlagen-Förderung in Bayern

Bayerns frühere Förderung für KleinkläranlagenDer Freistaat Bayern förderte bis zum 31.12.2014 den Bau und die Nachrüstung der Kleinkläranlagen mit biologischer Stufe. Die erstmals im Jahr 2003 eingeführten Richtlinien für Zuwendungen zu Kleinkläranlagen sind zum 01.01.2011 neu erlassen worden. Seit diesem Datum ist eine Förderung leider nicht mehr möglich. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Seite des Bayerischen Staatministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Hier geht's zur Webseite des Ministeriums.

3.2. Beendet: Mecklenburg-Vorpommern

Was wird gefördert?

Aktuell werden nur noch in Einzelfällen Fördergelder genehmigt. Ursprünglich, also in den Jahren 2007 bis 2013 standen 28 Millionen Euro aus dem EU-Fond ELER zur Verfügung. So soll die Abwasserbeseitigung im Lande durchgängig auf den erforderlichen technischen Stand gebracht werden. Nach Ablauf der Förderperiode im Jahr 2013 werden Zuschüsse für Abwasseranlagen nur noch in besonderen Einzelfällen möglich sein, da man davon ausgeht, dass bis zu diesem Zeitpunkt die jetzt noch notwendigen Sanierungen bzw. Erneuerungen der Anlagen abgeschlossen sein werden. Für die Förderung in Frage kommen Kleinkläranlagen zur biologischen Reinigung von Abwasser aus bestehenden Wohngebäuden für eine Abwassermenge bis 8 m³/Tag. Das heißt, zuwendungsfähig sind alle Ausgaben für Investitionen, die zur Errichtung, Umgestaltung oder Erweiterung von Kleinkläranlagen zur biologischen Behandlung des Abwassers erforderlich sind, sowie die zugehörigen Ausgaben für Zu- und Ableitung des Abwassers.

Wie hoch fiel die KKA-Förderung aus?

a) bis zu 10 EW und zuwendungsfähigen Ausgaben von mindestens 3 500 EUR: bis zu 750 EUR

b) bis zu 20 EW und zuwendungsfähigen Ausgaben von mindestens 7 000 EUR: bis zu 1.500 EUR

c) bis zu 50 EW und zuwendungsfähigen Ausgaben von mindestens 10 000 EUR: bis zu 2.000 EUR

Ein Anspruch auf die Gewährung von Zuwendungen besteht nicht. Die Bewilligungsbehörde, also die jeweils zuständige Wasserbehörde, entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Mehr Infos:

Förderfibel "Abwasseranlagen" auf dem Dienstleistungsportal des Innnenministeriums Mecklenburg-Vorpommern (Förderbereich II: Kleinkläranlagen)

3.3. Beendet: Kleinkläranlagen-Förderung in Sachsen

Sachsen bietet Fördergelder für KleinkläranlagenWas wurde gefördert?

Laut Angaben des sächsischen Umweltministeriums plane Sachsen jährlich 14 Millionen Euro Fördergelder für dezentrale Kleinkläranlagen ein. Es werden private dezentrale Abwasseranlagen wie Kleinkläranlagen, Abwasserteiche oder abflusslose Gruben gefördert, die nicht Bestandteil der öffentlichen Abwasseranlagen sind und dies auch dauerhaft nicht werden. Die Nachrüstung einer bestehenden Kleinkläranlage mit einer biologischen Reinigungsstufe muss spätestens bis zum 31.12.2015 erfolgen. Durch Zahlungsbelege müssen Ausgaben nachweisbar sein, die mindestens das 1,5-fache der Zuwendung betragen. Der Bau einer Kleinkläranlage auf neu zu erschließenden Grundstücken wird grundsätzlich nicht gefördert.

Wie hoch fällt die KKA-Förderung aus?

Der Neubau einer privaten Kleinkläranlage mit 4 EW wird mit 1.500 EUR, die Nachrüstung einer bestehenden Anlage (4 EW) mit 1.000 EUR gefördert. Bei Neubau und Nachrüstung werden für jeden weiteren angeschlossenen Einwohner zusätzlich EUR 150 gewährt. Werden mehr als ein Grundstück an die Kleinkläranlage angeschlossen werden je Grundstück zusätzlich 200 EUR gewährt, maximal jedoch 2.000 EUR.

Fördergegenstand Grundförderung (min. 4 EW) jeder weitere EW
Neuerrichtung einer Kleinkläranlage mit biologischer Reinigungsstufe 1.500 Euro 150 Euro
Nachrüstung einer biologischen Reinigungsstufe 1.000 Euro 150 Euro
Zuschlag für weitergehende Reinigungsanforderungen (Nährstoffe, Keime) 300 Euro 50 Euro

Mehr Infos:

1.  Förderung von Maßnahmen der Siedlungswasserwirtschaft - Private Kleinkläranlagen

2. "Anpassung von Kleinkläranlagen an den Stand der Technik bis Ende 2015" in Sachsen, veröffentlicht vom Landratsamt Erzgebirgekreis

3.4. Beendet: Kleinkläranlagen-Förderung in Sachsen-Anhalt

Förderung Kleinkläranlagen Sachsen-AnhaltIn Sachsen-Anhalt ist die Lage speziell: ein Zuschuss für die Modernisierung sei nicht finanzierbar. Dies würde das Land 50 bis 100 Millionen Euro kosten. Es gibt also keine direkte Förderung für Kleinkläranlagen. Allerdings gibt es ein spezielles Darlehensprogramms der Investitionsbank „Sachsen-Anhalt KLAR - Das IB-Darlehen für Kleinkläranlagen”. Das Programm wurde am 01. September 2008 gestartet und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Zu 1,99 Prozent Zinsen können sich Betroffene eine Summe zwischen 3.000 und 25.000 EUR leihen. Es soll ein unkompliziertes Antragsverfahren geben, das ausschließlich über den Postweg abgewickelt werden kann. Antragsteller müssen also deswegen nicht extra in die Investitionsbank nach Magdeburg kommen.

Mehr Infos:

Investitionsbank Sachsen-Anhalt

Preisvergleich für Ihre Planung

So können Sie in nur 3 Minuten die besten Preise für Ihre künftige Kleinkläranlage vergleichen!

Jetzt erfahren wie - HIER KLICKEN!

Einige Systeme sind hier nicht berücksichtigt: Wirbelschwebebett, Scheibentauchkörper, Belebungsanlage im Durchlaufverfahren. Informationen von Herstellern dieser Systeme finden Sie in den Präsentationen.        

Auf dieser Seite erklären wir die Funktion des Festbetts und ähnlich funktionierender Systeme, wie dem Wirbelbettverfahren oder sogenannten Tauchkörpern. Die Unterschiede und Vor- & Nachteile werden kurz erklärt, damit