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Retentionszisterne & Regenrückhaltung

Inhaltsverzeichnis:

Retentionszisterne und Regenrückhaltung: Pflicht bei vielen Neubauten, sinnvoll für jedes Grundstück. Eine Retentionszisterne speichert Regenwasser und gibt es gedrosselt an die Kanalisation oder Versickerung ab. So schützen Sie Ihr Grundstück vor Überflutung und erfüllen gleichzeitig behördliche Auflagen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Retentionszisternen sind bei Neubauten in vielen Kommunen vorgeschrieben — besonders in Hochwasser- und Starkregenzonen.

  • Funktionsprinzip: Regenwasser wird gesammelt, zwischengespeichert und mit kontrollierter Drosselabgabe (z.B. 1–3 l/s) abgeleitet.

  • Kosten: 2.500–8.000 € für eine Retentionszisterne (3.000–10.000 Liter), je nach Material und Einbau.

  • Kombinierbar mit Regenwassernutzung: Retentions-Nutzungszisterne vereint beide Funktionen.

  • Gebührenersparnis: Bis zu 100 % der Niederschlagswassergebühr können entfallen.

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Was ist eine Retentionszisterne?

Eine Retentionszisterne (auch Regenrückhaltezisterne) ist ein unterirdischer Speicher, der Regenwasser temporär aufnimmt und zeitversetzt und gedrosselt an die Kanalisation, einen Vorfluter oder eine Versickerungsanlage abgibt.

Der Unterschied zur normalen Regenwasserzisterne: Bei einer reinen Nutzungszisterne wird das Wasser verbraucht (Toilette, Garten). Bei der Retentionszisterne steht die Rückhaltung im Vordergrund — das Volumen muss nach jedem Regen wieder für das nächste Ereignis zur Verfügung stehen.

Eigenschaft

Nutzungszisterne

Retentionszisterne

Kombizisterne

Hauptzweck

Brauchwasser nutzen

Rückhaltung + Drosselung

Beides

Entleerung

Durch Verbrauch

Automatisch (Drossel)

Verbrauch + Drossel

Vorgeschrieben?

Nein

Oft ja (B-Plan)

Erfüllt Retention

Kosten

1.500–4.000 €

2.500–8.000 €

4.000–10.000 €

Gebührenersparnis

Gering

Hoch (bis 100 %)

Hoch

Wie funktioniert die Regenrückhaltung?

Das Prinzip ist einfach: Regenwasser vom Dach fließt über Filter in die Zisterne. Am Boden sitzt ein Drosselablauf (Wirbeldrossel oder Blendenschieber), der die Abgabemenge auf einen definierten Wert begrenzt — typisch 1–5 Liter pro Sekunde.

  1. Zulauf: Regenwasser vom Dach über Fallrohrfilter in die Zisterne

  2. Speicherung: Pufferung des Niederschlags im Retentionsvolumen

  3. Drosselabgabe: Kontrollierte Ableitung über Drossel (z.B. 2 l/s)

  4. Notüberlauf: Bei Extremereignissen fließt Überschusswasser über den Notüberlauf ab

Kombizisterne als Optimum

Eine Retentions-Nutzungszisterne teilt das Volumen: Der untere Teil speichert Brauchwasser für Toilette und Garten, der obere Teil dient als Retentionsraum. So nutzen Sie Regenwasser UND erfüllen die Rückhalte-Auflage — mit einem einzigen Behälter.

Kosten einer Retentionszisterne

Die Gesamtkosten hängen stark von der erforderlichen Größe ab — und die ergibt sich aus der angeschlossenen Dachfläche und der vorgeschriebenen Drosselabgabe.

Komponente

Kosten (ca.)

Hinweis

Retentionszisterne (Kunststoff, 3.000–5.000 l)

1.500–3.500 €

Beton teurer, aber langlebiger

Retentionszisterne (Kunststoff, 5.000–10.000 l)

3.000–6.000 €

Für größere Dachflächen

Drosseleinrichtung (Wirbeldrossel)

200–600 €

Wartungsarm, selbstreinigend

Filter + Zulauf

100–500 €

Fallrohrfilter oder Erdfilter

Erdarbeiten + Einbau

800–2.000 €

Abhängig von Bodenverhältnissen

Gesamtkosten

2.500–8.000 €

Je nach Größe und Ausführung

Lohnt sich die Investition?

In vielen Kommunen reduziert eine Retentionszisterne die Niederschlagswassergebühr erheblich — teilweise auf null. Bei einer Gebühr von 1,50 €/m² versiegelter Fläche und 150 m² Dachfläche sparen Sie 225 € jährlich. Die Anlage amortisiert sich in 10–15 Jahren — und ist bei Neubauten ohnehin oft Pflicht.

Wann ist eine Retentionszisterne Pflicht?

