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Ob als Reifenabrieb, in der Zahnpasta oder im Duschgel - Jahr für Jahr gelangen Millionen Tonnen Mikroplastik in die Kanalisation. Damit stehen die Klärwerke vor einer großen Herausforderung. Aber was genau ist Mikroplastik überhaupt und warum wird es im Abwasser zum Problem? Wie können die winzigen Plastikteilchen restlos aus dem Abwasser gefiltert werden?

1. Was genau versteht man unter Mikroplastik und wie entsteht es?

Unter Mikroplastik versteht man winzige Teilchen aus Plastik, die eine Größe von weniger als 5 Millimeter besitzen. Viele dieser kleinen Partikel stammen direkt aus Zahn- und Duschgels oder anderen Pflegeprodukten, die einen Peeling-Effekt aufweisen. Darüber hinaus handelt es sich zum großen Teil auch um Fasern und Bruchstücke, die durch Zersetzung und Abrieb von Gegenständen aus Plastik entstehen.

Zerfallen mit der Zeit die größeren Plastikteile, bleiben die Plastik-Winzlinge zurück, die mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Aber auch Autos und andere Fahrzeuge erzeugen viel Mikroplastik. Beim Abrieb der Reifen können unzählige Partikel über das Regenwasser und die Luft in die Umwelt gelangen.

1.1. Warum kann dieses für Mensch und Natur kritisch sein und wie macht sich dies bemerkbar?

Mikroplastik gelangt sowohl in die Meere als auch in die Seen und Flüsse. Längst ist zudem bekannt, dass die winzigen Teilchen auch mit dem Klärschlamm auf Feldern aufgebracht werden, sodass Mikroplastik auch auf dem Land schon heute ein großes Problem darstellt.

Sogar in der Luft konnten die Partikel bereits nachgewiesen werden und so gehen Forscher davon aus, dass jeder Mensch etwa 5mg an Mikroplastik im Jahr aufnimmt.

In diesem Zusammenhang stellen die chemischen Inhaltsstoffe ein großes Problem dar: Da Plastik viele Chemikalien wie Weichmacher und Bisphenol A enthält und die Chemikalien in der Umwelt bindet, birgt es für den Menschen zahlreiche gesundheitliche Risiken. So kann es mitunter als Auslöser von schweren Erkrankungen wie Krebs oder Adipositas betrachtet werden.

1.2. Warum ist besonders Mikroplastik im Abwasser ein Problem?

In der Regel ist das Wasser, dass die Klärwerke verlässt, einigermaßen sauber, wenn es in den nahe gelegenen Fluss zurückgeleitet wird. Allerdings können nicht alle Mikroplastik-Teilchen mit den herkömmlichen Methoden herausgefiltert werden, sodass die Partikel aus dem Abwasser ungehindert ins Meer und in die Flüsse gelangen. Dort werden sie dann von den Meeresbewohnern aufgenommen und landen schließlich sogar in uns Menschen. Durch die Tatsache, dass diese Teilchen Schadstoffe an sich binden können, stellen sie eine große Gefahr für Mensch und Tier dar.

1.3. Warum stellt Mikroplastik immer mehr Kläranlagen vor echte Herausforderungen?

Selbst wenn es den Klärwerken gelingt, durch neue Methoden bis zu 98% der Mikroplastik-Partikel aus dem Abwasser zu entnehmen, bleibt trotzdem noch eine Riesenmenge übrig, die ungehindert die Kläranlage verlassen kann.

Vor rund 4 Jahren hatten schottische Forscher im Fachblatt Environmental Science and Technology darüber aufgeklärt, dass aus den Werken, die täglich mehr als 250.000 Kubikmeter Wasser reinigen, trotzdem noch mehr als 65 Millionen Plastikpartikel in die Flüsse und Seen fließen. Bisher ist es noch nicht gelungen, eine Möglichkeit zu finden, mit der die Partikel restlos herausgefiltert werden können.

2. Welche Lösungsansätze gibt es für Kläranlagen, um Mikroplastik auszufiltern?

Die Branche ist sich längst einig, dass die Verfahren für die Entnahme repräsentativer Proben aus Abwasser und Wasser verbessert werden müssen. Durch professionelle Abfluss-Sensoren könnte es gelingen, einen deutlich höheren Anteil an Mikroplastik zu erkennen und entsprechend zu filtern. Ein oft diskutierter Lösungsansatz für die Filterung von Mikroplastik in Kläranlagen ist auch die Fliehkraft.

So könnte das bereits gereinigte Wasser tangential in einen runden Raum gepresst werden, damit die schweren Teile, also das Wasser, nach außen geschleudert wird. Die leichten Kunststoffpartikel lagern sich hingegen an einem speziellen Filter an. Solche Systeme sind nicht nur für Kläranlagen einsetzbar, sondern deren Verwendung könnte sich sogar für Privathaushalte eignen.

2.1. Fazit

Mikroplastik im Abwasser ist längst ein ernstzunehmendes Problem, denn es schadet sowohl uns Menschen als auch der Natur. Noch immer stellt die Filterung der winzigen Partikel eine große Herausforderung für die Klärwerke dar. Mit einem neuartigen Filtersystem, das mit Fliehkraft arbeitet, könnten Klärwerke das Problem in Zukunft besser in den Griff bekommen.