Die Pflicht zur Regenrückhaltung ergibt sich aus dem Bebauungsplan (B-Plan) oder der kommunalen Entwässerungssatzung. Typische Vorgaben:

  • Drosselabfluss: Maximal x Liter pro Sekunde und Hektar (z.B. 3 l/s/ha)

  • Retentionsvolumen: x Liter pro m² versiegelter Fläche (z.B. 30 l/m²)

  • Rückhaltezeit: Bemessung auf ein 5- oder 10-jährliches Regenereignis

Informieren Sie sich vor dem Bauantrag bei Ihrem Bauamt oder dem kommunalen Entwässerungsbetrieb über die geltenden Auflagen.

Häufige Fragen zu Retentionszisternen

Was ist der Unterschied zwischen Retention und Versickerung?

Retention bedeutet Rückhaltung und gedrosselte Ableitung — das Wasser wird zeitversetzt an den Kanal oder Vorfluter abgegeben. Versickerung bedeutet, dass das Wasser ins Erdreich gelangt. Beides kann kombiniert werden: Retentionszisterne mit Überlauf in eine Versickerungsanlage.

Wie groß muss die Retentionszisterne sein?

Die Größe ergibt sich aus: angeschlossene Fläche × Regenspende × Rückhaltefaktor. Als Faustregel: 20–50 Liter Retentionsvolumen pro m² angeschlossener Fläche. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² Dachfläche sind das 2.400–6.000 Liter.

Kann ich eine bestehende Zisterne zur Retentionszisterne umrüsten?

Ja, in vielen Fällen. Der entscheidende Einbau ist die Drosseleinrichtung am Ablauf. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob Ihre Zisterne das nötige Volumen hat und eine Drossel nachrüsten (200–600 €).

Brauche ich eine Genehmigung?

Die Retentionszisterne selbst ist in der Regel nicht genehmigungspflichtig. Aber: Wenn Sie das Wasser in die Kanalisation ableiten, benötigen Sie eine Einleiterlaubnis. Bei Versickerung gelten die Vorgaben der jeweiligen Wasserbehörde.

Was passiert bei Starkregen, wenn die Zisterne voll ist?

Jede Retentionszisterne hat einen Notüberlauf. Bei extremen Ereignissen, die das Bemessungsvolumen übersteigen, fließt Überschusswasser über den Notüberlauf ab — in den Kanal oder auf die Geländeoberfläche. Die Starkregenvorsorge sollte den Notüberlauf einplanen.

Welches Material ist besser: Kunststoff oder Beton?

Kunststoffzisternen sind leichter und günstiger (1.500–4.000 €), haben aber eine kürzere Lebensdauer (30–40 Jahre). Betonzisternen sind schwerer und teurer (3.000–7.000 €), halten aber 50+ Jahre und sind formstabiler bei hohem Grundwasserstand.

Checkliste: Retentionszisterne planen

  • ✅ Bebauungsplan prüfen: Gibt es Vorgaben zur Regenrückhaltung?

  • ✅ Angeschlossene Fläche berechnen (Dach + versiegelte Flächen)

  • ✅ Retentionsvolumen nach kommunaler Vorgabe dimensionieren

  • ✅ Drosselabfluss festlegen (Vorgabe aus B-Plan oder Entwässerungssatzung)

  • ✅ Kombination mit Regenwassernutzung prüfen (Kombizisterne)

  • ✅ Bodengutachten: Versickerungsfähigkeit und Grundwasserstand klären

  • ✅ Mindestens 3 Angebote von Fachbetrieben einholen

  • ✅ Niederschlagswassergebühr berechnen: Welche Ersparnis bringt die Retention?

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FAQ - Häufig gestellte Fragen in Kürze

Was ist der Unterschied zwischen Retention und Versickerung?
Retention bedeutet Rückhaltung und gedrosselte Ableitung — das Wasser wird zeitversetzt abgegeben. Versickerung leitet das Wasser ins Erdreich. Beides kann kombiniert werden.
Wie groß muss die Retentionszisterne sein?
Faustregel: 20–50 Liter pro m² angeschlossener Fläche. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² Dachfläche sind das 2.400–6.000 Liter.
Kann ich eine bestehende Zisterne zur Retentionszisterne umrüsten?
Ja, oft möglich. Der entscheidende Einbau ist die Drosseleinrichtung am Ablauf. Kosten für Nachrüstung: 200–600 €.
Brauche ich eine Genehmigung?
Die Zisterne selbst meist nicht. Bei Ableitung in die Kanalisation benötigen Sie eine Einleiterlaubnis. Bei Versickerung gelten Vorgaben der Wasserbehörde.
Was passiert bei Starkregen wenn die Zisterne voll ist?
Jede Retentionszisterne hat einen Notüberlauf. Bei extremen Ereignissen fließt Überschusswasser über den Notüberlauf ab.
Welches Material ist besser: Kunststoff oder Beton?
Kunststoff ist günstiger (1.500–4.000 €, Lebensdauer 30–40 Jahre). Beton ist teurer (3.000–7.000 €), hält aber 50+ Jahre und ist formstabiler bei hohem Grundwasserstand.